“Das Staunen ist ein Glück,
und ist nicht auch das
Träumen ein Glück?”
(Edgar Allen Poe)
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Philosophische Gelassenheit
Für den Schüler des Tao ist Gelassenheit das menschliche Mitschwingen mit dem natürlichen Lauf der Dinge und der Einklang mit dem geistigen Weg des Tao, das ohne Unterschiede und ohne Bezeichnung ist. Jedes Ding hat ein inneres Wesen, und wer dieses in einem vollkommen ruhigen Gemüt erfaßt, bringt seine eigenen Fähigkeiten unmittelbar mit den Gegenständen und Bewegungen in Beziehung und schwingt mit in ihrem Rhythmus.
Die Schüler des Tao wie des Buddhismus sind in ihrer Wesensart und rechten Lebensführung eins mit der Allnatur und können die Kräfte des Weltalls in Anspruch nehmen. Wer sich gelassen und umsichtig verhält, meistert die Grundprinzipien und Ereignisse, denen er begegnet, und fügt in diesem Einklang keinem Menschen und keinem Ding Schaden zu; ebenso wird er selbst nicht Schaden erleiden.
Der Zenmeister Eugen Herrigel bezeichnet in seinem Nachlaßwerk „Der Zenweg“ die Gelassenheit als eine „in ihren Grundzügen erworbene, dann aber in Vollendung geschenkte Verfassung.“ Ist sie einmal erworben, dann wird der Erleuchtete sie nicht mehr verlieren, denn sie ist die allen innewohnende Wesenshaltung.
Die Gelassenheit lebt das Heute und kümmert sich nicht um das Morgen. „Im Heute versucht der Mensch, was immer er tut, mit Gelassenheit zu verrichten“, ist ein buddhistischer Spruch.
Literaturhinweis:
1. Mangoldt, von Ursula Das Glück der Gelassenheit – Lebenserfahrungen 1979, 2. Aufl. 198 8
2. Aufenanger, Jörg , Philosophie – Orbis Verl. München 1990
Der Weisheitsgedanke zur Nacht
Mentaler Weg der Gelassenheit
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Alles hat seine Zeit das Reden und das Schweigen.
Je mehr ein Mensch auf dem Pfad zur Weisheit wandelt um so gelassener wird er.
Mentalweg (Die Muschel der Erkenntnis)
Erkenne wie wenig Du brauchst, wenn du die Muschel der Erkenntnis gefunden hast. „Ist Mangel wirklich etwas so Schlimmes? Mangel ist in der langen biologischen Geschichte der Menschheit das Normale, ja geradezu die Triebkraft des Lebendigen. Die Beseitigung des Mangels ruft schwerste, zum Teil fatale Störungen hervor, wenn sie nicht von entsprechenden Einsichten begleitet ist, die wir in Form der Askese, des freiwilligen Verzichts kennen. Die gegenwärtige Situation der Menschheit verlangt von uns Verzicht, Askese im Großen bei der Planung künftiger Gesellschaftssysteme. …. (Friedrich Cramer, Autor)
Die stoische Philosophie und ihre Vertreter sind da Lebensgehilfen.
Marc Aurel ist zum Beispiel so ein Leitturm der Lebensphilosophie.
In seinem Werk “Selbstbetrachtungen” schreibt er über Themen wie Zeit und Muße, Eitelkeit und Vergänglichkeit. Lebensnah und tiefgründig beantwortet Marc Aurel Fragen, die uns angesichts des Älterwerdens und des Eintritts in eine neue Zeitepoche auch heute noch bedrängen.
Aber auch Seneca ist als Wegweiser sehr wichtig.
Wo sind sie geblieben?
Sag: Wo sind die Blumen geblieben? Die Blumen der Lebensfreude, die Blumen der schönen und der guten Dinge. Sie sind erstickt und gestorben in der Lawine von Haß- und Gewalt, von Mord- und Skandalgeschichten die uns allezeit umgeben. In den Medien, in der Welt.
Die Nacht
Nacht ist wie ein stilles Meer,
Lust und Leid und Liebesklagen
Kommen so verworren her
In dem linden Wellenschlagen.
Wünsche wie die Wolken sind,
Schiffen durch die stillen Räume,
Wer erkennt im lauen Wind,
Obs Gedanken oder Träume?-
Schließ ich nun auch Herz und Mund,
Die so gern den Sternen klagen:
Leise doch im Herzengrund
Bleibt das linde Wellenschlagen.
(Joseph v. Eichendorff)
Wie oft saß ich schon in einsamer Nacht, in meiner Dachstube unterm Dachfenster, im fahlen Mondesschein. Milliarden Sterne funkeln…
und kann es oft nicht glauben schon so alt zu sein.
Wo sind nur all die Jahre hin?
In der Zeitmatrix verfangen
Gefangen in der Zeit-Matrix – dem Zeittunnel
Mir will es nicht so richtig in den Kopf, daß nun schon bald wieder der Sommer Vergangenheit ist, der Herbst vor der Tür steht und nullkommanichts ist auch schon wieder das Jahr herum.
“ Für den frühen Menschen war der Weltraum
ein unkontrollierbares Mysterium. Für den
Menschen im Technologiezeitalter hat
ZEIT
die gleiche Bedeutung.”
(Marshall MCLuhan)
Die Schatten werden wieder länger
Wenn die Zeit schneller als gewöhnlich vergeht, frägt man sich immer warum?
Wie Augustinus herausfand, müssen wir nur einmal innehalten und über Zeit nachdenken, dann werden wir feststellen, daß das Vertraute und Gewöhnliche sich alles andere als vertraut und gewöhnlich herausstellt. Panderei! Alles ist im Fluß, von einem Augenblick auf den anderen ist nichts mehr wie es war.
Das trifft eben nicht nur auf Zeit zu, sondern auch auf fast alles, was uns im Alltag selbstverständlich scheint. Vorhin war ich noch im Garten, wenn ich morgen ihn wieder ablaufe, hat sich vieles wieder verändert.
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Zeit ist Leben
und Leben ist Zeit
So viel wollte ich erledigen / erleben / tun / machen / und nun…
wie so oft stehe ich mit der Zeit mal wieder auf Kriegsfuß 🙁
Denn viele Arbeiten sind ja auch Jahreszeitgebunden.
