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Archiv der Kategorie Bücherleseliste
Tropfen für Tropfen oder Neugierde ist der Anfang allen Wissens
16.8.2009 von Oskar Unke.
Die neuen Befunde der psychologischen Bildungsforschung zeigen: Nicht Intelligenz, sondern Wissen ist der Schlüssel zum Erfolg und Können. Dazu bedarf es aber Zeit und dem Willen.
Neugierde ist die Voraussetzung für Wissen. Ohne diesen Drang, ist der Wissenserwerb nicht ausgeprägt.

Unsere kleine Lena ist jetzt auf diesem Trip.
Sie will jetzt alles erkunden und untersuchen. Überhaupt will sie mehr, wie sie dann letztendlich kann. Mit dem eigenen sicheren Stehen hapert es noch ein wenig.
Zwei Autoren entlarven Begabungsmythen und vertreten die These: Talent ist erlernbar. Insbesondere das Buch von Werner Siefer mit dem ermutigenden Titel: Das Genie in mir - berichtet über eine Fülle von Beispielen und Forschungsergebnissen.
Talentierte Menschen - seien vor allem eines: Übungsweltmeister.
Nicht das Angeborene, sondern die frühe Übungspraxis ist es demnach, die ein Talent entstehen und reifen läßt.
Prof. Dr. Rolf Arnold (Inhaber des Lehrstuhls für Pädagogik an der TU Kaiserslautern) bespricht in der Psychologie-heute 09/2009, S. 82/83, sowohl das obige Buch, wie auch das Buch von Daniel Coyle: Die Talentlüge.
Der immer wieder aufflammende Streit zwischen Nativisten (Vertreter des Angeborenen) und Milieutheoretikern (Vertreter der Umweltbedeutung) ist in einem unerwarteten Sinne entschieden: Es ist das übende Subjekt, der sein Talent entwickelt.
Schon in den 70er Jahren, habe ich mich in dem Streit um das Menschenbild, gegen das Menschenbild der Deterministen sowohl in der Philosophie, wie auch gegen den psychologischen Determinismus entschieden. *
* Die “Deterministen” halten sowohl die schlechten wie die guten Eigenschaften des Menschen für genetisch festgelegt und deshalb für unveränderbar. Zu den Deterministen zählen viele Zoologen, Biologen, Verhaltensforscher, Psychiater und Pädogogen, neuerdings auch die Gehirnforscher. Politisch ist diese Fraktion vor allem rechts zu verorten, d.h. überwiegend die Konservativen, die Besitzstandverwahrer, die ihre Vorteile und Privilegien bewahren möchten.
Geschrieben in Notizen, Bücherleseliste, Bücherwelt, Oskars Notizkladde, Oskar Unke | Drucken | 3 Kommentare »
In diesen irrsinnigen Zeiten wichtiger denn je
11.4.2009 von Oskar Unke.
Meine Bücherleseliste für den Monat April 09:
Lesen, lesen und nochmals lesen. Anders hat der Mensch in heutigen verwirrten Zeiten keine Chancen die Machenschaften der Ober- und Hintertanen zu durchschauen. Natürlich ist es mit dem lesen alleine nicht getan. Auch Gespräche mit den verschiedensten Insidern, Experten und sobstigen Kundigen ist angesagt.Ausgiebige Recherchen sind ebenso wichtig. Natürlich darf auch das “selber Denken” nicht zu kurz kommen.
Wie uns Medien, Wirtschaft und Politik für dumm verkaufen. So wenig Niveau war nie! Selbst Qualitätsmedien berichten ausführlich und mit Hingabe vom ‚Dschungelcamp’ oder ‚Deutschland sucht den Superstar’. Gleichzeitig dürfen von der Wirtschaft finanzierte Professoren auch in der Tagesschau dreist als unabhängige Experten auftreten. Ihre Phrasen werden uns als alternativlose Wahrheiten verkauft — während kritische Politsendungen im Nachtprogramm verschwinden. In seinem neuen Buch deckt Thomas Wieczorek die Auswüchse der allgemeinen Massenverblödung auf. Und er geht der Frage nach: Wird sie bewußt betrieben? Von wem? Mit welchem Ziel? Das Ergebnis seiner Recherchen ist Aufklärung im besten Sinne! 318 S., kartoniert, € 8,95
Wenn Gifte auf die Nerven gehen /Klaus-Dietrich Runow
Diese Pflichtlektüre, geschrieben von einem Pionier der Umweltmedizin, erklärt, wie Lebensmittel, Umwelteinflüsse und Chemikalien unseren Körper belasten. Dem sind wir aber nicht hilflos ausgeliefert, denn mit bestimmten Nährstoffen und körpereigenen Wirkstoffen kann jeder etwas zum Schutz des eigenen Nerven- und Immunsystems beitragen. Die Basis von Entgiftung und Nervenschutz sind die Wiederherstellung der Darmflora und die Unterstützung des Leberstoffwechsels. Wie bedeutsam dieser Titel für unsere Gesundheit ist, erklärt Prof. Dietrich Grönemeyer, der das Vorwort zu diesem Buch schrieb. 176 S., SW-Abb., geb., € 12,95

