Ein russisches Sprichwort besagt: “Fürchte den Bock von vorn, das Pferd von hinten und den Menschen von allen Seiten.”![]()
Kategoriearchiv: Blogosoph
Unterwegs auf Feldwegen
”Gibt es noch jenes ruhige Wohnen des Menschen zwischen Himmel und Erde?
Waltet noch der sinnende Geist über dem Land?
Gibt es noch wurzelkräftige Heimat, in deren Boden der Mensch ständig steht,
d.h. boden – ständig ist?”
Johann Peter Hebel frägt dies schon, Martin Heidegger führt es fort.
Heidegger sagt: “Die Bodenständigkeit des heutigen Menschen ist im Innersten bedroht.”
Viele Menschen treibt es in das öde und geistlose Getriebe der großen Städte.
Sie sind der alten Heimat und dem heimatlichen Boden entfremdet. Sie sind heimatlos und vor sich selber entfremdet. All das, womit die allgegenwärtigen Medien den Hypermenschen minütlich überfallen, reizen und umtreiben, all dies ist dem heutigen Zappelphilipp viel näher als das eigene Ackerfeld und die umgegebene Natur seines Wohnortes, hier will ich mal nicht von Heimatort sprechen.
Heimatvertriebene auch im Geiste, gibt Natur und Feldwege nicht mehr viel. Sie bevorzugen künstliche, virtuelle Matrixwelten.
Zur geistigen Entwurzelung und zur Nicht-mehr-Wahrnehmung des Feldweggeistes, hat Martin Heidegger in seinem Büchlein “Der Feldweg” 1989 und in seinen Vorträgen / Vorlesungen: “Zur Erörterung der Gelassenheit – Feldweggespräche über das Denken – 1959 – referiert.
Der Weg zum Glück
Nach Aristoteles heben sich drei bevorzugte Lebensweisen (Möglichkeiten von Lebenswegen) heraus. Der Weg des Genusses, der Weg des Ehrstrebens und die dritte Lebensführung, das Leben der
Kontemplation (*) Das lebt der, der seine Erfüllung im entdeckenden Schauen findet. Ihm sind Entdecken und geistiges Durchschauen dessen, was in Wahrheit ist, reine Freude und höchstes Glück
Erkenntnisgewinn ist ein Weg zum Glück
Tagtäglich aber beherrscht der Geschäftsbetrieb die Welt des Handelns und Erwerbs. Auf dieses Leben des Umsatzes von Brauchbarem versteht sich derjenige, für den Reichtum, Geld und Gut, haltbares Glück bedeutet. (Aber diese vierte Lebensweise ist eigentlich ziellos)
Der Sinn des Habens entfremdet alle physischen und geistigen Sinne.
Cicero berichtet von der Inschrift, die Sardanapal auf sein Grabmal einmeißeln ließ: „das besitze ich, was ich gegessen und was meine Begierde bis zur Sättigung ausgeschöpft hat“ – und Aristoteles habe hinzugefügt: „Auf das Grab eines Rindviehs hätte man nichts anderes schreiben können“
(* Kontemplation: Es ist ein Dasein und Einüben in den Augenblick, in die Gegenwärtigkeit des Lebens. – die Einübung in das Hier und Jetzt, die alle konfessionellen Rahmen übersteigt – nach meiner Auslegung)
Ich weiß nicht was soll es bedeuten…
… Daß ich so traurig bin;
Ein Märchen aus alten Zeiten,
Das kommt mir nicht aus dem Sinn.
(1.Strophe vom Loreleylied von
Heinrich Heine, 1823)
Manche Tage ist Melancholie mein Begleiter.
Der einsame Wanderer auf dem Lebensweg nach Nirgendwo
Leben ist die Suche des Nichts nach dem Etwas.
(Christian Morgenstern)
Melancholie die süße Traurigkeit, ein feiner Schleier über der Seele lichtet sich zuweilen und läßt die Gedanken in die Vergangenheit schweben.
Deswegen bin ich auch ein Wolkenträumer.
Deswegen reise ich so gerne mit den Wolken um die Welt. Es eröffnet
immer wieder neue Ausblicke und Einblicke. Vielleicht findet die Seele dann
einmal das verlassene Paradies.
In jeder Wolke wohnt ein Traum, deswegen bin ich auch ein
Wolkenträumer.
…
Reflexion am Abend: Was ist Glück überhaupt?
Für ein glückliches Leben tun wir alles – und schlittern dabei von einem Unglück ins nächste. Die Probleme beginnen bereits bei der Definition: bislang wußte keiner genau, was Glück eigentlich ist. Selbst die Philosophie, die der Frage seit Tausenden von Jahren nachgeht, hat bis heute nur Antworten voller Widersprüche geben können.
