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Archiv der Kategorie Reflexionen

Nachtgedanken: Warum werden wir eigentlich krank?

nachtgedanken2 160

Seit meiner eigenen Erkrankung kürzlich, treiben mich diese Gedanken vermehrt um, alte Überlegungen gehen mir durch den Kopf, alte Aufzeichnungen habe ich flüchtig durchgesehen.

Es gibt sehr viele internationale Studien zu diesem Themenkomplex, selber hatte ich einmal über 1000 Studien ausgewertet, andere Quellen durchgeforstet, doch zum Schluß war ich nicht schlauer, nicht wissender, sondern eher noch ratloser, denn es gibt keine eindeutigen Kriterien und Antworten auf diese Grundfrage.

Wertet man Berfragungen von gesunden Menschen aus, berfrägt man ältere Menschen, warum sie ihrer Meinung nach so gesund alt geworden sind, bekommt man tausenderlei verschiedene Antworten. Eine vor Jahren an der Uni Heidelberg durchgeführte Mega-Studie, brachte auch kein Licht in dieses komplexe Thema.

Eine schweizerische HP beschäftigt sich auch mit diesem Thema.
Der Betreiber der Webseiten frägt sich:
“Grundfrage:
Wissen Sie warum wir eigentlich Krank werden? Warum wir Unfälle mit schweren folgen haben? Oder kennen Sie die Situation? Nichts ahnend hören Sie von einem Bekannten, der plötzlich schwer erkrankt ist. Dann sind Sie vielleicht überrascht. Der? Der hat doch immer so gesund gelebt.”
(Warum - wir - krank - werden )

Gesundheit erbitten sich die Menschen in ihren Gebeten von den Göttern; dass es aber in ihrer Hand liegt, diese zu erhalten, daran denken sie nicht. Indem sie vielmehr durch Unmäßigkeit das Gegenteil davon bewirken, werden sie durch ihre Begierde selbst zu Verrätern an ihrer Gesundheit.
(Demokrit 460 v Chr.)

Wobei dies voll und ganz stimmt. ABER! Es gibt genügend Beispiele von Menschen, die gegen all die gesunden Ratschläge und Maximen verstoßen haben, gesündigt an allen Ecken und Enden und sind doch relativ alt geworden bei erträglicher Gesundheit.

Medienflut

maske-gr-si

Durch den Freitod von Robert Enke ist eine wahre Medienflut über alle Medien- und Kommunikationskanäle entfacht worden.
An den vielen Deutungen, Spekulationen und sonstigen Dingen will ich mich nicht beteiligen. Nach längerer Zeit habe ich allerdings in einem Blog mal wieder einen Kommentar abgesetzt.
Besonders ein Kommentar hatte da doch mein Mißfallen hervorgerufen.

Deswegen ein paar Reflexionen zu Depressionen:

Leserkommentar bei AllesAlltäglich:

Um ein wenig zur Sachlichkeit beizutragen:

Die Krankheit „Die Depression“ gibt es so nicht, sie hat viele Facetten, viele Ursachen, ist sehr oft irrtümlich belegt, genauso wie „Streß“ und viele andere Begriffe / Krankheiten.

Ein paar Leuten hier, die wenn auch teilweise nur unterschwellig, Unverständnis für die „Reaktion“ eines suizidalen Depressiven äußern, sei in Erinnerung gerufen:
„Es gibt nur wenige psychisch Kranke, deren Leiden nicht irgendwann zu der Frage führt: Kann ich, will ich so weiterleben? Depressive Verstimmungszustände, Psychosen aus dem schizophrenen Formenkreis, Abhängigkeitserkrankungen, psychogene Reaktionen und Persönlichkeitsstörungen bringen für viele Kranke soviel Leid und soviel Erschütterung in ihren Beziehungen zu anderen Menschen mit sich, daß sich Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung ausbreiten. Dies aber sind die wichtigsten Risikofaktoren, die eine Suizidgefährdung mit sich bringen und die zum “präsuizidalen Syndrom” und schließlich zur Suizidhandlung führen können. Aber auch bei Menschen, bei denen bis dahin keine psychische Störung bekannt war, können Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung in eine Suizidhandlung münden.

