Gedanken in den Sonntag hinein

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Schade! Normal lasse ich es am Sonntag ruhig angehen. Da aber einiges dringend zu erledigen ist (wichtige Post, eben Briefe schreiben usw) werde ich wohl schon am Sonntag damit anfangen müssen. Überzeugt bin ich davon aber noch nicht. Morgen am Sonntag soll es ab 09 Uhr überwiegend sonnig hier sein. Da zieht es mich bestimmt wieder hinaus in die Natur. Der dringend benötigte Regen scheint mal wieder weit weg zu sein. Leichter Regen ist laut Wettervorhersage erst am nächsten Samstag (27.08.) zu erwarten.

Reise zum Sinn des Lebens

1. Verkörperung des Sinns1
Der SINN, den man ersinnen kann,
ist nicht der ewige SINN.
Der Name, den man nennen kann,
ist nicht der ewige Name.
Jenseits des Nennbaren liegt der Anfang der Welt.
Diesseits des Nennbaren liegt die Geburt der Geschöpfe.
Darum führt das Streben nach dem Ewig-Jenseitigen
zum Schauen der Kräfte,
das Streben nach dem Ewig-Diesseitigen
zum Schauen der Räumlichkeit.
Beides hat Einen Ursprung und nur verschiedenen Namen.
Diese Einheit ist das Große Geheimnis.
Und des Geheimnisses noch tieferes Geheimnis:
Das ist die Pforte der Offenbarwerdung aller Kräfte.

[Chinesische Philosophie: Laotse: Tao Te King – Das Buch des Alten vom Sinn und Leben. Asiatische Philosophie – Indien und China, S. 27152 (vgl. Laotse-Tao, S. 3)]

Wandern heißt für mich aus dem Alltag heraustreten, die Natur erleben, Seele und Körper stärken, die gute Waldluft einatmen, die Terpene im Körper wirken lassen und damit insgesamt die Gesundheit fördern.

Das Leben erschließt sich über das Wandern. Wir sind alle Wanderer, die den Lebensweg abwandern. Wandern erschließt dabei die stille und wohltuende Kraft für den Lebensweg.

Wandern in Muße ist Nicht-Handeln. Wunschlosigkeit ist leicht zu ernähren. Bedürfnislosigkeit braucht keinen Aufwand. Die alten Weisen nannten das: Wanderschaft, bei der man die Wahrheit pflückt. (Zhungzi)

„Des Wanderns Lust ist, daß man die Zwecklosigkeit genießt“, sagte einst der chinesische Philosoph Liczi.

Das Leben will keine Zeit verlieren. Wer wandert, wandelt sich mit jeden Schritt genauso wie der Bach, an dem der Philosoph sitzt und über die Vergänglichkeit nachdenkt.

Die zur Wahrheit wandern, wandern allein, keiner kann dem andern Wegbruder sein. Christian Morgenstern (1871 – 1914), deutscher Schriftsteller, Gedichte. Wir fanden einen Pfad. Neue Gedichte, 1914 –

In glücklichen Stunden Im Herzen geboren, Im Wandern gefunden, Im Wandern verloren: Wie ihr doch flüchtig und ewig seid, Liebe, Lieder und Jugendzeit. Georg von Oertzen (1829 – 1910), Schriftsteller.

 

Staunen als Urquell

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Staunen als Urquell der Erkenntnis und des Wissens. Diese kindliche Neugier muß ein Leben lang erhalten bleiben, um Erkenntnisgewinn zu erreichen. Als erwachsener Mensch darf man nicht das Fragen, das Hinterfragen verlernen.

„Wer philosophiert, darf den Boden nicht unter den Füßen verlieren. Wenn wir beim Denken den Alltag vergessen, ist das kein geistiger Höhenflug, sondern Flucht vor uns selbst. Wir müssen nur Muße und innere Freiheit genug haben, um auch über unsere alltäglichen Lasten und Lüste noch nachzudenken: dann geht uns an ihnen ein Stück Wirklichkeit auf. Ja, es ergeben sich von Alltagserfahrungen her Durchblicke, die dem Buchgelehrten verschlossen bleiben.“ [1]

Deswegen werde ich unter der Rubrik Philosophie, auch nur solche Texte und Gedanken einbinden, die erstens grundlegendes Denken zum Menschsein beinhalten, zweitens Texte zur Gesellschaft und drittens, Texte der praktischen Lebensphilosophie.
Lit.: [1] Plack, Arno: „Philosophie des Alltags“ , DVA, 1979;

In der Einfachheit, in der Beständigkeit und in der Achtsamkeit ist die Weisheit verborgen.

