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Archiv der Kategorie Zeitempfinden

Verspätete Sonntagsgedanken

August III 005

“Ach, spricht er, die größte Freud, ist doch die Zufriedenheit.”
(Wilhelm Busch)

Ein jegliches hat seine Zeit, und alles hat seinen Tag und seine Stunde.
Womit nehmen wir eigentlich das Verstreichen der Zeit wahr? Oft meine ich, so ein Tag, so ein Sonntag ist zeitlos. Würde mich nicht meine Uhr mit ihrem Gongschlag daran erinnern, habe ich oft kein Zeitgefühl für die Vergänglichkeit der Zeit. Ist Zeit nur eine Konstruktion des Denkens, des vom Fühlen abgekoppelten neuronalen Gehirn-Denkens?

August III 010

Wenn die Steine schwimmen,
versinken die Blätter.

 

(Japanische Redensart)

Auf der Suche nach der verlorenen Zeit?

zeitschwund 160
Vorhin, als ich mit der Taschenlampe im Hof rumgelichtert bin… ;-) Nein, liebe Nachbarn! Ich kann euch beruhigen, nicht die verlorene Zeit habe ich gesucht, sondern ich war nur ganz popelig normal auf Schneckenjagd. Diese Nacht war jedoch meine Beute nicht so zahlreich, wie die vergangene Nacht. Da saß aber so ein fettiges Biest gierig auf meiner üppigen Petersilie und wollte sich daran gütlich laben. Häh! Die braucht nun nichts mehr.

Dazu fällt mir nun Marcel Proust ein und sein Buch:”Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“, dieses Buch las ich einmal vor vielen Jahren. Der Titel lockte und animierte mich. Die philosophische Betrachtung, die Reflexion über die Zeit, ist seit undenklichen Zeiten eines meiner Steckenpferde. Aber irgendwie war ich dann doch enttäuscht von dieser Lektüre, nur wenige Stellen fand ich erinnernswert.

Auf der Suche nach der verlorenen Zeit ist ein Roman der Erinnerung. Dabei unterscheidet der Autor zwischen freiwilliger Erinnerung, die immer unvollständig und oft beängstigend ist, und unfreiwilliger Erinnerung.

Der Ich-Erzähler bemerkt, dass die Vergangenheit einzig in seiner Erinnerung noch bewahrt ist. Er erkennt am Ende seines Lebens, dass er über seinen Liebesaffären und Kontakten zu belanglosen Menschen nie die Zeit und die Mühe aufbrachte, das Kunstwerk zu schaffen, das er sich vorgenommen hatte. Die letzte Möglichkeit ist, den Roman seiner Erinnerungen zu schreiben, die mit seinem Tod sonst unwiederbringlich verloren gingen. Und so endet der Roman, indem der Autor beginnt, ihn zu schreiben. „Verlorene Zeit“ ist damit mehrdeutig:

* Zeit, die der Erzähler vergeudet hat;
* Zeit, die unwiederbringlich verloren ist, wenn sie nicht in der Erinnerung oder in einem Kunstwerk konserviert wurde; (Wiki)

Destotrotz habe ich heute auch ein wenig die Zeit vertan. Meine Müßiggangader machte sich heute mal wieder intensiv bemerkbar. :-) Das Wetter lud ja auch regelrecht dazu ein. Der Tag begann mit einem wunderschönen blauen Himmel. Leider hielt dies nicht an, gegen Mittag war es doch auch wolkiger. Gegen Abend wurden die Wolken jedoch wieder weniger. Schön warm war es, ein Tag zum Faulenzen. Die Nacht ist noch sehr mild, mit 18° C und aktuell ungefähr 1/3 Bewölkung.

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