M.P. Seligman stellt in „Der Glücks-Faktor“ fest: Das uralte Bedürfnis, glücklich zu leben, bewegt uns alle. Ist Glück Veranlagung, Zufall? Der Autor geht dieser Frage seit Jahren nach. Sein Fazit: „Wirklich authentisches, lange währendes Lebensglück entsteht durch systematisches Trainieren der eigenen Stärke, der positiven Charaktereigenschaften und Tugenden.“ [75]
Stefan Klein schreibt in „Die Glücksformel“: „Jedem begegnet das Glück anderswo. Für den einen bedeutet Glück, barfuß im Morgengrauen über eine Wiese zu laufen, für den anderen, sein Baby im Arm zu halten. Sex kann glücklich machen oder ein neues Designerkostüm, eine Bratwurst oder Mozarts Konzert No. 13 für Klavier und Orchester. Oder auch die Abwesenheit von alldem: Ein Zen-Mönch findet Seligkeit, wenn er sich in die Leere versenkt.“ [76]
Kein Wunder ist Glück so schlecht zu fassen und zu beschreiben, weil im Grunde genommen jeder was anderes darunter versteht.
Natürlich sind schon viele Bücher über dieses Thema geschrieben worden. Aber seien wir doch einmal ehrlich: Wem nutzen all die schönen Worte, wenn man immer nur liest, wie es sein könnte, wie es sein müßte und, was erstrebenswert wäre, wir aber gleichzeitig niemals darüber aufgeklärt werden, was uns eigentlich am Glücklichsein hindert.
Ein bekanntes Sprichwort lautet: „Glück und Glas, wie leicht bricht das.“
Verzichten kann auch eine Tugend sein
Weniger kann mehr!
”Haben Sie auch zu viele Termine, zu viele Handys, zu viel zu tun, zu wenig Zeit für Freunde, zu wenig Zeit für innere Ruhe? Ulfilas Meyer zeigt anhand neun einfacher Grundsätze, wie man die verloren geglaubte innere Freiheit wiedererlangt.”
Man muß sich deswegen nicht kasteien oder ärmlich wie im Kloster leben…
Übrigens besuche ich Klöster und Kirchen liebend gerne, allein die Atmosphäre hat es mir angetan. Immer wieder gerne besuche ich z.B. das Kloster Alpirsbach im Schwarzwald oder das Kloster Maulbronn.
Kloster Maulbronn im September 2010
mit meiner alten Panasonic DMC-FS30
aufgenommen.
Kloster Maulbronn
Tatsächlich könnte jeder sein Leben einfacher einrichten und damit ein Zeichen setzen, das auch die zum Nachdenken bringt, die gedanken- und kritiklos auf den eingetretenen Pfaden der Kosumgesellschaft weitertrotten. Immer noch scheinen die meisten in Kategorien von gestern zu denken, in denen alles auf Aufwand, auf „immer mehr und immer besser und immer schneller“ ausgerichtet ist. Weder weltweit noch in unserer eigenen wirtschaftlichen Umgebung werden wir aufgrund der sinkenden Wachstumsraten diesen Lebensstandard und vor allem diesen Lebensstil weiter einhalten können. Dafür sorgen schon die „Abzocker“ der Nation, die Politiker und die Globalisierung der Wirtschaft. Immer mehr Menschen werden ohnehin mit immer weniger zufrieden sein müssen, und deswegen ist Einfachheit eine Tugend, die sich für die Zukunft von selbst versteht.
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Literatur:
Krüger Tarr, Irmtraud – Vom leichten Glück der einfachen Dinge – Herder Verl. Freiburg, 1998
Thoreau, Henry D. – Walden Diogenes Verl. Zürich, 1971
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Die Gefahr, die schlichten, bescheidenen, stillen Werte zu vernachlässigen, ist in unserer lauten Zeit groß. Genauso wie die Medien, neigen auch wir dazu, unsere Konzentration nur auf die großen, außergewöhnlichen Ereignisse des Lebens zu richten, vor denen die kleinen Dinge des Alltags verblassen.
Bücher- und Lesezyklus
Leider hat sich an der Kamera etwas verstellt, die Bilder sind nicht so optimal belichtet.
Buch: Drachensturm —>
Der Drache ist erwacht
Ist der Aufstieg Chinas Deutschlands Abstieg?