Suizid ist ein menschenmöglicher Akt. Keiner von uns ist vor Suizidgedanken sicher. Ob daraus ein Suizidversuch wird, liegt meist an der Häufung komplizierter Umstände. Ob daraus ein vollendeter Suizid wird, mag sogar eine Frage von Glück oder Unglück sein, rechtzeitig gefunden zu werden oder eine gerade nicht tödliche Dosis an Medikamenten geschluckt zu haben. Manche Autoren fordern ein Recht auf Suizid ein, auf die Freiheit, Hand an sich zu legen, wenn die persönliche Bilanz ergeben hat, daß sich Weiterleben nicht lohnt. Der Psychologe Walter A. Scobel formuliert: “Jeder suizidale Mensch, ob er nun krank ist oder gesund, verdient Achtung statt ghtung, Anteilnahme statt Ablehnung, Verständnis statt intoleranter Verurteilung, Mitgefühl statt Bestrafung und Entmündigung, Hilfe statt Gleichgültigkeit. Tot sein und nicht mehr weiterleben wollen sollte als möglicher und einsehbarer Impuls der menschlichen Psyche akzeptiert und nicht länger tabuisiert und diskriminiert werden.” (Einleitung von: Umgang mit suizidalen Patienten - Laufen am Abgrund (aus Via medici 4/97) Prof. Dr. Asmus Finzen, Dr. Ulrike Hoffmann-Richter)

Menschen die nicht wissen, was es heißt eine handfeste Depression zu haben, kann ich nur dringlich anraten das Buch von Piet C. Kuiper „Seelenfinsternis – Die Depression eines Psychiaters -“ S. Fischer, 1988, zu lesen, insbesondere das Kapitel Im tiefsten Abgrund S. 143 –
(In diesem vielbesprochenen Buch schildert der niederländische Psychiater Piet C. Kuiper auf beklemmende Weise eine schwere Depression, die ihn in eine tiefe Lebenskrise stürzte und seine Einweisung in eine Klinik notwendig machte. All sein Wissen über seelische Störungen versagte vor seiner eigenen Erkrankung. Nach seiner Genesung schrieb er dieses einmalige Dokument nieder, das zu einem Bestseller geworden ist. »Seine größte Intensität gewinnt Kuipers Bericht bei der Schilderung jener Schuldhölle, in der er während seiner Krankheit unterzugehen drohte. Das Zentralkapitel Im tiefen Abgrund ist eine auch schriftstellerisch unerhörte Innenansicht der Hölle aus der Sicht der Depression.« Ludger Lütkehaus )

„Der Begriff Depression wird in vielen Zusammenhängen verwendet: als ein bestimmtes Gefühl oder Symptom, ein Symptomkomplex oder Syndrom oder eine genau definierte Krankheitseinheit (Beck, 1970). Während in der Alltagssprache jemand als depressiv bezeichnet wird, der nach einer Enttäuschung traurig oder lustlos ist, ist letzteres für die »Diagnose Depression« weder eine hinreichende noch notwendige Bedingung. Depression kann sich auf unterschiedlichen Ebenen manifestieren (nach Beck, 1970; Hautzinger, 1981; Faust et al., 1983).
Kielholz (1971) systematisiert die Symptome in Grundsymptome und akzessorische Symptome. Zu den Grundsymptomen zählt er die depressive Grundstimmung (z. B. »Gefühl der Gefühllosigkeit«), die Denkhemmung, die Hemmung der zentrifugalen Funktionen (z. B. Willenshemmung, Antriebsmangel). Die akzessorischen Symptome beinhalten stimmungsbedingte Wahnideen, insbesondere Versündigungs-, Insuffizienz-, Verarmungs- und nihilistische Ideen sowie somatische Erscheinungen. Für die Zuordnung zu den Unterformen sind neben der Ausprägung der Symptome Informationen über Verlauf und Dauer der Symptome, Vorhandensein anderer körperlicher oder psychopathologischer Krankheiten sowie belastender Lebensereignisse notwendig. Der Ausprägungsgrad kann durch psychologische Testverfahren erfaßt werden (Blöschl, 1981).