Nachtgedanken 75
„Laß in Gedanken die Verstorbenen und die Lebenden an dir vorüberziehen, die sich an eitle und unnötige Dinge verloren haben und darüber vergaßen, ausschließlich ihrer eigenen Wesensart gemäß zu leben und ihrer Bestimmung zu folgen.” (Marc Aurel)
Du kannst dich ja als Mensch, auf dich selbst zurück ziehen. Der Mensch findet nirgends eine stillere und ungestörtere Einsamkeit als in seiner eigenen Seele.
Auf meinen zahlreichen Wanderungen in letzter Zeit, konnte ich ebenso wie in den Nachtgedanken, in der Waldesstille über so manches nachdenken, wenngleich die Wirkung der Natur im Vordergrund stand.
Schon eine Weile her
Guten Tag Herr Unke!
Über die Page \”warum wir krank werden\” bin ich auf Ihre Page aufmerksam geworden. Sie haben unglaublich gute Gedanken und ich werde mich intensiv mit Ihrer Seite auseinandersetzen, weil Sie offenbar zu der Sorte Mensch gehören, die sich mehr Gedanken macht als der Mainstream der restlichen Menschheit – leider sind solche Menschen eher selten anzutreffen…
schreibt mir eine Leserin aus der Schweiz zu meiner Matrixwelt
Woher kommt es denn, daß du und Tausende, die vielleicht nicht einmal von materiellen Sorgen bedrückt werden, sich nicht restlos glücklich fühlen? Doch nur, weil sie alle ihr Steinchen im Schuh haben.
Wenn du glücklich werden willst, mußt du Einkehr halten, dich hinsetzen
am Wegrand und Besinnung in dein Leben bringen, ehe du auf deiner
weiteren Lebenswanderung sinnlos weitertaumelst. Besinnung, Sammlung, Ruhe – das ist es, was dir und Tausenden fehlt, die das Glück, den Lebenserfolg, die ungetrübte Lebensfreude schon immer gesucht , aber nie gefunden haben.
Zeit meines Lebens habe ich mich mit diesen Themen, diesem Suchen auseinandergesetzt. Mir immer wieder die Fragen gestellt, Was ist Glück? Was bedeutet für mich Glück? Welche Wege gibt es zum Glück? Was ist der Lebenssinn? Wie gebe ich dem Leben Sinn und Richtung? Aber immer wieder kommen auch periodisch die Zweifel und die Fragen auf, warum werden wir krank, was hält uns gesund und was ist Gesundheit und Krankheit überhaupt? Aus aktuellem Anlaß und Betroffenheit, denke ich insbesonders über Gesundheit und Krankheit wieder intensiver nach.
“Gesundheit erbitten sich die Menschen in ihren Gebeten von den Göttern; dass es aber in ihrer Hand liegt, diese zu erhalten, daran denken sie nicht. Indem sie vielmehr durch Unmäßigkeit das Gegenteil davon bewirken, werden sie durch ihre Begierde selbst zu Verrätern an ihrer Gesundheit.”
(Demokrit 460 v Chr.)
„Wer nicht weiß, in welchen Hafen er will,
für den ist kein Wind der richtige.”
(Seneca)
Wie findet man heraus, welche Häfen man in seinem Leben anlaufen will, welche Wege man beschreiten möchte, wofür man leben will, welche Ideale und Träume man gerne verwirklichen möchte?
Tiefgründigkeit
Nachtimpressionen
Der Mensch in der Krise:
Dieser eklatante Mangel an allgemeiner wie psychischer Psychohygiene wirkt sich natürlich in der Folge dann besonders verheerend aus, wenn der Mensch in eine Krise gerät. Der Mensch wird in einer Krise in eine Art “Niemandsland” hinauskatapultiert. Hinter ihm ist die Schranke herunter-
gelassen, das “Durchreisevisum” verfallen.
Der auf sich reduzierte Mensch fragt sich notgedrungen, ob das Unbekannte nur das negative Gegenteil des verlorenen Bekannten sein muß.
In der Krise muß ein Rätsel gelöst werden, das im Moment der mutigen Lösung aufhört, ein Rätsel zu sein – und klare Wirklichkeit wird, neu
betretenes, neu erworbenes Territorium, das es zu bestellen gilt.
Selbsterkenntnis mit Seltenheitswert
Die meisten Menschen sehen sich
auch in einem Spiegel immer nur so,
wie sie sich sehen wollen.
Schon Sokrates erkannte:
Wenn man die meisten Menschen beharrlich zu Dingen befragt, die
sie zu wissen glauben, fällt es ihnen oft schwer, selbst wenn es
eigentlich Experten auf dem Gebiet sein sollten (wollen).
Kaum verwunderlich, daß ihm nur wenige Bürger dankbar
für diesen Spiegel waren.
Unser Leben ist üblicherweise von einer Vielzahl von Annahmen
bestimmt, über die wir wohl bewußt noch nicht einmal nachgedacht
haben.
Gedanken in den Mai hinein
Liegt es an meinem Alter und der Tatsache, daß ich in letzter Zeit (die letzten drei Jahre) mehr Schwierigkeiten mir meiner Gesundheit hatte/ habe? Ja! Gebe es ja zu, das ich doch etwas verwöhnt gewesen bin. War es vielleicht sogar Vermeßenheit und Hochmut oder moderner ausgedrückt Arroganz oder Anmaßung??? Da können einem schon tausenderlei Dinge und Fragen durch den Kopf schwirren.
“Der Mensch, vom Weibe geboren, lebt kurze Zeit
und ist voll Unruhe, geht auf wie eine Blume und fällt ab,
flieht wie ein Schatten und bleibt nicht.”
(Bibel – Buch Hiob)
Schon Schopenhauer pflegte zu sagen:
“Alles weilt nur einen Augenblick
und eilt dem Tode zu.”
Leiden als Schlüssel zum Geheimnis des Lebens??
Ich weiß nicht, ich weiß nicht, also mit Leiden
und Krankheit hab ich es wirklich nicht so.
