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Archiv der Kategorie Gedichte
Schade! Nun ist es wieder vorbei
23.7.2010 von Oskar Unke.

Gestern Abend und heute den ganzen Tag, haben die zwei letzten singenden Amseln auch noch ihren Gesang eingestellt. Nun ist es ziemlich ruhig geworden, nur ab und zu höre ich noch den Hausrotschwanz. Noch nicht einmal mehr die Spatzen sind so zu hören, weil sie im Gegensatz zu früher, doch wirklich weniger geworden sind. Die einzigen Vögel die nervend noch zu hören sind, sind die dämlichen Elstern mit ihrem Gerätschel.
Auf den Frühling und den Vogelgesang freue ich mich schon sehr früh im Winter. Für mich ist der Frühling, oder die drei Monate April, Mai und der Juni die schönste Jahreszeit. Natürlich finde ich auch den Sommer erfreulich und schön, besonders wenn er meinem Ideal entspricht.
Das Lied der Vögel
Wir Vögel haben’s wahrlich gut,
Wir fliegen, hüpfen, singen.
Wir singen frisch und wohlgemut,
Dass Wald und Feld erklingen.
Wir sind gesund und sorgenfrei,
Und finden, was uns schmecket;
Wohin wir fliegen, wo’s auch sei,
Ist unser Tisch gedecket.
Ist unser Tagewerk vollbracht,
Dann zieh’n wir in die Bäume,
Wir ruhen still und sanft die Nacht
Und haben süße Träume.
Und weckt uns früh der Sonnenschein,
Dann schwingen wir’s Gefieder,
Wir fliegen in die Welt hinein
und singen unsre Lieder.
(August Heinrich Hoffmann von Fallersleben 1798 - 1874)

Wenn die Sonne in den Löwen geht,
die größte Hitze als dann entsteht.
Na, na, da lassen wir uns mal überraschen. Nach alten Lostagen und Wetterregeln kann man auch nicht mehr so recht gehen.
Geschrieben in Gedichte, Gartenwelt, Wetterkunde, Walzbachtal, Oskars Notizkladde, Oskar Unke | Drucken | 2 Kommentare »
Abendstimmung
19.6.2010 von Oskar Unke.
Abendstimmung
Des Morgens lacht wie eine junge Frau,
Streng blickt am Abend meine Ufenau,
Durch Flutendunkel geisterhaft gestreckt,
Von nahen Bergesschatten zugedeckt.
Lang hat sich das Soldatenschiff ergetzt
An einem Echo. Beide schweigen jetzt
Verklungen ist der Vesperglocke Schall,
Ein dunkler Friede waltet überall.
Wär ich ein Jüngling voller Leidenschaft,
Beängstigt von der eignen Lebenskraft,
In Tränen löste sich, was bang und wild
Ein junges Herz bestürmt, vor diesem Bild.
Nun hab ich handelnd meine Glut gedämpft,
Den Vesperfrieden hab ich mir erkämpft
Und schreite, wann du, Sonne, dich entfernst,
Getrost durch diesen tiefen Abendernst.
In den gestrengen Zügen der Natur
Empfind ich die verwandte Seele nur.
[Meyer: Huttens letzte Tage. Klassische Werke, Meyer-SW Bd. 2, (S. 428)]

Abendstimmung in Untergrombach am Baggersee
Nachdem es uns dort oben auf dem Michaelsberg doch zu windig und ungemütlich war, sind wir runter nach Untergrombach und am See noch etwas gelaufen.

Abendstimmung am See
Gegen Abend
Nun hängt nur noch am Kirchturmknopf
Der letzte Sonnenschein;
Bald werden auch die Höhen
Ganz ohne Sonne sein.
Und Silberglanz dann überall;
Des Mondes blasses Licht
Umschüttet unsre Laube,
Umleuchtet dein Gesicht.
Der Mond, das Licht der Küsse,
Das alles zaubrisch macht:
Komm, Nacht, mit deinen Gnaden,
Du liebereiche Nacht!
[Bierbaum: Irrgarten der Liebe - Bibliothek der deutschen Lyrik - Bierbaum-Irrgarten, S. 8]
Geschrieben in Gedichte, Reflexionen, Oskars Notizkladde, Oskar Unke | Drucken | Keine Kommentare »
Liebs Pferdl
2.6.2010 von Oskar Unke.
Liebs Pferdl sag, stimmt es so?
Wo liegt das Glück?
Es liegt das Glück nicht in den Dingen,
sondern in der Art und Weise,
wie sie zu unsern Augen,
zu unserem Herzen stimmen.
(Jerimias Gotthelf)
Geschrieben in Gedichte, Lena, Oskars Notizkladde, Oskar Unke | Drucken | 1 Kommentar »
Herbstgedanken
25.9.2009 von Oskar Unke.

Herbst in Oskars Märchengarten
Herbst
Wenn ich an einem schönen Tag
Der Mittagsstunde habe acht,
Und lehne unter meinem Baum
So mitten in der Trauben Pracht:
Wenn die Zeitlose übers Tal
Den amethistnen Teppich webt,
Auf dem der letzte Schmetterling
So schillernd wie der frühste bebt:
Dann denk’ ich wenig drüber nach,
Wie’s nun verkümmert Tag für Tag,
Und kann mit halbverschlossnem Blick
Vom Lenze träumen und von Glück.
Du mit dem frischgefallnen Schnee,
Du tust mir in den Augen weh!
Willst uns den Winter schon bereiten:
Von Schlucht zu Schlucht sieht man ihn gleiten,
Und bald, bald wälzt er sich herab
Von dir, o Säntis! ödes Grab!
[Droste-Hülshoff: Gedichte - Die Ausgabe von 1844 -. Droste-Hülshoff SW Bd. 1, S. 77-78)]
Manchmal macht es mich ein wenig traurig, wenn sich der Sommer dem Ende zuneigt. Besonders wenn ich dann sehe, wie sich die Schwalben sammeln und bald nicht mehr dasein werden. (Nach dem Motto: Ich schau den kleinen Schwalben nach und fange an zu träumen…) Natürlich verlassen uns auch andere Singvögel in Richtung Süden. Oft denke ich dann, hoffentlich kommen sie im nächsten Frühjahr alle wieder wohlbehalten zurück. Vorm Herbst an sich ist mir nicht bange, jede Jahreszeit hat ihre Reize. Wird mir der Oktober zu neblig, der November zu grau und trist, der Dezember zu dunkel und naßkalt, geben sie mir keine Gelegenheit in das blau-weiße Himmelszelt zu träumen, dann schaue ich halt einwärts. Betrachte meine Bilder und schwupps kann ich mit meinen Visionen und Gedanken, auf einen imaginären Matrixstrahl in die weite Welt enteilen. Am schlimmsten sind ja eigentlich nur die zwei dunklen und meistens tristen Monate November und Dezember. Im Januar nehmen die Tage schon wieder zu, oft scheint schon die Sonne und lacht ein blauer Himmel. Wie oft waren schon bei uns der Januar und Februar recht mild und freundlich. Träumen läßt es sich in jeder Jahreszeit

Bilderimpressionen in Oskars Bunkerwelt
Geschrieben in Melancholie, Gedichte, Traumwelten, Sehnsuchtswelten, Oskars Notizkladde, Reflexionen, Oskar Unke | Drucken | 1 Kommentar »