Es sind viele Versuche unternommen worden, die Symptomvielfalt zu klassifizieren, mit dem Ziel einer möglichst eindeutigen Zuordnung zu klar definierten Krankheitseinheiten mit spezifizierter Jiologie, Verlaufscharakteristika und unterscheidbaren Reaktionen auf verschiedene Behandlungsformen (für einen Überblick siehe Linden, 1979; Benesch, 1981). Kraepelin (1913)“

„Die meisten europäischen Klassifikationen sowie die Internationale Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation (ICD-9 / 10) unterscheiden weiterhin endogene und neurotische Depression sowie innerhalb der endogenen Depression unipolare und bipolare (d. h. mit depressiven und manischen Phasen) Formen. (Kielholz, 1971; Roth/Barnes, 1981). Der Endogenitätsbegriff gehört zu den umstrittensten in der Psychiatrie (Schulte/Tölle, 1971). Damit ist so Unterschiedliches gemeint wie eine aus sich selbst heraus entstandene Krankheit sowie erbliche oder somatische Genese (Schulte/Tölle, 1971) oder auch eine besonders schwere Form der Depression. Übereinstimmung besteht jedoch inzwischen dahingehend, daß auch im Vorfeld endogener Depression kritische Lebensereignisse auftreten und mit dem Krankheitsgeschehen interagieren können.“
Aufgrund verschiedener faktoren- und clusteranalytischer sowie Längsschnittstudien wurde auf deskriptive Weise versucht, Unterscheidungskriterien von endogener und neurotischer Depression zu bestimmen. Matussek et al. (1981) identifizierten folgende Symptome für die endogene Gruppe: abgrenzbare Qualität der Depression, Verlust der Reagibilität, Hemmung, Morgentief, Rückzug der Patienten, Störung der tageszeitlichen Rhythmen, Appetitverlust, Schlafstörungen. Neurotisch Depressive stellen im Vergleich mit endogen Depressiven eine heterogene Gruppe dar mit den Merkmalen: neurotische Persönlichkeitsstruktur, Reagibilität, Traurigkeit als qualitativ nicht abgrenzbar von normaler Traurigkeit und Hypochondrie (Matussek et al., 1982). Endogen Depressive sprechen besser auf trizyklische Antidepressiva an, die Remission ist stabiler (Matussek et al., 1981; Roth/Barnes, 1981).
[Depression : Handwörterbuch Psychologie, S. 493 - 496 (vgl. HWB Psych., S. 102) ]

In der Psychologie und Psychiatrie unterscheidet man unipolare affektive Störungen (Depression oder Manie) von den bipolaren affektiven Störungen (die „manische-depressive“ Bipolare Störung).

November II 013
In diesem Band sind gemalte Bilder die in der Therapie entstanden.

Die Langsamkeit brauche ich nicht erst entdecken

Nebelbaum Matrixwelten

Langsamkeit und Müßiggang habe ich zu meinem menschenfreundlichen Lebensprinzip erhoben. :lol:

Man könnte auch sagen: die Bedächtigkeit, das Achtsamsein mit mir selber und den anderen, den vorsichtigen Umgang mit sich selber und den Dingen ist meine Lebensmaxime. Die stoische Ruhe im Sturm des Lebens ist für mich äußerst wichtig. (Für den Stoiker als Individuum gilt es, seinen Platz in dieser Ordnung zu erkennen und auszufüllen, indem er durch die Einübung emotionaler Selbstbeherrschung sein Los zu akzeptieren lernt und mit Hilfe von Gelassenheit und Seelenruhe zur Weisheit strebt.) [1, 2]