Eines weiß ich gewiß: Diese Themen werden mich noch länger beschäftigen.
Da ich da gestern wieder einige neue Bücher bekommen habe, kann ich
in diesem Themenbereich wieder ausgiebig mich verweilen.
Liebe zur Weisheit nicht mehr gefragt (Nachtgedanken)
Philosophie ist, in ihrem ursprünglichen Sinn, die "Liebe zur Weisheit".
Doch die Philosophie hat sich seit den Anfängen immer weiter von ihrem Ursprung entfernt und wurde zu einer Wissenschaft gelehrter Männer. Wissen wurde wichtiger als Weisheit – nicht nur in der Philosophie, sondern auch in unserer Gesellschaft.
Mehr zu wissen bedeutet jedoch noch lange nicht, weise zu sein.
Weisheit erschließt sich allen, "die ein offenes Herz für die geistigen und materiellen Schönheiten der Welt haben".
(Frieder Lauxmann)
Heute herrschen mehr Denktorheiten und Denkzwänge.
"Wir haben Weisheit am nötigsten, wenn wir am wenigsten an sie glauben."
(Hans Jonas)
Tagträumereien
Sinn und Wesentlichkeit
Gedanken zum Abend
Der Soziologe Lewis Mumford, der im Sinne der alten Weisheit des Laotse feststellt: „Je mehr die Menschen Mittel des Wohlstands haben, desto mehr kommt das Reich und das Haus in Verwirrung.“ […] läßt sich als Beleg dafür anführen, was Konrad Lorenz allgemeingültig zusammengefaßt hat: „Schon in grauer Vorzeit haben die Weisen der Menschheit ganz richtig erkannt, daß es für den Menschen keineswegs gut ist, wenn er in seinem instinktiven Streben nach Lustgewinn und Unlustvermeidung allzu erfolgreich ist.“
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Die Geschichte beweist: „Die Wohlstandsgesellschaft führt zur Unwohlseinsgesellschaft“ und zur Dekadenz, Verfall und Entartung.
Freiwilliger Verzicht ist dem Leben fremd.
Es gibt keine weise Umkehr, keinen klugen Verzicht.
(Oswald Spengler)
Nostalgie: Das waren noch Zeiten
Obrigheim am Neckar Beethovenstraße 1960 im Ausbau
Obrigheim 1966 (herrlich da war ich 16 Jahre alt) vor unserem Haus mit dem DB 190 D – So alt möchte ich nochmals sein und so clever und gescheit wie heute 😆
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1960 in Obrigheim in der Beethovenstraße
1960 war ich 10 Jahre alt. Das Haus war noch nicht ganz fertiggestellt. Wir hatten trotzdem schon drin gewohnt. Mir hat es gefallen. Hatte so was Abenteuerliches an sich und war was Neues für mich.
Lang, lang ist es her und heute ist man ein alter Knochen auf Abruf !!!
1967: Mein Vater mit unserem DB Mercedes 220 SE. Mit diesem Auto bin ich später in Walzbachtal , als ich meinen Führerschein hatte, auch noch rumgedüst.
Die Jugendzeit: Mit 17 hat man noch Träume und der Himmel hängt voller Geigen.
PS. Die Bilder sind natürlich nicht so toll, weil Papierbilder eingescannt.
Im Nachhinein betrachtet
Beim Aussortieren und aufräumen ging es mir wieder so durch den Kopf, welch enormer Aufwand da während meine freiberuflichen Selbständigkeit doch betrieben wurde. Ja, und wie viel Geldaufwand nebst Zeitaufwand da drin steckt. Erschreckend wie schnell dann ALLES überaltert ist und Schnee von gestern.
Der Aufwand mit der Vielzahl an Programmen, Software und Hilfsmitteln, alleine wie viele Disketten ich entsorgen mußte gestern. Kein Computer neuerer Bauart hat ja kein Diskettenlaufwerk mehr. Dann all die ZIP-Laufwerke mit den 100 MB und 250 MB Disketten nicht mehr zu gebrauchen.
Die vielen Fachhefte die da Monat für Monat eintrafen und bearbeitet werden wollten. Viele teure Loseblattwerke alle überflüssig, auch da stecken enorme Geldsummen drin. All die Fachbücher über IT-Technik, Computerei, Internet und Programmierung, Informationsmanagement und Datenbanken usw. alles wertlos geworden und längst überholt. Aber genau diese Bücher waren meistens sehr teuer.
Na ja! Enkelin Lena räumt und kruschtelt gerne mit mir in all den überflüssig gewordenen Dingen herum. 🙂
Aber nochmals! Glaube kaum – nachträglich betrachtet – , daß ich, wenn ich es noch mal zu tun hätte, solch einen immensen Aufwand betreiben würde.
Endzeitstimmung: Himmelfahrt ins Nichts
Passend zur Osterzeit: Endzeitstimmung
Endzeitstimmung: Auf dem Planeten der „Affenmenschen“
– In jeder Art seid ihr verloren: – Die Elemente sind mit uns verschworen. Und auf Vernichtung läuft´s hinaus (Goethe im Faust II) ………
Das wachsende Elend in der Welt wird die Zahl der Staatsstreiche, Revolutionen, Massenaufstände, auch Stammeskriege noch weiter erhöhen. Der Philosoph Alfred Weber hatte schon 1953 aufgrund der Entwicklung befürchtet, daß „ein Todeskampf um die Futterplätze auf der Erde“ entbrennen werde, bei dem ganze Bevölkerungskomplexe von Hunderten von Millionen radikal ausgerottet werden. Diese Katastrophe bedroht die gesamte Menschheit … sie wird überall Kriege hervorrufen, allgemeines Absinken des Lebensstandards nach sich ziehen.“
Dazu habe ich in den 2000er Jahren schon viel geschrieben. Nur die Mehrheit rafft es nach wie vor nicht. Da ist Hopfen und Malz verloren.
Die Kraft der Weisheit ist nicht erwünscht. 🙁
Wir können zum einen unter der Knechtschaft der banalen Gedanken leben oder aber durch sie Befreiung erlangen. Da zwischen Wissen und Weisheit ein Unterschied besteht, ist es kein Wunder, daß wir in “kranken Gesellschaften” leben.
