“Alle politische Kleingeisterei besteht in dem Verschweigen und Bemänteln dessen, was ist.”
Ferdinand Lassalle (Mitbegründer der deutschen Sozialdemokratie, †1864)
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Ruhe und Gelassenheit
Das Versprechen auf einen grünen Frühling
”Den Puls des eigenen Herzens fühlen.
Ruhe im Innern, Ruhe im Äußern.
Wieder Atem holen lernen, das ist es.”
(Christian Morgenstern)
Das ist zur Zeit sehr gut möglich. Auf meinen Wanderungen begegne ich kaum noch Menschen. Das erzeugt eine solch angenehme Ruhe und Besinnlichkeit in Feld und Wald. Nur die beiden letzen Tage war es mir doch zu naßkalt und grau.
Da Bewegung heute Mangelware ist, nehmen auch die einschlägigen Krankheiten zu. Während die Steinzeitmenschen oft pro Tag bis zu 40 Kilometer zurücklegen mußten, mangelt es den heutigen Sesselfurzern an derselbigen Bewegung.
Die beste Strategie gegen das Altern ist nun mal Bewegung und Laufen.
Die Krankheiten des Bewegungsmangels sind Herzinfarkt, Diabetes, Schlaganfall um nur ein paar zu nennen.
Wege der Besinnung
Ob du eilst oder langsam gehst, der Weg bleibt immer der gleiche.
Achtsamkeit führt dazu, der Dinge wahres Wesen zu erfassen.
Ruhigsein im Gemüt dazu, dem Fluß der Bewegung
die rechte Richtung zu geben.
Nicht das Spektakuläre ist gefragt, sondern die Gleichmäßigkeit
des Schreitens schafft die innere Ruhe.
Dieses bewusste Schreiten, erzeugt Augenblicke der Freiheit
und Gefühle des Glücks.
Die Raffgier des modernen Menschen
oder zutiefst kranke Gesellschaften
Wir sind der Spannung ausgesetzt zwischen den beiden Polen, eine ökologische Umkehr oder weiter im gleichen Trott.
Werden am Ende der kurzen, glitzernden Epoche des Homo consumens nur rauchende Trümmer und giftige Asche stehen, zwischen denen verelendete Räuberbanden einander die letzten Vorräte von Wasser und Benzin abjagen?
Angesichts der unerschöpflichen Vorräte an Beschönigung und Selbstbetrug, sollten wir eine Verpflichtung erkennen, schwarzzusehen und kritisch zu sein.
Das waren in den 70er und 80er Jahren schon die Erkenntnisse.
Was habe ich mir damals als Parteimitglied der “Die Grünen”, als Mitglied dreier Umweltverbände, so u.a. BUND, das Maul fusslig (fusselig) geredet, die Mehrheit war nie willens die Problematik zu sehen und dementsprechend das Leben zu ändern. Nur heute ist es noch viel deprimierender, die Blödheit nimmt halt rasant zu.
Zu der Zeit gab es genug Hornochsen, die auf ihrem Auto den Aufkleber: Mein Auto läuft auch ohne Wald” drauf geklebt hatten und auch anderen Schwachsinn.
Menschen binden sich heute an Maschinen, Autos, Computer, Fernsehapparate, an Kleidung, Möbel und Immobilien, kurz: an Waren so innig wie in den Zeiten vor der Konsumgesellschaft an Personen. Wir regredieren in die Passivität des Konsumierens und schlucken nimmersatt die Fülle der Güter und Dienstleistungen, die uns eine strotzende Konzernwirtschaft aufdrängt. Die Folge: Wunschträume über die Möglichkeit einer sauberen, reinen, konfliktfreien und folgenlosen Befriedigung von immer raffinierter erzeugten Wünschen und Sehnsüchten. Dies ersetzt vielfach die Wahrnehmung der Wirklichkeit.
Literatur:
1. Erich Fromm, Haben oder Sein – Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft dva 1976
2. Erich Fromm, Vom Haben zum Sein – Wege und Irrwege der Selbsterfahrung Beltz Verl. 1990
3. Fromm, Erich, Wege aus einer kranken Gesellschaft dtv 1991
4. Marcuse, Herbert, Der eindimensionale Mensch – Studien zur Ideologie der fortgeschrittenen Industriegesellschaft dtv 3. Aufl. 1998
Dämmerungsstunde
Dämmerungsstunde – die Stunde zwischen Tag und Nacht
Jeweils mein Ausblick vom Bunker in die Dämmerung
Nun ist es stiller Abend wieder;
Den Tag singt Glockenklang zu Grab;
Die Sonne sank im Westen nieder,
Und linde Dämmrung steigt herab.