Nur ein lebenslanges Bemühen um Selbstformung, das auch den Herausforderungen von Schicksal und mitmenschlichem Umfeld standhält, schafft Aussicht auf die Seelenruhe des stoischen Weisen. Voraussetzung dafür ist eine ausgeprägte Affektkontrolle, die zur Freiheit von Leidenschaften (Apathie), zu Selbstgenügsamkeit (Autarkie) und Unerschütterlichkeit (Ataraxie) führen soll. Unser heutiger Begriff der „stoischen Ruhe“ geht auf diese Eigenschaften zurück. [3]

In den 80er Jahren habe ich mal den Roman von Sten Nadolny. “Die Entdeckung der Langsamkeit” gelesen. Wie schon öfters hatte mich der Titel angesprochen, jedoch auch diesmal enttäuschte mich dieser Roman eher, wie das ich begeistert gewesen wäre.

Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheint: Wir leben nach wie vor in einer Arbeits- und nicht in einer Freizeitgesellschaft. Denn der Leistungsstreß beherrscht längst auch unsere freie Zeit. Dagegen rufe ich die “Pflicht zur Faulheit” aus. Genußvolle Muße, in der Lohnsklavenarbeit keine Rolle mehr spielt, ist angesagt. Ab ihr Affen! In die Sessel dieser Welt …

Philosophen-Bank

Ab auf die Philosophenbank :-)

 

[1, 2, 3] siehe Cicero, Seneca, Plutarch; “Von der Ruhe des Gemütes”,
Cicero “Stoische Ruhe im Sturm des Lebens” u.a.

 

** Gelassenheit **,
Gleichmut, innere Ruhe oder
Gemütsruhe ist eine innere Einstellung, die Fähigkeit, vor
allem in schwierigen Situationen die Fassung oder eine unvoreingenommene Haltung zu
bewahren. Sie ist das Gegenteil von Unruhe, Aufgeregtheit und
Streß. Besonnenheit und innere Ruhe bewahren, ist in dieser aufgeregten Welt doppelt wichtig.

Sehnsucht und Nostalgie

Herbst Garten 10-08 021

Neueren Studien zufolge stärken nostalgische Erinnerungen Psyche und Wohlbefinden.

“Die Vergangenheit ist die
Vorratskammer der Zukunft”
(Redensart)

Wohnung und Garten Mai 02-06 028
Der Tag geht zu Ende

Den Grundstein für das moderne Verständnis von Nostalgie legte der amerikanische Soziologe Fred Davis. Er fand heraus, daß Menschen damit Worte wie “warmherzig”, “gute alte Zeit” und “Kindheit” verbinden.

Prof

Nostalgie stärkt nicht nur das Wohlbefinden, sondern wirkt auch präventiv - wie ein Schutzmantel, der verhindert, daß düstere Gedanken unsere Stimmung trüben. sagt Prof. Kasius

August V 021
Deswegen mag ich auch solche alte Bilder und Motive.

Übrigens ist im neuen Gehirn & Geist (Magazin für Psychologie und Hirnforschung) Heft 11/09 - ein guter Artikel zu diesem Themenkomplex: Nostalgie - Die heilsame Sehnsucht nach gestern, S. 14 -

grüne Menschen

gruenmensch 460

Nein! Ich habe keine Marswesen gesehen und bin auch noch gesund.
Aber von grünen Menschen, von Menschen mit grünem Gesicht habe ich aber vergangene Nacht geträumt. Nun stehe ich ratlos da, kein einziges Traumbuch weiß etwas von grünen Menschen und Gesichtern. Also muß ich meinen Traum mal wieder selber deuten.
Hat sich da jemand über mich grün geärgert. Gut möglich. Denn immerhin habe ich geschäftlich bedingt, gestern zwei Leute in den Senkel gestellt.
Aber an was erinnert es mich noch?
Ach ja! An “das grüne Gesicht” von Gustav Meyrink. Ein okkulter Schlüsselroman.
Wohl in keinem seiner Romane weist Gustav Meyrink so eindrucksvoll den Weg zur geistigen Höherentwicklung wie im “Grünen Gesicht”. Der Grundgedanke dieses 1916 erstmals veröffentlichten Romans ist die Überwindung des Körpers durch den Geist.