China verschärft seinen Großangriff auf die Weltmärkte. Und Deutschland ist neben den USA das zweite Top-Ziel dieses aufbrausenden »Drachensturms«. Den Titel »Exportweltmeister« mussten wir bereits abgeben. Neue Champions wie der Telekomausrüster Huawei und der Kühlschrankhersteller Haier führen bereits erfolgreich vor, wie man tief in westliche Märkte eindringen kann, selbst gegen politischen Widerstand und etablierte europäische oder amerikanische Konkurrenz. Jetzt folgt im Windschatten dieser Expansionspioniere das eigentliche industrielle Invasionsheer.
Die hungrigen Aufsteiger werden alle uns bekannten Märkte auf den Kopf stellen. Sie treiben selbst Tech-Ikonen wie Apple und Samsung vor sich her. Auch die Premiumhersteller der Autobranche müssen sich warm anziehen. An der Spitze der Armada marschieren Firmen wie der neue PC-Weltmarktführer Lenovo, der Smartphone-Shootingstar Xiaomi und der Internetkonzern Alibaba, der als führender Online-Händler der Welt im Herbst 2014 in New York den größten Börsengang der Geschichte feierte. (Buchdeckeltext – Bezug Kopp-Verlag)
Um diesen Themenkomplex zu vertiefen, habe ich extra noch von Hans-Werner Sinn das Buch “Die Basar-Ökonomie” aus dem Jahre 2009 nachgeordert.
Durch die unsinnige und blödsinnige Rußlandsanktionspolitik, hat die Stümpergarde unter BK Merkel, dem Land Absurdistan Germanistan im wahrsten Sinne des Wortes einen Bärendienst beschert. Diese blödsinnige Vasallenpolitik wird mittelfristig Deutschland gehörig abhängen. Siehe auch Paul Kennedy In Vorbereitung auf das 21. Jahrhundert. S. Fischer, Frankfurt 1993;
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Mein immerwährendes Schwerpunktthema Naturheilkunde, Volksheilkunde, Kräutermedizin (Phytotherapie) u.a.
Globalisierung – durch die aktuelle Entwicklung wieder im Fokus –
Dementsprechend überladen geht es bei mir dadurch des Öfteren zu.
Platzprobleme habe ich auch wieder
wird Zeit, daß meine Zusatzräume im Renovierungsstau fertig werden. 🙁
Die Erkenntnis des Tages
Gedankensplitter 1
Das Glück der Eliten sind die Sklaven der Nation
Es wird immer klarer, daß in diesem Land offensichtlich
kleine Gruppen sich selbstbedienen können und dies
auch noch in einer unverschämten Weise bei den “Sklaven” der Nation. Das Glück dieser “Elite” ist es,
daß der “Kleine” aber leider heute dies und morgen das
wählt, ohne zu beachten, daß beide ihm (die Ober- und die Hintertanen) an den Kragen
gehen.
Und so können sie weitermachen wie schon immer ohne
Gefahr zu laufen, vom Volk abgestraft zu werden.
Nachtgedanken 51
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Wir alle werden mehr und mehr zu außengeleiteten Menschen. Die normierten Leitwerte der Umwelt bestimmen fast ausschließlich unser Denken und Handeln. Unsere Vorstellung von Glück kann sich zwangsläufig nur noch darin erschöpfen, den Mitmenschen zu zeigen, was wir alles erreichen und konsumieren können. Unseren Stolz verdanken wir dem Neid der anderen.
Und wenn ich dann noch so verfolge, wie einseitig bei den Meisten das Weltbild ist ….. zum GRAUSEN
keine Ahnung aber überall mitschwetzen wollen
so in den einschlägigen Foren z.B. zum Euro, EU-Diktatur, Ukraine etc.
ein gutes Informationsmedium ist Deutsche Wirtschafts-Nachrichten
Denn in den Systemmedien werden wir angemichelt nach Strich und Faden 🙁
siehe Gekaufte Journalisten
Nachtgedanken 50
Der Mensch ist das, wozu er sich macht
„Tue etwas! Handle! Was immer Du machst, die Verantwortung liegt bei Dir!“
Erst das Engagement des Menschen schafft seine wahre Existenz. „Der Mensch ist nichts anderes als wozu er sich macht“, ist der erste Grundsatz des Existentialismus, den Jean-Paul Sartre (1905 – 1980) in „Ist der Existentialismus ein Humanismus?“ (1946) festlegt.
Wenn ich dann so die aktuelle Lage in Europa und in Deutschland Revue passieren lasse, die Schlafmützigkeit der Deutschen betrachte, die Ignoranz in der Mehrheit der Bevölkerung, nur der Weihnachtskaufrausch ist wichtig … und all die Banalitäten des alltäglichen Hamsterradlaufens ~~~^v
Im Krieg entdeckt er die Hölle im Menschen. Die Feststellung „die Hölle, das sind die anderen“ ist zugleich die Bedingung der eigenen Existenz.