„Die Krise der Vernunft manifestiert sich in der Krise des Individuums, als dessen Agens (Handlung) Vernunft sich entwickelt hat. Dementsprechend ist der Zustand der Gesellschaft und des Individuums.

Das „individuelle Subjekt“ tendiert dazu, zu „einem eingeschrumpften Ich zu werden..

So entsteht ein neuer Menschentyp, der nicht mehr selbst ist, sondern nur noch „Echo seiner Umgebung“, der „wiederholt, nachahmt, indem er sich … anpaßt … Es ist ein Überleben … durch Mimikry“.
Deswegen ist auch überall diese Flachheit im Denken und diese Oberflächlichkeit in der Gesellschaft anzutreffen. Der Tiefsinn, das Tiefergehende fehlt. Die Banalität hat die Herrschaft übernommen. Der Durchgeknallte hat das Zepter übernommen. Die ICH-AG dominiert.

Der eindimensionale Mensch ist nicht mehr willens und fähig, aus seinem selbstgewählten Gefängnis auszubrechen. Was sehr deutlich in diesem unsäglichen Corona – Plandemie Wahn- und Irrsinn zu beobachten ist.

Neben Sartre ist es in Frankreich besonders Henri Lefebvre der versucht, in seiner „Kritik des täglichen Lebens“ Formen der Entfremdung und ihrer Verfestigung durch die Macht der herrschenden Ideologien aufzuspüren. „Das tägliche Leben“ ist der Ort, wo die Entfremdung für den Menschen in jeder Minute erfahren werden kann.

 

 

Tagesnotizen vom 28.07.22

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War wieder 2 1/2 Stunden im herrlichen schwedischen Sommer unterwegs mit meinen Lieblingshimmelbildern. Gestern war wandern nicht möglich, da wir den 14 Geburtstag von Enkelin Lena gefeiert haben.

Es war wieder ein Genuß und eine große Freude für mich in dieser Umgebung zu wandern. Es waren angenehme 25° C

Wenn ich die heutige Route wandere, komme ich immer an diesem typischen Schwedenhaus vorbei. Der Anblick setzt meistens ein Gedankenkino in Gang. Das Haus wäre das ideale Refugium für eine Philosophen-Einsiedelei. Ein großes Arbeitszimmer unten rechts, eine kleine Kammer links und eine kleine Küche rückseitig und oben der Schlafraum.

Das Haus liegt idyllisch in einer Waldinsel, umgeben von Wald. Weit und breit kein anderes Anwesen. Je nach Sonnenstand kann vorne und hinter dem Haus auf der Bank den Gedanken nach geträumt werden. Ein Brunnen versorgt mit Wasser, eine Sickergrube die Abwässer. Das erinnert mich dann immer an Eremit Sirius und Thoreau zur Philosophie und Philosophen und das Leben im Wald.

Thoreau zur Philosophie und Philosophen

„Heutzutage gibt es Professoren der Philosophie, aber keine Philosophen. (…) Um ein Philosoph zu sein, ist es nicht genug, geistreiche Gedanken zu haben oder eine Schule zu gründen, sondern man muss die Weisheit so lieben, dass man nach ihr lebt, ein Leben der Einfachheit, der Unabhängigkeit, der Großmut und des Vertrauens. Man muss einige der Lebensrätsel nicht theoretisch, sondern praktisch lösen.“ (Walden,S.27)

Die Ruhe hier ist einfach himmlisch.


„Warum müssen wir uns wahnsinnig beeilen, Erfolge zu erringen, und wozu stürzen wir uns in solch verzweifelte Unternehmungen? Wenn jemand mit seinen Gefährten nicht Schritt hält, so tut er es vielleicht deshalb nicht, weil er einen andern Trommler hört.“ (Walden, S. 316)

Die Weite der Landschaft erzeugt das Gefühl der Freiheit.