Gustav Meyrink wurde 1868 in Wien geboren und starb 1932 in Starnberg. Er gilt als phantasievoller, erfolgreicher, okkultistischer und romantischer Erzähler, der ganz besonders von E.T.A. Hoffmann und E.A. Poe beeinflußt wurde. Seine in farbiger Sprache geschriebenen Romane und Novellen, besonders aus der gespenstischen-hintergründigen Atmosphäre des alten Prag, stellen Grotesk-Absurdes und Mystisch-Unheimliches nebeneinander, mischen schwermütigen Ernst, grausige Vision, irnischen Scherz und bittere Satire gegen Spießertum, Heuchelei und Bürokratie der Jahrhundertwende.

“Seltsam bunt wird das Leben, wenn man sich Mühe gibt, es in der Nähe zu betrachten, und den sogenannten wichtigen Dingen den Rücken kehrt, die einem nur Leid und Verdruß bringen”, …. (Das grüne Gesicht)

“Wahrhaftig, man glaubt die ‘Grundlage des zwanzigsten Jahrhunderts’ vor sich zu haben: außen brummliges Gelehrtengetue und innen – der Schrei nach Geld oder Weibern”, …. (w.o.) Auch heute nicht anders. Vorne die aufgehübschte Fassade, dahinter Pfui und der Pfuhl. Die Verlogenheit und Unaufrichtigkeit hatte schon immer viele Freunde. :-(

getragene Hoffnung und Verheißung

fensterdererkenntnis 460

Fenster der Erkenntnis

 

 

Diese getragene Hoffnung und Zuversicht, braucht der Mensch für ein
harmonisches und glückliches Leben. Wie arm jener, der diese seelischen
Regungen und Schwingungen nicht zu kosten und zu erleben vermag.

 

Es gibt immer etwas, über das wir uns freuen können und das
uns ins Herz trifft, unsere Seele in Schwingung versetzt: sei es ein achtsames Wahrnehmen der Natur,
eines Gartens, eine Nuance eines Teils dieser Natur,
sei es ein Mensch, der uns begegnet,
sei es ein Wort, sei es ein schöner Text oder Gedicht irgendwoher,
oder eine Melodie die aus der Ferne zu uns herüberweht, oder Kirchenglocken. Hach! Ich liebe das getragene herüberwehen, des
Kirchenglockengeläuts, unserer Evangelischen Kirche. Besonders
die 13 Minuten Kirchenglockengeläut, um 18 Uhr, am Samstag (Sonnabend) haben es mir angetan.

 

Alle Dinge haben ihren Ursprung
in einer Vision.
Sie brauchen nur noch
umgesetzt werden.
(indianische Weisheit)

Herbstgedanken

Herbstgedanken
Herbst in Oskars Märchengarten

Herbst

 

Wenn ich an einem schönen Tag
Der Mittagsstunde habe acht,
Und lehne unter meinem Baum
So mitten in der Trauben Pracht:

 

Wenn die Zeitlose übers Tal
Den amethistnen Teppich webt,
Auf dem der letzte Schmetterling
So schillernd wie der frühste bebt:

 

Dann denk’ ich wenig drüber nach,
Wie’s nun verkümmert Tag für Tag,
Und kann mit halbverschlossnem Blick
Vom Lenze träumen und von Glück.