Werner Bartens. Offen und kompetent beschreibt der bekannte Autor den Teufelskreis aus Effizienzdenken, Einsparwahn und Zeitmangel, in dem Ärzte, Pflegepersonal und Patienten gegeneinander ausgespielt werden. Das falsche Bein abgenommen, den Lungenflügel verwechselt, das Skalpell vergessen: Die Klassiker aus der Kunstfehlerabteilung passieren immer wieder. Der wahre Horror für die Patienten kommt jedoch auf leiseren Sohlen: Arzneimittel, die verwechselt werden, falsch dosierte Medikamente sowie Pflegepersonal und Ärzte im Krankenhaus, die sich die Hände nicht waschen und die durch Keime ausgelöste Entzündungen an Wunden und OP-Narben mit Antibiotika unter Kontrolle bringen müssen. Und wer glaubt, als Privatpatient auf der sicheren Seite zu sein, der irrt… Ob Medikamentenskandale, Behandlungsfehler und Fehlentwicklungen in der Medizin: Werner Bartens besichtigt den Tatort Krankenhaus, an dem der Leichtsinn Methode hat und das Schweigen darüber Pflicht ist. 254 S., geb., € 19,95

G. Simmel
Philosophie des Geldes
Mit seiner ‘Philosophie des Geldes’ hat der Soziologe Georg Simmel zu Beginn des 20. Jhs. eine der scharfsinnigsten Untersuchungen der modernen Gesellschaft vorgelegt. Seine streitbare Diagnose: Geld ist als Tauschmittel unersetzbar, doch die negativen Folgen der Geldwirtschaft sind beträchtlich, soziale Vereinzelung und kulturelle Entfremdung sind das Resultat. Simmels weitsichtige Analysen setzten Maßstäbe in der Philosophie und Soziologie und machten ihn zu einem der wichtigsten Denker der Moderne.
Autorenporträt
Georg Simmel, geboren 1858 in Berlin, zählt zu den Begründern der Soziologie. Er war ein glänzender Redner mit großer Publikumswirkung und hat so unterschiedliche Autoren wie Bloch, Benjamin, Adorno, Heidegger, Sartre, Foucault und Luhmann angeregt. Er starb 1918 in Straßburg.
(war ein deutscher Philosoph und Soziologe. Er leistete wichtige Beiträge zur Kulturphilosophie, war Begründer der „formalen Soziologie“ und der Konfliktsoziologie. Simmel stand in der Tradition der Lebensphilosophie und des Neukantianismus.)
Dieses Buch ist zwar ein Wälzer von 832 Seiten und nicht in einen Rutsch zu lesen, es muß dosiert verdaut werden, aber in aktueller Krisenlage überaus wichtig. Dieses Buch wollte ich schon länger kaufen und lesen, nun habe ich es geordert und am Donnerstag erhalten.
Die nächsten Tage kommt dann noch die zweite Bestellung. Also geht mir das Lesematerial nicht aus. Meine Bibliothek umfaßt damit knapp 6000 Bücher.

Arbeitsräume Teilbereich
Zu Georg Simmel fällt mir gerade ein: G. SIMMEL bemerkt: »Die Zufälligkeit ist aus unserem Weltbild nicht zu entfernen, weil der Anfang desselben zufällig war und alles Spätere nur eine Entwicklung dieses ersten Zutandes ist - eine Entwicklung, welche erst unter Voraussetzung eben dieses nicht mehr zufällig ist« (Probl. d. Geschichtsphilos. 1892, S. 42).
Siehe auch:
Rudolf Eisler: Wörterbuch der philosophischen Begriffe (1904) zum Begriff Zufall - Mill, Schopenhauer, Simmel -
Geschrieben in Bücherleseliste, Bücherwelt, Oskars Notizkladde, Oskar Unke | Drucken | Keine Kommentare »