Die Innenweltverschmutzung ist allgegenwärtig.
”Himmelfahrt ins Nichts” ist übrigens ein Buchtitel von Herbert Gruhl, mit dem ich mich damals öfters ausführlich darüber unterhalten habe. Herbert Gruhl war damals (nach seiner CDU-Zeit) eine Weile, wie ich selbst, Mitglied der “Grünen-Partei” bevor er sich abwandte. Dazu an anderer Stelle mehr.
Frühjahrsmüdigkeit
Das Leben plätschert so dahin, zwischen Müdigkeit und Träumerei, dampfender Teetasse und Stapel voller Papier und Bücher. So richtig auf den Posten war ich bislang auch noch nicht. Die Erkältung in der dritten Woche und etwas hartnäckig.
Es fehlte die frische Luft, die Sonne und das Laufen. 🙁
In meinen Dachstuben angefangen, all die vielen Ordner zu sichten und auszumisten, was nicht mehr gebraucht wird oder aktuell ist.
Wenn ich so überlege, wie viel Zeit und Aufwand in all den Dingen drinsteckt, nicht zuletzt auch der hohe Kostenaufwand. Besonders im IT-Bereich, die ganze Computerei ist sowas von schnelllebig, was man alles lernen und wissen mußte und das Meiste davon ist schon längst überholt, Schnee von ~~’?!*
Habe mich in letzter Zeit öfters gefragt ob ich diesen Aufwand nochmals so treiben würde… !?! ![]()
Da habe ich gerade alte Unterlagen von (1999) den Pionierzeiten / Anfangszeiten des Internetzes. Damals haben wir uns bei Veronika und im Usenet herumgetrieben 😆 Daran merkt man auch wie die Zeit vergeht.
neues geistiges Futter
geistige Gehirnnahrung Nach-Schlag 1
Ein Plädoyer für das Nichtstun
”Muße ist zur bedrohten Ressource geworden. Die Beschleunigungsgesellschaft mit ihrem Arbeitsdruck und dem Zwang zur permanenten Kommunikation lässt uns nicht zur Ruhe kommen. Dabei haben Hirnforscher und Psychologen längst herausgefunden, wie wichtig Phasen absichtslosen Nichtstuns sind. Sie fördern nicht nur die Regeneration und stärken das Gedächtnis, sondern sind auch die Voraussetzung für Kreativität. Ulrich Schnabel zeigt uns, wo wir auch heute noch Inseln der Muße finden können und bietet Anregungen für alle, die dem permanenten Drang zur Beschleunigung widerstehen wollen.” (Buchklappentext)
Nun, eigentlich bräuchte ich da keine Anleitung mehr, weil von mir schon sehr lange und ausgiebig praktiziert.
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“Könnten wir uns mit dem Lebensstil der Vorfahren begnügen, hätten wir dank unserer technischen Möglichkeiten alle Zeit der Welt. Doch wir reisen zwar schneller, aber dafür weiter, arbeiten effizienter, aber mehr, haben mehr Möglichkeiten, aber höhere Ansprüche. So ist Zeitnot zum Dauerzustand und zum Signum der modernen Gesellschaft geworden. Wir leben in einem System der Gehetzten.” (U.S)
Das Leben meiner Vorfahren, so z.B. meiner Großeltern väterlicherseits, haben mich doch etwas geprägt. An ihre Lebensweise muß ich öfters denken und sie ist mir oft auch ein gewisses Vorbild gewesen. An meinen Großvater denke ich immer dann, wenn ich mich mit Gesundheitsfragen bzw. mit Medizinthemen beschäftige, wie z.B. mit diesem Beitrag “Büchernachschlag” Wie hat mein Großvater es nur geschafft, ohne Pharmaindustrie und Medizinersyndikat, fast 100 Jahre alt zu werden und dies bei guter Verfassung.
“Seit dem Bestseller „Anleitung zum Müßiggang“ gilt Tom Hodgkinson als Experte für Genuss und Gelassenheit. In seinem neuen Buch nimmt er sich die negativen Erscheinungen unseres modernen Lebens vor: Erfolgsdruck, Versagensangst, Gier, Einsamkeit. Mit der für ihn typischen Mischung aus Humor, enzyklopädischem Wissen und Zitaten führt er vor, wie man sich aus diesen Zwängen befreien kann.”
(Buchklappentext)
Da habe ich sehr früh gelernt – oder kapiert – sich immer vom Hauptstrom fernhalten und das Gegenteil der Masse tun, bringt gewisse Freiheiten und Freiräume. Es war mir frühzeitig bewußt: Lebenskünstler leben besser und länger. Gesundheit kommt auch durch Eigensinn und Bewußtheit.
Diese Welt glaubt…
Diese Welt und diese Matrixbewohner glauben vieles… so auch dies:
der zivilisatorisch-technische Fortschritt bringe sie dem irdischen Paradies näher. Sie produziert hemmungslos – und zerstört dabei mit jedem Tag mehr die Natur, die Luft und das Wasser.
Sie befinden sich im Einklang mit dieser Welt. So wie sie dabei ist, sich selbst den Garaus zu machen, sind Sie drauf und dran, Ihr eigenes Leben zu verpfuschen. Sie glauben, Ihr beruflicher Aufstieg führe Sie einem gelungenen, genußreichen und begnadeten Erdendasein entgegen. Keine Weisheit steht Ihnen näher als diese:
„Vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß gesetzt….“
Wer all diese Ammenmärchen glaubt sollte sich einmal diesen Kurzfilm anschauen:
https://youtu.be/ipe6CMvW0Dg Aufklärung über den Massenmensch (*)
Sehr früh (als Jugendlicher schon) kam ich ins Grübeln ~ was es mit dieser eigenartig absurden Welt so auf sich hat. Deswegen wohl auch meine Studienwahl Psychologie und Philosophie und mein frühzeitiges Kulissenschieben (hinter die Kulissen schauen) ![]()
Das frühe Durchschauen der menschlichen Maskeradenschauspiele tat ein Übriges.
siehe Harry Haller in Hermann Hesses “Steppenwolf”
Auf den Altar des Erfolgs legen Sie bedenkenlos alles
, was überhaupt darauf Platz findet. Zugleich flehen Sie zwar nicht das Schicksals, aber doch der Gesellschaft Mächte untertänigst an, sie mögen Ihnen – wenn schon keine Hilfe – doch die nötige Aufstiegsgnade zuteil werden lassen.
