Deutsche äußerst statusverliebt

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Kraftwerk Das Model 1978

https://www.youtube.com/watch?v=CoSTyWfNspE&index=1&list=RDCoSTyWfNspE

In keinem anderen europäischen  Land ist Status so wichtig wie hierzulande.
23 Prozent der deutschen Singlefrauen sagen, daß sie keinen Mann daten würden, der weniger verdient als sie. Vor allem ältere Damen wünschen sich finanzstarke Herren. Status zählt in Deutschland mehr als in anderen Ländern Europas.
Noch Fragen Oskar?  rolleyes

Der Kapitalismus beruht  auf der Idee, daß das Glück käuflich ist. Viele Firmen bewerben ihre Produkte, indem sie Glücksgefühle versprechen.
Und der eindimensionale Mensch geht dieser Propaganda auf den Leim.
Marcuse zeichnet das Bild eines Menschen und  einer Gesellschaft, die von den Annehmlichkeiten eines kapitalistisch Systems eingelullt wird und sich das gern gefallen lässt. Der eindimensionale Mensch fühlt sich als Sklave frei. Medien, Politik und Wirtschaft ziehen an einem Strang, um das Individuum zufriedenzustellen und zu unterdrücken. Die Konsumwelt aus Luxus, Medien und Waren ist getarnte Sklaverei.

Marcuse entwirft einen lückenlosen Zusammenhang von Manipulation und Konformismus, der das in sich widerspruchsvolle kapitalistische Gesellschaftssystem stabilisiert und nur noch Randgruppen, Außenseiter, Unterprivilegierte und Intellektuelle zu subversivem Bewußtsein kommen läßt. Ihr Protest bleibt unwirksam, mag er sich auch zur Provokation und Revolte steigern.

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Der Mensch im hoch entwickelten Kapitalismus leidet unter der permanenten Repression – das ist die Hauptthese von Herbert Marcuses bekannter Gesellschaftsstudie. Ein Grundlagenwerk der 68er-Bewegung, was aber auch heute noch seine Berechtigung hat.

Literatur: Herbert Marcuse
Der eindimensionale Mensch – Studien zur Ideologie der fortgeschrittenen Industriegesellschaft. 1967

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4 Kommentare zu Deutsche äußerst statusverliebt

  1. Laura sagt:

    Hallo, lieber Oskar,
    der Neidfaktor spielt eine große Rolle. Kaum jemand in unserem Land würde kundtun, was er verdient, weil der andere mehr verdienen könnte. Die meisten Menschen machen sich selbst zu Sklaven ihrer materiellen Ansprüche und nehmen dafür Druck, Stress, Frust, Unzufriedenheit – eben einen großen Verlust von Lebensqualität und Freiheit in Kauf. Denken würde hier helfen – aber das ist ja so anstrengend.
    Hab einen entspannten und guten Tag !
    Liebe Grüße von
    Laura, die es wie Thoreau hält: Die sind die Reichsten, deren Vergnügen am wenigsten kosten.

    • Oskar Unke sagt:

      Hallo Laura,
      schön, wieder etwas von dir zu hören 🙂

      Mit der Geheimnistuerei, was den Verdienst betrifft hast du recht. Die meisten Menschen machen daraus ein Geheimnis. Es soll ja auch genug Eheleute geben, die da auch nicht offen und ehrlich sind.
      Meine Devise war jedoch immer: Das wichtigste Gut ist meine Eigenzeit ~~~ oder anders ausgedrückt, mir war wichtiger Zeitmillionär zu sein wie ein millionenschwerer Geldsack. 😆
      Ja, der gute Thoreau hat so manch gute Gedanken in Walden gebracht, oft hätte ich es ihm gerne nachgemacht und auch eine Einsiedler Waldhütte bezogen.
      Wünsche auch dir ein erholsames Wochenende 🙂 Eine fleißige Gartenzeit wird es wohl eher nicht werden, laut Wetteraussichten.
      VG
      Oskar

      PS. Danke auch für deine ausführliche Antwort auf deinem Blog 🙂
      Zum Kommentieren bei dir ist es mal wieder zu spät, anderntags komme ich vorbei.

  2. Irmi sagt:

    Lieber Oskar,
    1967 hatten diese Studien von Herbert Marcuse ihre Berechtigung und
    heute auch noch. Es stimmt: die Deutschen hängen an ihren Statussymbolen: Auto – Haus und evlt. noch Yacht oder Pferd. Alles etwas größer als der Nachbar, zumindest aber ebenso groß. So ist das eben.
    Einen sonnigen Tag wünscht dir
    Irmi

    • Oskar Unke sagt:

      Hallo Irmi,
      Danke für deinen Besuch 🙂
      Schlimm finde ich auch die Markengläubigkeit, die auch nicht ausrottbar ist.
      H. Marcuse war damals bei den Studenten ein „Star“. Der eindimensionale Mensch ist heutzutage noch ausgeprägter wie damals. Horkheimer und Adorno sowie Erich Fromm sahen die Gesellschaft und den einzelnen Menschen so ähnlich. Die wenigsten Menschen haben auch eine festgefügte und fundierte Eigenmeinung.
      Wünsche dir ein erholsames Wochenende. 🙂
      Mit dem Wetter wird es ja nicht so weit her sein. Sturm und Regen 🙁
      VG
      Oskar

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