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Archiv der Kategorie Till Eulenspiegel

Selbsterkenntnis oder Wer bin ich?

Maskenduo

Oder mit Schopenhauer: “Von dem, was einer ist.”
Jedenfalls ist Selbsterkenntnis die Antwort auf die Frage „Wer bin ich?“
Selbsterkenntnis ist kein Verstandesakt (intellektuelle Sicht), ja nicht einmal ein mentaler oder emotionaler Akt, sie kann auch nicht von außen vermittelt werden. Sondern sie kann nur in einem selbst stattfinden, indem man herausfindet, wer dieses „Ich“ oder „Selbst“ ist, mit dem man die Welt wahrnimmt.

Schopenhauer sieht es so: Das Schlüsselwort der Schopenhauerschen Grundbestimmung Was einer ist lautet Unterschiede. Sie sind von der Natur zwischen die Menschen gesetzt. Diese echten persönlichen Vorzüge seien durchgreifender für Glück oder Unglück als das, was man besitze oder was der Einzelne in den Augen anderer sei. Sie würden mehr als Herkommen, als Rang oder Reichtum bewirken. Denn inneres Behagen oder Unbehagen liege in der Hauptsache in dem, was in einem selbst bestehe oder vorgehe.

Bei gleicher Umgebung lebt doch jeder in einer anderen Welt.

“Dieselbe Begebenheit, welche sich in einem geistreichen Kopfe interessant darstelle, würde, von einem flachen Alltagskopf aufgefaßt, auch nur eine schale Szene aus der Alltagswelt sein.” (Schopenhauer)

affespiegel 155

Oder wie es Oskar zu sagen beliebt: Wenn ein Affe in den Spiegel hinein schaut, kann kein Apostel zurück schauen.

Nun ließe sich sowohl über Selbsterkenntnis, Wer bin ich, Schopenhauers Was einer ist und Von Dem, was Einer vorstellt, sehr viel schreiben, aber sehr oft haut es dann bei mir in letzter Zeit eine Sperre rein, wenn mir in den Sinn kommt, wie der Normal-Internet-Surfer liest, nämlich quasi gar nicht, er überfliegt den Text nur und die wenigsten lesen längere Texte. :-( Die Bildchengucker werden immer mehr und sonstige Schwachomaten sind so langsam in der Überzahl…

Das Erlebnis der besonderen Art

Till Eulenspiegel6x 460

Als fürsorglicher Gemahl, hatte ich heute einen Arzttermin beim Orthopäden, für Gemahlin auszumachen.
Also flugs die Nummer gewählt, aber es meldete sich keine menschliche Stimme, nein, eine endlose Schleife von süßlicher Sphärenmusik fand den Weg in meine Horchgänge. Süßer die Glocken nie klingen können, ich wähnte mich im Elfenparadies und ein Chor lieblicher Harfenklänge säuselte mich ein.
Bis mich plötzlich eine laute Stimme aus dem Paradies vertrieb.
“Haaalllooo, haalooo, sind sie noch dran.”
Das die Leute aber auch immer so laut sein müssen, ein alter Mann ist doch nicht zwangsläufig schwerhörig.
Ja, ich bin noch dran, aber nun haben sie mich so unsanft aufgeweckt, nun weiß ich nicht mehr was ich wollte. “Ja, wollten sie vielleicht einen Termin ausmachen?” Ja, genau, jetzt wo sie es sagen, so ist es, ich brauche einen Sprechstundentermin für meine Frau. Aber oh Schreck!!!
Erst Mitte Dezember ist einer zu bekommen. Das Volk der teutonischen Pfahlbürger, ein sieches und lahmendes Volk? Ein Praxenhockervolk, Weltmeister im Arztbesuch, Weltmeister im Pillenfraß … smiley-aua

Einerseits zwar kein Wunder, bei diesen gesellschaftlichen Verhältnissen, aber die Arzt- und Medizingläubigkeit ist im Volk doch gewaltig.

Mobbing, Stress und Konkurrenzdruck sind Gründe, warum immer mehr Beschäftigte an berufsbedingten psychischen Störungen erkranken.

Immer mehr Beschäftigte leiden unter der zunehmenden Arbeitsintensität. Fast jeder dritte Arbeitnehmer hat psychische Probleme wegen Hektik, Zeit- und Termindruck am Arbeitsplatz, ergibt eine gestern veröffentlichte Studie des Wissenschaftlichen Instituts der AOK. Aber auch körperliche Belastung sei weiter ein Problem.
Dieses Problem ist im Betrieb meiner besseren Ehehälfte auch gewaltig am Aufkochen. Nach den Entlassungswellen wollen sie nun das letzte aus dem verbliebenen Rest der Arbeitnehmer herauspressen. Nun wähnen sie sich dank der schwarz-gelben, neoliberalen Politikergarden am längeren Hebel.
Arbeit macht krank - Klagen über Hektik und Rückenschmerzen haben stark zugenommen.

Psychische Belastungen am Arbeitsplatz stellen für viele Arbeitnehmer erhebliche Probleme dar. Fast jeder Dritte leidet stark unter Hektik, Zeit- und Termindruck.

Till Eulenspiegel3 460

Aber die Lait glauben ja nicht dem Oskar, der schon immer sagte:
Arbeit schändet nicht, aber sie schindet!

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