Um den Sprung von der ebenen Erde hinauf in die Felsmassive des Management zu schaffen, opfern Sie die wahren Chancen Ihrer Selbstentfaltung und Selbstverwirklichung. Das Glück, das Sie sich ausmalen, werden Sie nie und nimmer erreichen. Es ist unser aller Tragödie, daß wir nicht merken, wie es mit uns abwärts geht, während wir uns in kräftigem Aufwind wähnen.
Sehr schnell erkannte ich, in der “normalen Psychologie” ist nichts für die wirklichen menschlichen Probleme und Schwierigkeiten zu finden. Deswegen die verschiedenen Weiterstudiengänge (so die Pastoralpsychologie u.a) und als Hilfe die Philosophie. In meiner umfassenden Diplomarbeit über >Angstkrankheiten< bzw, das Problem der Angst (Die Angst ist eine elementare Kraft) wurde mir sehr deutlich bewußt, daß die gängige Psychologie und die drei Hauptrichtungen der Psychotherapie, sehr beschränkt nur tauglich sind.
Sigmund Freud, bezeichnete als normalen Menschen jenen, der ungestört arbeitsfähig, liebesfähig und entspannungsfähig ist. Diese Definition wird auch heute noch von der Fachwelt weitgehend akzeptiert. Wer jedoch in einem dieser drei zentralen Bereiche – Arbeit, Liebe, Entspannung – deutlich und dauerhaft gestört ist, gilt als Neurotiker. In diesem Sinne sind die meisten von uns neurotisch. Wer kann noch engagiert lieben, wer völlig entspannen? Unser Denken und Handeln ist doch überwiegend karriere- und konsumorientiert. Unsere Gefühle sind monetenlastig. (siehe Erich Fromm: Kranke Gesellschaft und Haben und Sein)
Siehe —> die emotionale Pest und die Innenweltverschmutzung
Wir alle werden mehr und mehr zu außengeleiteten Menschen. Die normierten Leitwerte der Umwelt bestimmen fast ausschließlich unser Denken und Handeln. Unsere Vorstellung von Glück kann sich zwangsläufig nur noch darin erschöpfen, den Mitmenschen zu zeigen, was wir alles erreichen und konsumieren können. Unseren Stolz verdanken wir dem Neid der anderen.
(siehe auch Karriereterror und Dressur)
Zeitalter der Wut und der Aggressionen
Schon 1983 beschreibt Konrad Lorenz in „Der Abbau des Menschlichen“,(3) Fehlleistungen ursprünglicher sinnvoller Verhaltensweisen, die sich ins Gegenteil, ins Abnormale, ins Pathologische verkehrt haben. Die kollektive-aggressive Begeisterung, die die Gesellschaften und die Politik antreiben, beunruhigten ihn sehr. Er beklagte den erzwungenen Verzicht auf Einsicht, in die Irrgänge des menschlichen Geistes.
Ist der allgegenwärtige Zorn ein Produkt der Verdichtung und Beschleunigung unserer Lebensverhältnisse? Ja, natürlich aber nicht nur. Die ganze irrsinnig gesteigerte Konkurrenzmanie und die Globalisierung tragen ihr übriges dazu bei.
Der Renaissancephilosoph Michel de Montaigne hatte beobachtet, daß ein Bauer nur schwer zu erzürnen sei. Bis er wirklich wütend werde, müsse viel passieren. Montaigne sah den Grund für diese Gelassenheit darin: der Bauer sei der weiseste Mensch von allen – denn er wisse, wie abhängig sein Tun vom Wetter, vom Boden, vom Vieh und letztlich von Gott ist. Stadtleben dagegen mache zornig: Das stadttypische Reizklima aus Informationen, Konkurrenz, Mißtrauen mache die Menschen aggressiv.
In aller Deutlichkeit momentan zu beobachten.
So viele Wege bin ich noch nicht gegangen
…und trotzdem gehe ich immer wieder gerne die gleichen Wege.
Ja, ich habe viele Lieblingswege die ich immer gerne wieder laufe.
Und trotzdem denke ich in letzter Zeit sehr oft daran, wie viele
Wege und Flecken es doch noch in meiner näheren Umgebung gibt,
die ich noch nie gelaufen bin noch nie gesehen habe.
Gerade gestern liefen wir einen Weg hier bei uns, den wir auch
länger nicht gelaufen sind. Deswegen wird es auch nie langweilig
solche Wege in der näheren Umgebung zu laufen.
Mit jedem Spaziergang, mit jeder Betrachtung weitet sich
das heimatliche Umfeld zum Universum aus.
”In der jahreszeitlich wechselnden Luft des Feldweges gedeiht die wissende Heiterkeit, deren Miene oft schwermütig scheint. (…) Niemand gewinnt es, der es nicht hat”. (*)
siehe auch: Feldwege = Gleichförmigkeit?
Wenn ich die Wanderführer Kraichgau, Schwarzwald, Odenwald, Neckarsteig usw. so durchschaue, muß ich doch feststellen wie viele Wanderwege bzw. Routen ich noch nie gelaufen bin oder schon sehr lange nicht mehr.
Einer meiner neueren Lieblingswege in Weingarten
Wir sind früher zwar viel gelaufen, schon alleine wegen den Hunden die wir damals hatten, aber es gab auch Zeiten da war nicht so sehr an das Wandern und Laufen zu denken, allein schon aus Zeitgründen. Deshalb ist jetzt mein Bestreben all dies wieder nachzuholen. Da bin ich auch sehr dankbar, trotz meinem Alter noch unbeschwert und gut laufen zu können, trotz aller Rentner- Wehwehchen (Altersbeschwerden) die manchmal so nerven / plagen.
Die kleine Welt der Feldwege
“Willst du immer weiter schweifen?
Sieh, das Gute liegt so nah.
Lerne nur das Glück ergreifen,
Denn das Glück ist immer da.”