Sartre versuchte in seinem Drama „Die Fliegen“ den Menschen das Bewußtsein ihrer Freiheit näherzubringen: Die Menschen sind frei, aber sie wissen es nicht.
Oder wie es Erich Fromm formuliert hat: Die Angst vor der Freiheit (in seinem Buch: Die Furcht vor der Freiheit )
Erich Fromm setzt sich in dieser Arbeit mit der Bedeutung der Freiheit für den modernen Menschen auseinander und zeigt, daß er diese Freiheit, verstanden als positive Verwirklichung des individuellen Selbst, noch nicht errungen hat.
Die gegenwärtigen politischen Entwicklungen und die Gefahren, die sich aus all den gegenwärtigen Problemen, für das Fortbestehen der Menschheit ergeben… wird von einer schweigenden Mehrheit negiert und ausgeblendet, nach dem Motto: Nach uns die Sintflut.
Nachtgedanken 49
Mit der Verwirrung der Sprache beginnt die Verwirrung des Geistes und des Denkens.
Welche Sprache sprechen heute die Bürger der Bundesrepublik Deutschland?
Sie sprechen viele Sprachen, und sie sind in vielen Sprachen sprachlos.
Die deutsche Sprache durch das Fernsehen, den Rundfunk, und auch durch das Kürzelwesen von allseits beliebten Massenblättern durchgesetzte neudeutsche Gemeinsprache verhält sich zur Sprache Luthers, Goethes, Marxens, Rathenaus, Freuds wie die Sprache englischer Dockarbeiter zur Sprache Shakespeares: Londoner Dockarbeiter verfügen, wie englische Untersuchungen ergaben, über einen Sprachschatz von einigen hundert Wörtern, der Sprachschatz Shakespeares beträgt 70 000 Worte. …
Die eben angesprochene gemeindeutsche Kümmersprache erfreut sich einer besonderen Beliebtheit, wenn sie von Politikern, nicht nur zur Sommerzeit, in Wahlkampfstimmung also, sondern auch zur Winterszeit, emotional aufgeladen wird, so, daß der sie befragende Reporter vor der Fernsehkamera und mit ihm die Millionen Hörer und Seher das Stroh der Phrasen frisch gedroschen vorgesetzt erhalten – „Blüten“, die bereits Heu sind, wenn sie aus dem Gehege der Zähne (herkos odonton, bei Homer) geschleudert werden. Schlag-Worte, Reklame-Sprache, Nicht-Sprache, Kauderwelsch, verqueres Denglisch ~~~~~~ 🙁
Blickwechsel
Genügsam leben
"Wir denken selten an das,
was wir haben, jedoch immer
an das, was uns fehlt.
(A. Schopenhauer)
Wenn wir uns in einer schwierigen Lage befinden, meinen wir, durch Steigerung dessen, was uns gut- tut, unsere Lage bessern zu können. Wenn wir arm sind, scheint uns Besitz alles zu sein. Wir arbeiten bis zur Aufopferung dafür, uns mehr leisten zu können. Wenn wir es schließlich erreicht haben, stellen wir fest, daß wir nicht zufriedener werden, nur weil wir mehr besitzen.
Nur selten kommt jemand von selbst darauf, daß auch Einschränkung Gewinn sein kann. Wir hoffen, Bedürfnisse und Probleme nach dem Prinzip "mehr desselben", also durch Steigerung von vorhandenen Erlebnis – und Lustspendern erzielen zu können. So ist eine grenzenlose Steigerung angenehmer Erlebnisse und Lustempfindungen schlechterdings unmöglich.
Nietzsche: "Doch alle Lust will Ewigkeit, will tiefe, tiefe Ewigkeit."
Der Süchtige wird nicht dadurch satt, daß er immer mehr bekommt, sondern dadurch, daß er letzten Endes auf totale Befriedigung verzichtet. [13]
Freitag der 13…
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Da habe ich erst einmal keinen Schritt aus dem Haus gemacht. 😆
Erst am späten Nachmittag ward ich draußen gesehen 😉
Klein-Lena hatte heute ihre Freundin zu Besuch bei uns, da war planschen und spielen angesagt. Es war von der Wärme her auch angenehmer, wie an den Tagen mit brütender Hitze und trotzdem schön warm (29° C Höchsttemperatur im Mittel aber 26° C)
Wenn es mir zu warm ist wird hier gearbeitet – im Bunker ist es dann schön kühl
Nachdenken + justieren
Die Weisheit des Lebens
besteht im Ausschalten
der unwesentlichen DINGE.