(Karl Siebel 1836 – 1868)
Siehe auch: Diese abendlichen Dämmerungsstunden liebe ich
Dämmerungsstunde: Zeit für eine Rückschau, Zeit für Besinnung, Stunde des Träumens und Nachdenkens, Zeit um zur Ruhe zu kommen, Zeit zum Abschalten,
Dämmerungsstunde = Stunde des Widerscheins.
In diesen irren und verrückten Zeiten sind Besinnung und Nachdenklichkeit sind Muße und Bedächtigkeit eh verloren gegangen.
Nachdenken über “Gott und die Welt” wie man so schön sagt.
”Wir, die mit dem Zeichen, mochten mit Recht der Welt für seltsam, ja für verrückt und gefährlich gelten. Wir waren Erwachte, oder Erwachende, und unser Streben ging auf ein immer vollkommeneneres Wachsein, während das Streben und Glücksuchen der anderen darauf ging, ihre Meinungen, ihre Ideale und Pflichten, ihr Leben und Glück immer enger an das der Herde zu binden.”
(aus Demian S. 201 von Hermann Hesse)
”Diese Welt, wie sie jetzt ist, will sterben, sie will zugrunde gehen, und sie wird es.”
(aus Demian S. 189 von Hermann Hesse)
Die Zeit drängt, aber diesem Parteienkartell muß die rote Karte so schnell wie möglich und immer wieder gezeigt werden.
Auch dies ging mir, in der heutigen Dämmerungsstunde, mal wieder ausführlich durch den Kopf.
Nachtgedanken 82
Immer wieder das Gleiche
Der Weg nach innen ist eine lebenslange Reise
Kloster Maulbronn im August 2016
Unterm Rad von Hermann Hesse lese ich gerade.
„Wie ein Urwald gelichtet und gereinigt und gewaltsam eingeschränkt werden muß, so muß die Schule den natürlichen Menschen zerbrechen, besiegen und gewaltsam einschränken; ihre Aufgabe ist es, ihn nach obrigkeitlicherseits gebilligten Grundsätzen zu einem nützlichen Gliede der Gesellschaft zu machen und Eigenschaften in ihm zu wecken, deren völlige Ausbildung alsdann die sorgfältige Zucht der Kaserne krönend beendigt.“
(Zusammenfassung der Ansicht von Hans’ Rektor durch den Erzähler.-)
Kloster Maulbronn im August 2016
Der Weg nach innen – biographischer arte-Filmbericht über Hermann Hesse
https://www.youtube.com/watch?v=mD9UlT2hCpo
Sehr sehenswert – beinhaltet auch schöne Aufnahmen vom Kloster Maulbronn
Kloster Maulbronn im August 2016
Las gerade im Kapitel: Ich kaufe, also bin ich?
4. Trivialisierung der Welt- und Selbsterschaffung durch Massenproduktion und Massenkonsum
“Hat der Markt immer Recht, der Trivialserien höher als Theaterabende und Investmentbanking höher als Sozialarbeit wertet. Damit das Angebot wachsen kann, muß auch die Nachfrage wachsen. Dies geschieht am besten, indem zum Einen ständiges Begehren stimuliert und zum Anderen die Lebensdauer der Produkte bewußt gesenkt wird.
Ergebnis ist eine auf materiellen Konsum ausgerichtete Wegwerfgesellschaft, in der Produkte Sinn substituieren: Man kauft keine Creme, sondern ewige Jugend, kein Auto, sondern Status, keine Biokarotte, sondern ein reines Gewissen, keinen Anzug, sondern Aura, kein Möbelstück, sondern einen Lebensstil. Da die Produkte ihre Sinnversprechen nicht einzulösen vermögen, stellt sich kurz nach dem Konsum in der Regel Leere ein, die durch beschleunigten und verdichteten Konsum zu füllen ist: Mit der Unendlichkeit des Begehrens wird der Mensch zum vom Mangel getriebenen Wesen, das keinen Frieden finden kann, ehe es sich nicht vom Begehren befreit, wie es die buddhistische Lehre nahe legt.” (S. 245)
(Auszug aus: Der Mensch – ein Mängelwesen? – Endlichkeit – Kompensation – Entwicklung – Hrsg. Heinrich Schmidinger / Clemens Sedmak, wbg-Darmstadt, 2009)
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Diese Buchreihe von der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft (WBG) habe ich zwar schon seit Erscheinen, aber themenbedingt lese ich öfters mal in älteren Büchern nach. In dieser Reihe sind 7 Bände erschienen. Schmidinger, Heinrich / Sedmak, Clemens (Hrsg.)