(J.W. von Goethe)
Feldflur zwischen Jöhlingen und Weingarten im Dezember 2015
Ein schlichter Feldweg in einer unspektakulären Landschaft und
doch ist sie Höhepunkt in einer vertrauten heimeligen Umgebung.
Die Natur spricht noch zum Mensch, wenn ein unentfremdetes Gemüt sie zu sehen und zu hören versteht. Der Mensch geht nicht fehl, solange er sich dem Einfachen, dem Eigentlichen und damit dem Natürlichen nicht verschließt. Mit jedem Spaziergang, mit jeder Betrachtung weitet sich
das heimatliche Umfeld zum Universum aus.
Weinbergweg Weingarten Dezember 2015 – im Hintergrund Jöhlingen
Aus der Eremitenklause Sirius
Eremitenweisheit
Wie sollte ich das ertragen, inmitten dieser so sehr bürgerlichen, so sehr geistlosen und zur Schau getragenen Welt und Zeit, im Anblick dieser Architekturen, dieser Geschäfte, dieser Politik, dieser Menschen.
Wie sollte ich nicht ein Eremit sein, inmitten einer Welt, von deren Zielen ich keines teile, von deren Freuden keine zu mir spricht.
Und in der Tat, wenn die Welt Recht hat, wenn dieser moralische Zerfall, diese Massenvergnügungen mit so vielen Menschen Recht hat, dann habe ich Unrecht, dann bin ich verrückt, dann bin ich wohl wirklich ein Eremit, der in einer fremden und unverständliche Welt eingedrungen ist.
Der Eremit hat einen Stab, einen festen Standpunkt. Er ist der Hüter eines Lichts. Er ist allein, weil er all-ein ist. Und er ist der Hüter eines Lichtes, weil er sein eigenes Licht gefunden hat und ihm treu war. Er lebt nicht in Sünde (=Sonderung). Er vergeht sich nicht (vergehen=sein Ziel nicht finden, sich verirren), weil ihm sein Licht auch im Dunkel leuchtet.
Er mag dir in der Welt arm begegnen oder reich – beides ist für ihn nicht wichtig. Wenn er arm ist, ist er es um des Geistes willen, wenn er reich ist, ist er es um des Geistes willen. Da er frei von persönlichem Ballast ist, kann er sich einem Menschen, einer Gemeinschaft oder einem Problem ganz widmen.
Er vollbringt größere Wunder als der Magier, aber nicht durch sein Tun, sondern durch sein Sein – er benötigt keine Manipulation. Seine Magie ist das Leuchten aus dem inneren Feuer. es berührt Dich, weil Du die Gegenwart von etwas Göttlichem spüren kannst.
Der Eremit (Tarotkarte)
Astrologische Entsprechung: Merkur, Jungfrau
Farbe: Grün-Gelb
Pfad: Die Intelligenz des Willens
Eremit Tarot:
Der schwarze Stab des Narren ist zur goldenen Stütze des Weisen geworden. Und damit zeigt uns das Tarot die beiden Weisen, nämlich den Narren und den Eremiten. Nur die Weisheit des Narren ist unbewusst, der Eremit hat erkannt.
„Ideen sind wie Wasser aus einer Quelle, deiner Seele. Der Ablauf des Wassers, das Bachbett sind deine Gespräche. Wer redet, ist wie ein Krug, der sich leert. Wer schweigt, wie ein Krug, der sich füllt. Du solltest nicht überlaufen, denn dieses Wasser wäre verschwendet. Doch gilt auch: Aus einem leeren Krug kannst du nicht trinken. So kommt das Gleichgewicht zwischen Schweigen und Reden. Denn da liegt die Weisheit. Müßtest du dich aber für eines von beiden entscheiden, so wähle das Schweigen.“
(Silvino Alves da Silva Neto)
Der Waldmönch: Antworten aus dem Wald
Rückzug
Du ziehst Dich zurück und konzentrierst Dich auf Dich selbst.
Meditation und innere Suche. Eine höhere Suche, die nur für Dich alleine Bedeutung hat und bei der Dir niemand sonst behilflich sein kann. Sie könnten Dich höchstens alle nur behindern.
Du schließt Dich ein und ziehst Dich zurück. Dabei ist es egal, ob Du Dich in Deiner eigenen Hirnschale verbirgst oder tief im Wald, auf einer kleinen Lichtung in einer Waldhütte.
Zeitreflexionen
Abendhimmel 21.12.15 vor der Bunkerwelt
”Die Zeit ist nur ein leerer Raum, dem
Begebenheiten, Gedanken und Empfindungen
erst den Inhalt geben.”
(Wilhelm von Humboldt)
Abendhimmel 21.12.15 vorm Bunkerfenster
Konrad Lorenz schreibt: „Der hastende Mensch ist sicher nicht nur von Gier gelockt, die stärksten Lockungen würden ihn nicht zu so energischer Selbstbeschädigung veranlassen können, er ist getrieben, und was ihn treibt, kann nur Angst sein.“
Mir war die ganze Vorweihnachtszeit kein Streß, sondern in dieser Jahreszeit lasse ich es besonders ruhig angehen. War auf keinen Weihnachtsmarkt, Geschenke für die Kinder schon längst gekauft. Obwohl wir nur 20 km von Karlsruhe entfernt sind, war ich das letztemal im Sommer in der Stadt.
Agathe weißt du ~ was der Oskar immer gegen die Stadt hat?
Karlsruhe Ettlinger Allee im Januar 2009
„Die Städte aber wollen nur das Ihre
und reißen alles mit in ihrem Lauf.
Wie hohles Holz zerbrechen sie die Tiere
und brauchen viele Völker brennend auf.
Und ihre Menschen dienen in Kulturen
und fallen tief aus Gleichgewicht und Maß,
und nennen Fortschritt ihre Schneckenspuren
und fahren rascher, wo sie langsam fuhren,
und fühlen sich und funkeln wie die Huren
und lärmen lauter mit Metall und Glas.“
(Rainer Maria Rilke)
Kranke Gesellschaften
«Der Mensch wird frei geboren, und dennoch liegt er in Ketten.