(aus China)
Diese Konzentration auf das Wesentliche praktiziere ich zwar weitgehend, aber
es gelingt mir bei weitem nicht immer. Vor allem verzettele ich mich noch sehr
gerne, will oft einfach zu viel, d.h. meine Neugier, meine Interessen sind noch
viel zu weit gefaßt.
Es braucht Licht in der geistigen Dunkelheit
Lösen sich die Menschen in ihrer sinnentleerten Virtualität auf?
Notiz zu Internet und Narzißmus:
Der Narzißmuskult der Spaßgesellschaft hat im weltweiten Netz das Übermedium schlechthin gefunden. Nicht umsonst werden solche “Veranstaltungen” wie “Big Brother” kultiviert und nun scheinbar wieder neu aufgelegt.
Und weil der Begriff “Spaß” ebenso leer und hohl, wie undefinierbar ist, wird er, wann immer es geht, mit Sex gleichgesetzt.
Beobachtungen psychologischer Institutionen, belegen über die letzten Jahre, eine starke Zunahme narzißtischer Persönlichkeitsstörungen in der Bevölkerung. Schuld am kollektiven Durchknallen – so vermuten die Wissenschaftler – sind nicht zuletzt die Lebensbedingungen der mobilen und vernetzten Mediengesellschaft. Die als Bedrohung empfundene Instabilität von geographischen, freundschaftlichen, familiären und partnerschaftlichen Bindungen, wird mit dem Rückzug und der totalen Konzentration auf das “Ich” und dessen Wirkung auf die Mitmenschen beantwortet.
Ein ganzer weltweiter Industriezweig lebt vom Fitnesswahn, Gesundheitsrummel und Sporttheater.(*)
Jetzt geht es ja bald wieder mit dem Fußballzirkus los.
Wichtiger denn je zuvor 1
Die schöne neue Welt ist sehr bald Realität.
Soma – die Droge, die die Menschen von der Wirklichkeit beurlaubt.
Doch durch die genetische Veränderung wurde eine Hälfte der Menschheit zu Arbeitssklaven. Plötzlich fährt ein Riss durch die Gesellschaft …siehe dazu: Das biotechnische Zeitalter von Jeremy Rifkin
(wird fortgesetzt)
Eine Heimat finden in dir – oder ein Maiausflug
Nimm dir Zeit…
Die Zeit ist nur ein
leerer Raum, dem
Begebenheiten,
Gedanken und
Empfindungen erst
den Inhalt geben.
(Wilhelm von Humboldt)
Dreifach ist der Schritt der Zeit;
Zögernd kommt die Zukunft hergezogen,
Pfeilschnell ist das Jetzt entflogen,
Ewig still steht die Vergangenheit.
(Friedrich von Schiller, 1759 – 1802)
Was ist überhaupt Zeit?
Wie geht man sinnvoll mit Zeit um?
Ich brauchte sehr viel Zeit, um zu lernen
Ich brauchte schon seit jeher viel Zeit,
um mich selber zu finden und zu sein.
Ich bräuchte noch viel mehr Zeit
für meine vielen Interessengebiete.
Die Frage der persönlichen Entwicklung und der Lösung
der eigenen Probleme ist in hohem Maß auch
eine Frage des Zeithabens und Zeitnehmens.
Nachtgedanken 41
Nachtgedanken 39
Kierkegaard schrieb in Entweder-Oder: “Die meisten Menschen laufen so heftig dem Genusse nach, daß sie an ihm vorbeilaufen. Es geht ihnen, wie es jenem Zwerge ging, der eine entführte Prinzessin in seinem Schlosse bewachte. Eines Tages erlaubte er sich einen Mittagsschlaf. Als er eine Stunde darauf erwachte, war sie davon. Rasch zog er seine Siebenmeilenstiefel an: mit einem Schritte war er weit an ihr vorbei.”
Klare Zielvorstellungen
Die häufigste Ursache für die Entwicklung von Streßsymptomen ist mit all den dazugehörigen negativen Konsequenzen die Unfähigkeit des Menschen, sich die Ruhe und Zeit zu nehmen, einmal klar zu definieren, was er sich wirklich wünscht, wovon er träumt, was seinem Leben den gewünschten Inhalt gibt.
Ohne Ziele ist der Mensch wie ein Blatt im Wind, er ist hilflos jedem Windstoß ausgeliefert und wird rein zufällig irgendwo irgendwann landen.
Lebensgestaltung (Nachtgedanken 38)
Lebensgestaltung:
Unsere Zeit ist zu kurz bemessen, um sie mit unnötigem und belanglosem Tand und Tun zu vertrödeln.