 

Du mit dem frischgefallnen Schnee,
Du tust mir in den Augen weh!
Willst uns den Winter schon bereiten:
Von Schlucht zu Schlucht sieht man ihn gleiten,
Und bald, bald wälzt er sich herab
Von dir, o Säntis! ödes Grab!
[Droste-Hülshoff: Gedichte - Die Ausgabe von 1844 -. Droste-Hülshoff SW Bd. 1, S. 77-78)]

Manchmal macht es mich ein wenig traurig, wenn sich der Sommer dem Ende zuneigt. Besonders wenn ich dann sehe, wie sich die Schwalben sammeln und bald nicht mehr dasein werden. (Nach dem Motto: Ich schau den kleinen Schwalben nach und fange an zu träumen…) Natürlich verlassen uns auch andere Singvögel in Richtung Süden. Oft denke ich dann, hoffentlich kommen sie im nächsten Frühjahr alle wieder wohlbehalten zurück. Vorm Herbst an sich ist mir nicht bange, jede Jahreszeit hat ihre Reize. Wird mir der Oktober zu neblig, der November zu grau und trist, der Dezember zu dunkel und naßkalt, geben sie mir keine Gelegenheit in das blau-weiße Himmelszelt zu träumen, dann schaue ich halt einwärts. Betrachte meine Bilder und schwupps kann ich mit meinen Visionen und Gedanken, auf einen imaginären Matrixstrahl in die weite Welt enteilen. Am schlimmsten sind ja eigentlich nur die zwei dunklen und meistens tristen Monate November und Dezember. Im Januar nehmen die Tage schon wieder zu, oft scheint schon die Sonne und lacht ein blauer Himmel. Wie oft waren schon bei uns der Januar und Februar recht mild und freundlich. Träumen läßt es sich in jeder Jahreszeit :-)

Juni 09 II 015
Bilderimpressionen in Oskars Bunkerwelt

Stille öffnet die Augen und deine Seele

Sehnsucht - beschuetzendekraft 460

Stille öffnet die Augen und deine Seele für die Sehnsucht und eine andere Welt

Phantasie

 

Flöte
Stille Blumen,
In der Liebe Heiligtumen
Nicht entsprossen,
Welken nieder.
Süße Lieder,
Ohne Echo hingeflossen,
Kehren nimmer wieder.

 

Klarinette
Doch zeiget der Spiegel im Quelle,
So freundlich und helle,
Das eigne Gebild;
Wie’s flüchtig in rastloser Schnelle
Sich eilend geselle,
Und Welle an Welle
Dem Leben entquillt.

 

Fagott
Wohnen nicht klar in mir
Des Geistes Gestalten;
Leben, so will ich Dir
Den Busen entfalten;
Wer den eignen Ton nicht hört,
Lausche, bis er wiederkehrt -
Widerschein
Blickt ins dunkle Herz herein.

 

Waldhorn
Des Vorhangs leises Beben
Erschreckt mich nicht,
Und kann ich nicht erstreben
Das eigne Licht:
So wandl’ ich schön und stille
Ein Kind dahin:
Mich grüßt durch fromme Hülle
Ein heil’ger Sinn.

 

Alle
Es eilet jed Leben die eigene Bahn;
Es schauet der Spiegel den Menschen nicht an;
Es küsset die Welle die Welle so gerne,
Und reißet vom Ganzen nicht einer sich los;
Doch blüht einem jeden das Ganze im Schoß,
Und tief durch den Schleier, da weht es von ferne.

 

Flöte
Helle Sterne
Blinken aus der weiten Ferne
Fremdes Licht -
Und die Tränen,
Die sich nach dem Freunde sehnen,
Siehst Du nicht.

 

Waldhorn
Es wandelt voll Liebe im Leben
Die Sonn’ und das Mondlicht herauf;
Doch, wenn wir das eigne nicht geben,
Schließt nimmer der Schatz sich uns auf.