Man wähnt sich Herr der anderen und ist doch oft mehr Sklave als sie.
Wie kam es zu dieser Veränderung? Ich weiß es nicht.» (Rousseau)
Jean Jacques Rousseau hat diese Frage vor mehr als zweihundert Jahren am Anfang seines «Gesellschaftsvertrag» gestellt. Solange wir die Antwort auf diese grundlegende Frage nicht gefunden haben, nützt es wenig, neue Gesellschaftsverträge zu entwerfen. Seit Jahrtausenden schon gibt es in der menschlichen Gesellschaft etwas, das buchstäblich jeden Versuch im Sande verlaufen ließ, das große Rätsel zu lösen, das allen großen Führern der Menschheit in den letzten Jahrtausenden wohlbekannt war: Der Mensch ist frei geboren, und doch geht er als Sklave durchs Leben.
Bis jetzt wurde noch keine Antwort gefunden. Es muß in der menschlichen Gesellschaft etwas geben, das uns hindert, die richtige Frage zu stellen, um die richtige Antwort zu bekommen. Alle menschliche Philosophie steht unter dem Alpdruck vergeblichen Suchens.
(Reich, Wilhelm: Christusmord, S. 29)
Siehe auch: Erich Fromm: Die Angst vor der Freiheit
und Die kranke Gesellschaft
Inhaltsleere Gesellschaften
“Aber freilich… diese Zeit, welche das Bild der Sache, die Kopie dem
Original, die Vorstellung der Wirklichkeit, den Schein dem Wesen
vorzieht …; denn heilig ist ihr nur die Illusion, profan aber die
Wahrheit. Ja die Heiligkeit steigt in ihren Augen in demselben Maße,
als die Wahrheit ab- und die Illusion zunimmt, so daß der höchste
Grad der Illusion für sie auch der höchste Grad der Heiligkeit ist.“
(Feuerbach : Das Wesen des Christentums, Vorrede zur zweiten Auflage)
Diese inhaltsleeren Menschen sind tagein tagaus übers ganze Jahr zu beobachten.
Jetzt zur Weihnachtszeit, haben viele Menschen nichts anderes mehr im Kopf, als sämtliche Weihnachtsmärkte der Region abzugrasen. Da beschweren sie sich und stöhnen herum, der Streß, der Zeitdruck mit ihren Geschenken, da wird ein Kult um Alles betrieben, nur der eigentliche Sinn hinter Weihnachten ist total verloren gegangen. Übrig blieb eine Kauf- und Freßorgie an Weihnachten.
Wir leben in hochgradig narzißtischen, kranken Gesellschaften, in der das hohle Spektakel im Vordergrund steht.
“Das ganze Leben der Gesellschaften, in welchen die modernen Produktionsbedingungen herrschen, erscheint als eine ungeheure Sammlung von Spektakeln. Alles was unmittelbar erlebt wurde, ist in eine Vorstellung entwichen.”
wußte schon Guy Debord in “Die Gesellschaft des Spektakels zu berichten.
Diese abendlichen Dämmerungsstunden liebe ich
Beim heutigen Sonnenuntergang schien die Sonne so wunderschön in meine Bunkerwelt.
Für mich ist ganzjährig die Dämmerungsstunde wichtig, da halte ich meistens inne und laß meine Gedanken wandern oder träume
Auch heute hatten wir schönes Hochdruckwetter. Um diese Jahreszeit geht vor diesem Fenster die Sonne unter.
Da hält sogar ein Büchermensch in seinem Tun inne
Bild nicht so klar weil durch Fensterscheibe aufgenommen
Heute war tagsüber ein Tag wie Frühlingsbeginn. Blauer Himmel mit wenig weißer Bewölkung und warm in der Sonne. Im geschützten Süd-Hofbereich sogar in der Sonne 20° C. Allerdings gehen bei solcher Wetterlage um diese Jahreszeit die Temperaturen nachts runter. Aktuell noch 7, 6° C (22:41h) und hoher Luftdruck 1034 hPa, Wind 3 km/h aus O
Deswegen sind jetzt Kaminstunden
angesagt.
Zeitempfinden
Das Leben ist eine Zeitillusion –
ist die Zeit fließend?
”Die Hauptsache jener alten Erkenntnis, die Unwirklichkeit der Zeit,
sei bisher von der Technik noch nicht bemerkt worden, schließlich
werde aber natürlich auch sie entdeckt werden und den geschäftigen
Ingenieuren in die Finger geraten. Man werde, vielleicht schon sehr
bald, entdecken, daß nicht nur gegenwärtige, augenblickliche
Bilder und Geschehnisse uns beständig umfluten, so, wie die Musik
(…)
Und daß dies alles, ebenso wie heute die Anfänge des Radios, den
Menschen nur dazu dienen werde, von sich und ihrem Ziele weg zu fliehen
und sich mit einem immer dichteren Netz der Zerstreuung und nutzlosem
Beschäftigtsein zu umgeben.”
(S. 141, Der Steppenwolf von Hermann Hesse)
Wenn das Gestern und Vorher nicht mehr existiert, und das Morgen noch nicht Wirklichkeit ist, was bleibt? Nur das Jetzt – der Augenblick, so „kurz“ wie ein Wimpernschlag, daß man nicht einmal sagen kann, dieser Moment würde existieren und sei die Wirklichkeit – und doch nehmen wir es so als eine ganze Welt wahr!
Das Niedergangsszenario
„Immer cool, „Das vorliegende Buch beschreibt (…) einen niedergehenden Lebensstil – die Kultur des vom Konkurrenzdenken geprägten Individualismus, die in ihrem Niedergang die Logik des Individualismus ins Extrem eines Krieges aller gegen alle getrieben und das Streben nach Glück in die Sackgasse einer narzißtischen Selbstbeschäftigung abgedrängt hat. Die narzißtischen Überlebensstrategien geben sich als Emanzipation von den repressiven Lebensbedingungen der Vergangenheit aus und verhelfen so einer »Kulturrevolution« zur Entstehung, die die schlimmsten Eigenschaften eben der zerfallenden Kultur reproduziert, die sie zu kritisieren vorgibt.“ (S.14)
Alleinleben als Ausdruck der Bindungslosigkeit
„Persönliche Beziehungen sind aus mancherlei Gründen riskanter geworden – vor allem wohl deshalb, weil sie keiner dauerhafte Sicherheit mehr bieten. Männer und Frauen stellen extravagante Ansprüche aneinander und erfahren irrationale Zorn- und Haßgefühle, wenn diese Ansprüche nicht erfüllt werden. So nimmt es nicht wunder, daß mehr und mehr Menschen Distanz zu ihren Gefühlen bewahren möchten (…).