Die Kunst ist es also, das Unwesentliche, den Ballast, zu erkennen, sich davon zu lösen, um das Wesentliche aufzudecken und zu bewahren. Deswegen müssen wir mit der Zeit haushälterisch umgehen. Wir sollten wissen und immer wieder hinterfragen, wofür wir Zeit haben (wollen) und wofür nicht.
Der erste Schritt, es sich im Leben leicht zu machen, ist, sich vom Ballast zu lösen: sich von Belastungen, von unnötigen Vorgaben und Normen zu trennen, von Druck zu befreien, die gesellschaften Erwartungen hinterfragen und den “Rucksack” der Vergangenheit abzulegen, um nur noch mit leichtem Handgepäck zu reisen. Man kann nicht ewig in der Vergangenheit verbleiben und einer nicht optimalen Kindheit hinterher trauern. Vorbei ist vorbei.
Es sind vor allem geistige Einstellungen, die bedrückende Umstände verursachen. Unsere Gedanken steuern unser Lebensschiff.
Für alles Zeit haben wollen ist die größte Illusion jener, die überall dabei sein wollen, immer Angst haben etwas zu verpassen, von Veranstaltung zu Veranstaltung hetzen und die nie Zeit haben für die Hauptsache, für sich selbst.
Morgenstern sagt dazu:
Alles ist von Wichtigkeit,
alles ist nicht gar so wichtig.
Nur die rechte Sichtigkeit,
und du wandelst richtig.
Haltlose Welten, verlorene Fähigkeiten (Nachtgedanken 37)
Die Situation ist verheerend: Krankheiten sind zum eigentlichen Modus vivendi geworden, wie Erschöpfung, Ausgebranntsein, Depressionen, Minderwertigkeitsgefühle, Unruhe, Langeweile, Aggressivität, Bissigkeit, Feindseligkeit, Neid, Angst, das Ringen um die Überlegenheit um jeden Preis… Viele wesentliche Begriffe sind verfälscht oder verschwommen: Sexualität, Erziehung, Sozialklima, menschliche Werte, Religionen …
Menschliche Kontakte sind oberflächlicher geworden, die Menge ersetzt das bewußte Individuum. Die Selbstbeherrschung verschwindet, während Ruhe und Ausgeglichenheit nebst Zufriedenheit zu Raritäten werden. Dabei ist ein wesentlicher Faktor zur Gesundheit, die Zufriedenheit.
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Unsere Zeit ist eine Zeit der Verdrängung.
Das bewußt denkende Individuum verschwindet. Der moderne Mensch handelt nicht mehr nach seinem Verstand oder seinen bewußten Gedanken, sondern nach seiner übersteigerten, krankhaften Emotivität.
Nichts Besonderes
Blick auf Wössingen
Glück und Zufriedenheit muß man nicht in endlosen Fernen und unendlichen Höhen suchen. Glück finden wir auch nicht in spektakulären Aktionen oder Ereignissen.
Unser Sonntagsspaziergan fand schnöde und einfach in Wössinger Flur und Wald statt.
Meine Lebensmaxime:
Es ist besser, gelassen auf Stroh zu liegen, als auf
einem goldenen Stuhl an einer üppigen Tafel
seine Ruhe zu verlieren.
(Epikur)
Bescheidenheit, Besonnenheit und Natürlichkeit sind Fremdwörter geworden.
Von Wert und Verfügbarkeit der Zeit
Der alte Mann und die Vergänglichkeit der Zeit
“Die Zeit, die dir bisher geraubt oder heimlich gestohlen wurde oder auch irgendwie verging, halte zusammen und gehe mit ihr sparsam um. Am meisten verdienen wir Tadel für den Zeitverlust, den wir unserer Nachlässigkeit zuzuschreiben haben. Wenn du einmal darauf achten wolltest, so wirst du feststellen: der größte Teil des Lebens geht vorüber, weil man falsch handelt; ein nicht geringer dadurch, daß man nichts tut; ja, das ganze Leben, wenn man etwas anderes tut, als man eigentlich tun sollte.” (Seneca)
“Koste du nur alle Stunden aus. So wirst du dich weniger auf das Morgen verlassen, wenn du dir das Heute vornimmst. Wer das Leben nur vor sich herschiebt, dem zerrinnt es. Nichts, lieber Lucilius, gehört uns. Nur die Zeit ist unser. Sie, die so flüchtig und vergänglich ist, hat uns die Natur als einziges Eigentum überlassen. Aus ihm kann uns jeder vertreiben, wenn er es darauf anlegt. Und so groß ist die Torheit der Menschen, daß sie sich für alles, was sie einmal bekommen haben, und sei dies noch so gering und billig, verpflichtet fühlen, so daß sie sich als Schuldner vorkommen. Niemand aber ist der Meinung, er schuldet etwas, wenn er die Zeit erhalten hat, wo doch diese das einzige ist, was er nicht einmal mit Dank zurückerstatten kann.” ( Seneca )
Mentalweg zur Gelassenheit
Alles hat seine Zeit
das Reden und das Schweigen.