 

Fagott
Was wir suchen, ach, das wohnet,
Unerkannt
Uns im Herzen, unbelohnet;
Und die Hand
Haschet stets nach äußerm Schimmer.
Was wir nicht umfassen,
Das müssen wir lassen;
Denn wir fassen’s sicher nimmer. […]

 

(Für Flöte, Klarinette, Waldhorn und Fagott)

[Brentano: Klassische Werke, S. 50 ( Brentano-W Bd. 1, S. 29-30)]

Wie kann man heute ein Leben in Gelassenheit und innerem Frieden führen? Welche Beziehung hast du zur Stille? Welche Beziehung hast du zu dir selbst?

Heute wichtiger denn je: Pfade der Weisheit neu entdecken.
geistiger Pfad 1: Achtsamkeit / Wahrnehmung des Natürlichen.
geistiger Pfad 2:
Der Pfad der Stille ist verwurzelt in dem Bewußtsein, daß die allumfassende Matrixkraft im tiefsten Grund unseres Selbst gegenwärtig ist. Durch die philosophische Gelassenheit können wir daher in der Stille eine große Kraft und einen mächtigen inneren Frieden erfahren. Aus dieser gelassenen, nicht jedoch passiven Herzensruhe heraus, können wir agieren.

Man stellt dadurch auch fest, daß es eine Tiefe im eigenen Selbst gibt, die intensiver ist, als alle Gedanken, Emotionen und Erwartungen. Eine Stille, die wohltuend durch alle Geräusche, Gespräche und Gedanken hindurchsickert und Frieden verbreitet. [Pastoralpsychologie *]
Eine zeitlang, hatte ich leider meine tief verankerte philosophische Gelassenheit verloren gehabt, nun ruht sie gottseidank wieder in mir.

* Neben der “normalen” Psychologieausbildung (Studium), habe ich auch einen Abschluß in Pastoralpsychologie.

Zeitlos oder ein Loch ist im Eimer

zeitschwund 160

Manchmal komme ich mir sehr zeitlos vor. Es dünkt mir häufig, dem fatalen Irrtum der Zeitlosigkeit verfallen zu sein. Als wenn ich in allen Ewigkeiten in dieser Welt weilen würde. So zeitlos gehe ich jedenfalls dann mit der Zeit um. Manchen Menschen würden dazu vielleicht sagen, Oskar du verplemperst deine Zeit. Komischerweise fühle ich mich meistens auch viel jünger, als ich nun mal tatsächlich bin.

Ewigkeiten II
Zeitlose Ewigkeiten

“… ich habe mich nie wirklich erinnert; niemand hat es je getan. Was für ein Selbstbetrug. All das Erinnern ist nichts weiter, als die Arbeit eines kleinen Teils unseres Geistes, der zufällige Gedanken und Gefühle mit verstreuten, beliebigen Brocken aus der Vergangenheit vermengt. Wir haben uns niemals tief genug erinnert. Wir sind nie wirklich zurückgegangen in der Zeit. Wir haben die Wurzeln unserer selbst nie mit ganzen Geist wahrgenommen.” denkt der ältere Eliot in “Die Lüge der Erinnerung” [1]

Habe auch ich, die Seele der Zeit nicht richtig erfaßt, obwohl ich mich nun schon so lange, mit der Philosophie der Zeit befasse?

“In uns ist eine Weisheit, für deren Wissen und Wollen wir aber blind sind, weil wir hilflos im Strom der Zeit treiben, immer weiter weg vom Ursprung.” [2]

In letzter Zeit, wenn meine Tagtraumgedanken an ein emotionales, unterschwelliges Erinnern andocken, ausgelöst so wie heute, durch ein brummendes Dahinziehen eines einmotorigen Sportflugzeuges, kommt dieses melancholisches Gefühl in mir hoch. Es erinnert mich immer an meine Kindheits- und Jugendzeit in Obrigheim am Neckarstrand. Da ich schon immer ein Wolkenträumer war, lag ich dort oft bei blauweißen Sommerhimmel in den Neckarwiesen und träumte den weißen Wolken nach. Vielleicht rührt daher auch meine Vorliebe her, für tiefblaue Farben (eben himmelsblau). Auch heute noch, träume ich sehr gerne mich in den Wokenhimmel ein.