Sexueller Separatismus ist nur eine von vielen Methoden, dem Gefühl zu entkommen. Viele ziehen als Fluchtweg Drogen vor (…). Andere nehmen es einfach auf sich, allein zu leben, und lehnen Beziehungen zu beiden Geschlechtern rundweg ab. Mehr und mehr Einpersonenhaushalte etablieren sich und beweisen zweifellos eine neue Vorliebe für persönliche Unabhängigkeit, zugleich dokumentieren sie die Abwehr enger emotionaler Bindungen aller Art.“ (S.282)
Dies waren zu diesem Thema, von mir schon Berichte in den Jahren 2000 bis 2004.
Seitdem sind all diese Probleme noch viel offensichtlicher und dringender geworden.
Die Ausprägung der narzißtischen Persönlichkeit spiegelt unter anderem auch einen drastischen Wandel unseres Geschichtsbewußtseins wider. Der Narzißmus als Charakterstruktur ist typisch für eine Gesellschaft, die jedes Interesse an der Zukunft verloren hat. Dementsprechend leben die heutigen Konsumbürger auch, nach dem Motto: Nach uns die Sintflut (so z.B. Zu einem beunruhigenden Buch über den Zustand der Erde. Von Rupert Neudeck oder um es mit Herbert Gruhl zu sagen: Himmelfahrt ins Nichts.
Irrtum Mensch: Der Irrtum hat aus Tieren Menschen gemacht. Meint der deutsche Philosoph Friedrich Nietzsche.
“Wenn wir das Wirken des menschlichen Geistes über nahezu 5000 Jahre studieren und die Ergebnisse bilanzieren, dann müssen wir feststellen, daß sich die grundlegenden Verhaltensmuster überhaupt nicht geändert haben. Sie gleichen sich auch in voneinander isolierten Kulturkreisen, und die Vorstellungen untergegangener Kulturen tauchen später wieder auf.”
Knechtschaft der Gedanken
Die Kraft der Weisheit:
Wir können zum einen unter der Knechtschaft der Gedanken leben oder aber durch sie Befreiung erlangen. Zwischen Wissen und Weisheit besteht ein Unterschied.
Die Erfahrung der Einsicht ist Weisheit, der Versuch indes, dieser Einsicht habhaft zu werden, sie durch Worte zu vermitteln, ist Wissen.
Wir alle tragen Wissen in uns. Wir können anderen eine Menge grandioser Vorstellungen übermitteln. Wenn diesem “Wissen” jedoch keine Weisheit zugrunde liegt, dann ist es Wissen aus zweiter Hand, von außen stammendes Verständnis, und es mangelt ihm an Tiefe. [1]
“Mensch, steig’ nicht allzuhoch, bild’ Dir nichts Übrigs ein, die schönste Weisheit ist, nicht gar zu weise sein.”
(Angelus Silesius)
Wolkenlandschaft von einem Wolkenträumer
Nachdenkliches zur Nacht
”Des Menschen Seele gleicht dem Wasser, vom Himmel kommt es her, und wieder nieder zur Erde muß es, ewig wechselnd.”
(Johann Wolfgang von Goethe)
geheimnisvolles Gemäuer – was mag sich dahinter verbergen? –
“Nichts ist heiliger, nichts ist vorbildhafter als ein schöner, starker Baum.”
(H. Hesse “Mit dem Erstaunen fängt es an, S. 99, Bäume)
Der Weg nach innen
Herman Hesse ist bei mir immer präsent. Wenn ich nach Maulbronn fahre, um das Kloster Maulbronn zu besuchen, denke ich automatisch auch immer an Herman Hesse. Unterer Link führt zum ARTE Filmbericht über Herman Hesse
(Veröffentlicht am 09.08.2014 )
https://www.youtube.com/watch?v=x-Nzz7Dtp9o
Neben mir liegt das Buch von H. Hesse
Mit dem Erstaunen fängt es an
Herkunft und Heimat, Natur und Kunst
Auf S. 97: >Heimat in sich haben<
”Wie der Tag zwischen Morgen und Abend, so
vergeht zwischen Reisetrieb und Heimatwunsch mein Leben.”
Besser leben mit weniger
Landschaftsimpressionen Walzbachtal-Wössingen
Diät für die Seele und das Fordern
Weniger tun, aber das mit mehr Hingabe. Weniger verbrauchen, aber mehr auf Qualität achten und Umweltverträglichkeit. So entsteht ein Klima, in dem Menschen menschlicher leben und in dem Kinder besser gedeihen können. Glück bedeutet: sich am Einfachen erfreuen können, Zeit füreinander haben, Austausch pflegen, spontan feiern, spontan einfach etwas unternehmen. Überflüssigkeiten durch neue Notwendigkeiten ersetzen. Nur so kann die große innere Not und Verflachung in uns allen gewendet werden. So wie wir Diät für den Körper brauchen, brauchen wir Diät für die Seele.
Überflüssige Güter dieser Welt
«Von den Gütern dieser Welt sind die einen überflüssig, die anderen notwendig. Hier sei kurz darüber die Rede, seid aufmerksam, und lasst uns unterscheiden, sofern wir können, zwischen den überflüssigen und den notwendigen Gütern dieser Welt, damit ihr (ein)seht, dass Christus weder wegen der überflüssigen, noch wegen der notwendigen Güter zu verleugnen ist. Wer vermag die überflüssigen (Güter) dieser Welt aufzuzählen? Wollten wir sie erwähnen, müssten wir uns lange dabei aufhalten. Beschränken wir uns also auf das Notwendige. Was immer sich verändert, dies gehört zum Überflüssigen.””
( (Predigt Denis 16,1)