Wissenschaft als Ideologie und Religion

bartkauz - groß 2

"Erkenntnis für freie Menschen" Paul Feyerabend bezeichnet den Umgang mit der modernen Wissenschaft als ein neuzeitliches Dogma, vergleichbar der Einstellung zur katholischen Kirche. Er kritisiert in seinem Buch: "Erkenntnis für freie Menschen" die moderne Wissenschaftspraxis als Ideologie. Er stellt die Wissenschaft als eine Tradition gleichberechtigt neben andere Traditionen, nimmt ihr dabei den überlegenen Status. Paul Feyerabend richtet sich grundsätzlich gegen eine allgemeingültige Methode. Demnach gibt es "keine einzige Prozedur, Regel, es gibt keinen Maßstab der Vortrefflichkeit, der jedem Forschungsprojekt unterliegt und es ‚wissenschaftlich‘ und daher vertrauenswürdig macht". In "Wider den Methodenzwang" – Entwurf einer anarchistischen Erkenntnistheorie – (1976), stellt P. Feyerabend zwei Fragen: "Was ist die Wissenschaft – wie geht sie vor, was sind ihre Ergebnisse?" und "Was ist die Wissenschaft wert – ist sie ein Mythos unter vielen?" …. Auf die zweite Frage reagiere, sagt Feyerabend, die Wissenschaft wie früher die Kirche nach dem Motto: "Die Lehre der Kirche ist wahr, alles andere ist heidnischer Unsinn." Diese Argumentation wird vom Staat noch abgesegnet, denn schließlich braucht er die Wissenschaft, und die Wissenschaft braucht ihn, denn wie sollte sie sonst existieren.

pcp
pcp[1]

Die am ichesten Gesellschaft

Tor wohin?

Im Zeitalter des Narzißmus

Die Zeichen der Zeit stehen auf Narzißmus. Aus einer psychiatrischen Diagnose ist eine selbstverständliche und öffentlich zelebrierte Charakteristik geworden. Hochmut, Arroganz und Überheblichkeit begegnet einem auf Schritt und Tritt. Narzißmus ist zur geltenden Lebensauffassung geworden, ein Abend im teutschen TV, ein Schlendertag in der Stadt, offenbart die Alltäglichkeit dieser Störung.
Die Welt ist voller Narzißten, überall begegnen wir narzißtischen Persönlichkeiten und Narzißmus ist zum Kult geworden, meint Psychiater Reinhard Haller.
In seinem Buch: Die Narzissmusfalle, Ecowin, Salzburg 2013, beschreibt er diese gesellschaftliche Flut an Narzißten und Narzißmus.

“Die ganze Welt wird immer narzisstischer, die narzisstische Epidemie ist aus- und das Zeitalter des Narzissmus angebrochen.” schreibt er in diesem Buch.

”Wird unser Zeitgeist von narzisstischen Elementen wie Selbstdarstellung, Egozentrizität, Größengefühl, Überheblichkeit, Ruhmsucht oder Machogehabe bestimmt? Spiegeln sich in Selbstdarstellung und Gefühl der eigenen Grandiosität gesellschaftliche Grundstimmungen wider?”
Sehr gut ist dieser Narzißmus auch im Autokult und der Fahrweise des teutonischen Möchtegern, mit seinem aggressiven Fahrstil und dem Imponiergehabe festzustellen.

“Viele Zeichen sprechen für eine ungesunde individuelle und gesellschaftliche Entwicklung, nämlich eine Zunahme von Egoismus, Eigenbezogenheit, Gier und übersteigertem Selbstwert.” (R.Haller)

Fensterwelt

„Der Sozialismus ist gescheitert, weil die Menschen mehr haben wollten, als zu bekommen war, der Kapitalismus scheitert, weil die Menschen mehr verbrauchen, als sie verdient haben.“
(swr-Buchbesprechung „Die narzisstische Gesellschaft“ von Hans-Joachim Maaz)

…eine politisch gewollte Lebensform mit einem hohen pathogenen Potential infolge von Leistungsstress, Konkurrenzdruck, Reizüberflutung, Mobilitätszwang und sozialer Ungerechtigkeit.“ begünstigt all diese psychischen Störungen und psychiatrische Krankheitsbilder.