August V 003
Walzbachtal-Wössingen: Ganz so schön blau war der Himmel zwar heute nicht…

[1+2] Jacob Needleman: Die Seele der Zeit, 1998, S. 25 + 29

Immer wieder faszinierend

Buch Faust 1+2 Teil
Goethe - Faust 1 + 2 Teil

Reprintauflage von 1900 mit vielen Abbildungen - Limitierte Exklusivausgabe.

Buch Faust Inhalt 1
Goethe Faust

Obwohl ich schon sehr oft den Faust gelesen habe und auch schon verschiedene Ausgaben davon habe, habe ich mir auch noch diese Ausgabe zugelegt.

arbeitseifer2 160

Wagner zu Faust

 

Mit euch, Herr Doktor, zu spazieren
Ist ehrenvoll und ist Gewinn;
Doch würd’ ich nicht allein mich her verlieren,
Weil ich ein Feind von allem Rohen bin,
Das Fiedeln, Schreien, Kegelschieben
Ist mir ein gar verhaßter Klang;
Sie toben, wie vom bösen Geist getrieben,
Und nennen’s Freude, nennen’s Gesang.
(S. 19 - Erster Teil)

 

Ihr bringt mit euch die Bilder froher Tage,
Und manche liebe Schatten steigen auf:
Gleich einer alten halb verklungnen Sage,
Kommt erste Lieb’ und Freundschaft mit herauf;
Der Schmerz wird neu, es wiederholt die Klage
Des Lebens labyrinthisch irren Lauf,
Und nennt die Guten, die, um schöne Stunden
Vom Glück getäuscht, vor mir hinweggeschwunden.
(Faust - Aneignung - 3)

 

Ist es das Alter? Ist es Nostalgie?
Auch ich denke in letzter Zeit oft an vergangene Zeiten.

Beim Umräumen der Bibliothek…

nDigi-Cam - September 08 059

Beim rumkruschteln in meinen Dachstuben ist mir die Johannes Erzählung in die Hände gefallen. Wie so oft, habe ich mich eine Weile damit verweilt.

Die Erzählung handelt von einem jungen Angestellten mit Johannes, einem geheimnisvollen alten Mann. Diese Begegnung, die unter spannenden und äußerst mystischen Umständen stattfindet, gerät für den jungen Mann zum Zusammenbruch der Scheinwelt aus lauter Lügen und Kompromissen, die wir alle um uns herum aufgebaut haben. Ihm wird bewußt, wie sehr er und seine Mitmenschen in ihrer Feigheit gefangen sind, in einer Feigheit, die alle an der Entwicklung ihrer Fähigkeiten behindert. Seine Lügenwelt bricht zusammen und er muß schmerzlich erkennen, daß er mit all seinen progressiven Ideen nur ein Ziel verfolgt hat: sich selbst zu verstecken.

Bücherkorb

“Weißt du, was ein totes Gespräch ist? So reden fast alle. Es ist, wenn man mit geschlossenen Augen, mit verriegeltem Gehirn und mit einer zugemauerten Seele redet und zuhört. Dieses viele tote Denken und tote Reden hat uns Menschen auseinandergebracht. In solchen Fällen sollten wir durch Schweigen, Schauen und Fühlen uns öffnen. Vielleicht kommen wir alle dann wieder zusammen.” spricht der alte Mann… zu dem jungen Angestellten (S. 51)

Körner, Heinz: Johannes - Erzählung - 1. Auflage 1978 - 12. Auflage 1983, erschienen im lucy körner Verlag, das Buch kostete damals 12.- DM

Die Nacht Du bist nicht allein

Schiller - Die Nacht Du bist nicht allein