Je mehr ein Mensch auf dem Pfad zur Weisheit wandelt um so gelassener wird er.
Die stoische Philosophie und ihre Vertreter sind da Lebensgehilfen.
Marc Aurel:
In seinem Werk “Selbstbetrachtungen” schreibt er über Themen wie Zeit und Muße, Eitelkeit und Vergänglichkeit. Lebensnah und tiefgründig beantwortet Marc Aurel Fragen, die uns angesichts des Älterwerdens und des Eintritts in eine neue Zeitepoche auch heute noch bedrängen.
“Wer die Dinge, die heute existieren,
gesehen hat, der hat alles gesehen, was von
Ewigkeit her gewesen ist, und was ins
Unendliche hinaus sein wird: Denn es sind
immerfort Dinge von gleicher Natur
und gleicher Art.
Alles, was uns begegnet, ist so gewohnt,
so bekannt wie Rosen im Frühjahr und
Feldfrüchte im Sommer. Denn solch ein
Bewenden hat es mit Krankheit, Tod,
Verleumdung und Aussatz und allem,
warüber die Toren sich freuen oder
sich grämen.”
Idylle über den Müßiggang
Sieh ich lernte von selbst, …
und ein Gott hat mancherlei Weisen mir in die Seele gepflanzt.« So darf ich kühnlich sagen, wenn nicht von der fröhlichen Wissenschaft der Poesie die Rede ist, sondern von der gottähnlichen Kunst der Faulheit. Mit wem sollte ich also lieber über den Müßiggang denken und reden als mit mir selbst? Und so sprach ich denn auch in jener unsterblichen Stunde, da mir der Genius eingab, das hohe Evangelium der echten Lust und Liebe zu verkündigen, zu mir selbst: »O Müßiggang, Müßiggang! du bist die Lebensluft der Unschuld und der Begeisterung; dich atmen die Seligen, und selig ist wer dich hat und hegt, du heiliges Kleinod! einziges Fragment von Gottähnlichkeit, das uns noch aus dem Paradiese blieb.«
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“Ich saß, da ich so in mir sprach, wie ein nachdenkliches Mädchen in einer gedankenlosen Romanze am Bach, sah den fliehenden Wellen nach. Aber die Wellen flohen und flossen so gelassen, ruhig und sentimental, als sollte sich ein Narcissus in der klaren Fläche bespiegeln und sich in schönem Egoismus berauschen. Auch mich hätte sie locken können, mich immer tiefer in die innere Perspektive meines Geistes zu verlieren, wenn nicht meine Natur so uneigennützig und so praktisch wäre, daß sogar meine Spekulation unaufhörlich nur um das allgemeine Gute besorgt ist.”
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“Mit dem äußersten Unwillen dachte ich nun an die schlechten Menschen, welche den Schlaf vom Leben subtrahieren wollen. Sie haben wahrscheinlich nie geschlafen, und auch nie gelebt. Warum sind denn die Götter Götter, als weil sie mit Bewußtsein und Absicht nichts tun, weil sie das verstehen und Meister darin sind? Und wie streben die Dichter, die Weisen und die Heiligen auch darin den Göttern ähnlich zu werden! Wie wetteifern sie im Lobe der Einsamkeit, der Muße, und einer liberalen Sorglosigkeit und Untätigkeit! Und mit großem Recht: denn alles Gute und Schöne ist schon da und erhält sich durch seine eigne Kraft. Was soll also das unbedingte Streben und Fortschreiten ohne Stillstand und Mittelpunkt? Kann dieser Sturm und Drang der unendlichen Pflanze der Menschheit, die im Stillen von selbst wächst und sich bildet, nährenden Saft oder schöne Gestaltung geben? Nichts ist es, dieses leere unruhige Treiben, als eine nordische Unart und wirkt auch nichts als Langeweile, fremde und eigne. Und womit beginnt und endigt es als mit der Antipathie gegen die Welt, die jetzt so gemein ist? Der unerfahrne Eigendünkel ahndet gar nicht, daß dies nur Mangel an Sinn und Verstand sei und hält es für hohen Unmut über die allgemeine Häßlichkeit der Welt und des Lebens, von denen er doch noch nicht einmal das leiseste Vorgefühl hat. Er kann es nicht haben, denn der Fleiß und der Nutzen sind die Todesengel mit dem feurigen Schwert, welche dem Menschen die Rückkehr ins Paradies verwehren.”