Topologien des Menschlichen
Forschung – 7 Bände
Das beste Beispiel ist ja auch der Halloween Unsinn. Es ist nichts zu blöd , daß der deutsche Michel es den Amis nicht nachäffen würde. Aktuell ja jetzt auch noch die Grusel / Horror Clowns. Wie krank kann eine Gesellschaft noch werden – siehe auch:
Nachtgedanken 81
Nachtgedanken 80
„Der Takt wiederholt, der Rhythmus erneuert.“
Dieser kurze Satz aus dem Buch Vom Wesen des Rhythmus (S. 32) fasst Klages zentrales Anliegen zusammen: Der „Geist“, damit gemeint ist die so genannte naturwissenschaftliche Vernunft, hier verant- wortlich für den mechanisch aufgefassten Takt, ist eine lebensfeindliche Macht und dem rhythmischen Leben entgegengesetzt.
Ludwig Klages hat sich intensiv für im weitesten Sinne ökologische Belange im Sinne der Natur- und Heimatschutzbewegung zu Beginn des 20. Jahrhunderts eingesetzt. Schon früh prangerte er ganz konkret die Folgen der modernen Zivilisation, wie beispielsweise das Aussterben zahlreicher Tier- und Pflanzenarten, an.
Sein ganzheitliches Lebens- und Naturverständnis bezeichnete er selbst explizit als „Metaphysik des Heidentums“. Zu seinem Heidentum gehört dabei allerdings nicht der Glaube an konkrete Gottheiten, sondern eine Sichtweise, in der der Kosmos als beseelt und lebendig erscheint.
In dem Aufruf Mensch und Erde, dem Grußwort an den Freideutschen Jugendtag, formulierte Klages eine scharfe Kritik an der Naturzerstörung. Diese machte ihn zu einem Vordenker der Ökologiebewegung, die über bloßen Umweltschutz hinaus geht.
Ludwig Klages ist bis heute insbesondere bekannt durch sein weitsichtiges und zivilisationskritisches Grußwort an den Ersten Freideutschen Jugendtag, der 1913 bei Kassel auf dem Hohen Meißner stattfand. 3
ausgewählte Veröffentlichungen von Ludwig Klages:
· Mensch und Erde (Aufsatz) (1913)
– Der Geist als Widersacher der Seele (1929-32, Hauptwerk in 3 Bänden)
· Vom Wesen des Rhythmus (Sylt, 1933)
· Die Sprache als Quell der Seelenkunde (1948, Sprachphilosophie)
Nun ist er endgültig da
Nun ist er endgültig eingetroffen der unwirtliche Teil des Herbstes
So wasserreich es aber aussah, mit meiner Wanderung hatte ich Glück. Naß wurde ich nicht. Es fing dann erst in der Nacht an zu regnen. Allerdings hatte es vormittags etwas geregnet.
Blick von meinem Lieblingsweg in die Landschaft. Nun heißt es wieder gutes Schuhwerk anziehen und eine Mütze auf.
Es wird nie langweilig ~ weil es immer wieder neue Perspektiven und Sichtweisen zu entdecken gibt. —> siehe “Der Feldweg von Heidegger” oder Feldwege – Unterwegs auf Feldwegen – Wege u.a.
Die Natur ist noch voller Leben
Die Natur spricht noch zum Mensch, wenn ein unentfremdetes Gemüt sie zu sehen und zu hören versteht. Der Mensch geht nicht fehl, solange er sich dem Einfachen, dem Eigentlichen und damit dem Natürlichen nicht verschließt. Mit jedem Spaziergang, mit jeder Betrachtung weitet sich
das heimatliche Umfeld zum Universum aus. Immer wieder kann ich meine
geliebten und vertrauten Feldwege gehen, es ist nie langweilig, denn es
gibt immer wieder Neues zu sehen, etwas Übersehenes neu zu entdecken.
(Absurd-AG von 2013)
Die Wege sind jetzt zwar wieder naß
Es sah zwar immer wieder sehr nach Regen aus…
Es gab aber auch immer wieder hellere und freundlichere Abschnitte
Jedenfalls war es erfreulich, in meiner über 3 stündigen Wanderung, nicht in einen Regenschauer geraten zu sein. 🙂