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Bildung wie sie sein sollte
2.4.2009 von Oskar Unke.

Universelle Bildung stirbt aus, Studenten lernen, was dem eigenen Fortkommen nützt. Aber nicht überall: Das amerikanische St. John´s College vermittelt zeitloses Wissen von Philosophie bis Physik. Wer diesen Rundflug meistern will, hat vier Jahre lang ein extremes Lesepensum.
Die Gelehrten von St. John´s
praktizieren es anders:
“…. Er ist Herr über einen Campus, auf dem Bildung gelebt wird wie an kaum einem anderen Ort. “Great Books” heißt das Bachelor-Programm, gelesen werden nur die Klassiker - und das in allen Disziplinen.
Von Homer bis zu Hegel und Heisenberg
Es ist ein Programm, das an die alten Gelehrten erinnert, an Leonardo da Vinci, an Gottfried Wilhelm Leibniz: Sie hatten noch eine universelle Bildung, waren Experten in Mathematik und Medizin wie in den freien Künsten und Philosophie - was heute kaum mehr möglich ist.
Die Wissenschaft spezialisiert sich in allen Disziplinen immer weiter, parzelliertes Wissen dominiert das Studium, die Fächervielfalt wächst stetig. Ein Blick in den Hochschulkompass der Rektoren zeigt:
Allein an den deutschen Hochschulen gibt es rund 8900 grundständige und 4700 weiterführende Studienangebote, zerklüftet in viele hundert Einzelfächer von Abenteuerpädagogik bis Zukunftsenergien.
Dagegen wird am St. John’s College seit Jahrzehnten ein und dasselbe Programm angeboten. Es ist so zeitlos wie die Klassiker selbst. Die Studenten kommen für vier Jahre in die Kleinstadt rund 40 Kilometer östlich von Washington - vier Jahre für die Lektüre der epochalen Werke in Politik und Gesellschaft, Philosophie und Theologie, Geschichte, Literatur, Mathematik und den Naturwissenschaften.
ie Seminare beginnen bei den Wurzeln westlichen Denkens: Platon, Aristoteles, Sophokles, Homer. Das Studium folgt dann der Chronologie der Geschichte, von der griechischen Antike geht es weiter zum Römischen Reich, dann zum Mittelalter mit Autoren wie Augustinus und Thomas von Aquin. Im dritten Jahr stehen Werke und Theorien aus dem 17. und 18. Jahrhundert im Mittelpunkt, ehe im vierten und letzten Jahr die größten Herausforderungen warten - Hegel, Nietzsche, Heidegger. […]”
(1&1 Portal)
Umfassende Bildung statt Trümmerwissen
Die Umstellung auf Bachelor und Master macht den Blick über den Gartenzaun der eigenen Disziplin noch schwieriger, Allgemeinbildung verliert an Wertschätzung.
Dementsprechend ist auch der Zustand an den Universitäten und dementsprechend viele Fachidioten haben wir heute. Das Studium wird immer mehr verschult. Wenn ich da heute meine Studienfächer so anschaue, was da abläuft … es ist ein Graus ![]()
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Geschrieben in Wissenschaft + Forschung, Oskars Notizkladde, Absurd-AG | Drucken | 1 Kommentar »