(….)
(aus “Lucinde” von Friedrich Schlegel;1772-1829)
Wissenschaft als Ideologie und Religion
"Erkenntnis für freie Menschen" Paul Feyerabend bezeichnet den Umgang mit der modernen Wissenschaft als ein neuzeitliches Dogma, vergleichbar der Einstellung zur katholischen Kirche. Er kritisiert in seinem Buch: "Erkenntnis für freie Menschen" die moderne Wissenschaftspraxis als Ideologie. Er stellt die Wissenschaft als eine Tradition gleichberechtigt neben andere Traditionen, nimmt ihr dabei den überlegenen Status. Paul Feyerabend richtet sich grundsätzlich gegen eine allgemeingültige Methode. Demnach gibt es "keine einzige Prozedur, Regel, es gibt keinen Maßstab der Vortrefflichkeit, der jedem Forschungsprojekt unterliegt und es ‚wissenschaftlich‘ und daher vertrauenswürdig macht". In "Wider den Methodenzwang" – Entwurf einer anarchistischen Erkenntnistheorie – (1976), stellt P. Feyerabend zwei Fragen: "Was ist die Wissenschaft – wie geht sie vor, was sind ihre Ergebnisse?" und "Was ist die Wissenschaft wert – ist sie ein Mythos unter vielen?" …. Auf die zweite Frage reagiere, sagt Feyerabend, die Wissenschaft wie früher die Kirche nach dem Motto: "Die Lehre der Kirche ist wahr, alles andere ist heidnischer Unsinn." Diese Argumentation wird vom Staat noch abgesegnet, denn schließlich braucht er die Wissenschaft, und die Wissenschaft braucht ihn, denn wie sollte sie sonst existieren.
Aufmerksamkeit
Nachtgedanken 29
Auf dem duftenden Berg
Im ruhigen Tal zu suchen, Außerirdisches Gemüt. Das Steintor steht, wo Weiße Wolken wachsen. Manchmal im Wald Hört man das Schlagen des Holzes. Am Eingang des Tales treff ich Einen Mönch ohne Namen. —- Im See leichtet der Mond Aus gespiegeltem Himmel. Stufen aus Dunst winden Steigend sich ins Firmament. Nur ein tao-Mensch haust Über Efeu-Geranke. Von der Spitze des Berges leuchtet Der Mond, tönt den Klangstein. —: Der Dichter sucht die Totalität seines Fühlens dadurch zu vermitteln, daß er eine Reihe unverbundener Einzelheiten skizziert, von denen jede ihren Anteil zum Gesamtbild beiträgt. Von der dritten Zeile an beschreibt jedes Verspaar einen der Grundbestandteile der Stille, die die Behausung des taoistischen Eremiten umgibt. (Wang Yang-ming – konfuzianischer Gelehrte) – Eine Nacht in Meister Lins Klause –
Beschaulichkeit
Zum Ausklang
Nachtgedanken 28
Zufriedenheit kommt von verzichten,
auf Dinge die nicht wichtig sind.
Seneca: „Glückselig und naturgemäß leben ist ein und dasselbe… Wir leben naturgemäß, wenn wir die körperlichen Anlagen und Bedürfnisse unserer Natur sorgfältig, aber nicht ängstlich beachten als etwas, das uns nur auf Zeit gegeben und flüchtig ist; wenn wir nicht ihre Sklaven werden und nicht etwas unserem Wesen Fremdes uns uns in seine Gewalt gebracht hat…“ (Vom glückseligen Leben).
Senecas Rat zum Glück geht dahin: bleibe von Äußerlichkeiten unverführt und unbeherrscht, vertraue auf dich selbst und deinen Genius, sei auf alles gefaßt und der eigene Bildner deines Lebens.
Glück besteht in einer innerlichen, persönlichen Übereinstimmung mit sich selbst.
Nachtgedanken 27
Jede säkulare Wirtschaftsform (Feudalismus, Kapitalismus usw.) benötigt einen entsprechenden Menschen- und Charaktertyp , der sie entwickelt und trägt.
Erich Fromm erkennt: Die Familie als "Agentur der Gesellschaft" wirkt auf die Triebhaftigkeit des Menschen ein und erzeugt jene Persönlichkeiten, die die Gesellschaft wünscht. (Hier ist E.Fromm sehr eng an W. Reich) Erziehung, Ethik, Propaganda, Religion und Justiz prägen dem Einzelnen jenen "Gesellschaftscharakter" auf, den die "herrschenden Klassen" für wünschenswert halten.