„Wie niedrig auch dein Leben sein mag, tritt ihm entgegen und lebe es! Weich ihm nicht aus und gib ihm keine Schimpfnamen! Es ist nicht so schlecht wie du. Es sieht am ärmsten aus, wenn du am reichsten bist. Der Krittler findet auch im Paradies etwas zu bekritteln. Liebe dein Leben, so arm es ist! (Walden, S. 318)

 

 

Zukunftsvisionen von einem der wenigen Denker unserer Zeit

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Der einsame Denker war noch nie beliebt.

Prognosen „Der bedrohte Frieden“ von C. F. von Weizsäcker erfüllt?

„Der Friede in der Welt war bedroht. Der Friede ist nach wie vor bedroht, weil er niemals wahrer Friede war und weil die Grundprobleme, die zu Friedlosigkeit und Krieg führen, ungelöst geblieben sind. Entspannung zwischen den großen Mächten ist vorerst eingetreten. Rüstungskontrolle und Rüstungsabbau wird betrieben. Aber der Unfriede zwischen den Nationen ist gewachsen.

Bürgerkriege, »friedenserhaltende« Interventionskriege, rassistische Säuberungskriege, Stammeskriege, Völkermorde, Kriege terroristischer Kollektive sind an der Tagesordnung. Die Weltöffentlichkeit hat erkennen müssen, dass das Potential an kriegerischer Aggressivität, Militanz und nationalistischer Gewalt keineswegs entschärft ist.

Dass Kriege, kalte wie heiße, und explosive Krisen nicht regionale Betriebspannen sind, sondern Folgen ungelöster Grundprobleme: darüber hat Carl Friedrich von Weizsäcker in seinen friedenspolitischen Studien aufgeklärt. In Analysen und Appellen, in politischen Programmen und Essays hat er auf die längerfristige Instabilität des heutigen Weltsystems hingewiesen: unter militärischen, außenpolitischen, wirtschaftlichen, sozialen und seelisch-kulturellen Gesichtspunkten.

Carl Friedrich Von Weizsäcker sagte in seinem letzten großen Werk „Der bedrohte Frieden“ erschienen 1983 im „Hanser-Verlag“, innerhalb weniger Jahre den Niedergang des Sowjet-Kommunismus voraus

(- er wurde damals ausgelacht). Seine Prognose, auf welches Niveau der Lohn-, Gehaltsabhängigen zurückfallen würde, wenn der Kommunismus nicht mehr existiert, war schockierend. Weizsäcker beschreibt die Auswirkungen einer dann einsetzenden „Globalisierung“,
(obwohl es damals dieses Wort noch nicht gab), so wie er sie erwartete:
01. Die Arbeitslosenzahlen werden weltweit ungeahnte Dimensionen erreichen.

02.Die Löhne werden auf ein noch nie da gewesenes Minimum sinken.

03.Alle Sozialsysteme werden mit dem Bankrott des Staates zusammenbrechen. Rentenzahlungen zuerst. Auslöser ist eine globale Wirtschaftskrise ungeheurer Dimension, die von Spekulanten ausgelöst wird.
04. Circa 20 Jahre nach dem Untergang des Kommunismus werden in Deutschland wieder Menschen verhungern. Einfach so.

05. Die Gefahr von Bürgerkriegen steigt weltweit dramatisch.

06. Die herrschende Elite wird gezwungen, zu ihrem eigenen Schutz Privatarmeen zu unterhalten.
07. Um ihre Herrschaft zu sichern, werden diese Eliten frühzeitig den totalen Überwachungsstaat schaffen, und eine weltweite Diktatur einführen.
08.Die ergebenen Handlanger dieses „Geld-Adels“ sind korrupte Politiker.

09.Die Kapitalwelt fördert wie eh und je einen noch nie dagewesen Nationalismus (Faschismus), als Garant gegen einen eventuell wieder erstarkenden Kommunismus.
10. Zum Zweck der Machterhaltung wird man die Weltbevölkerung auf ein Minimum reduzieren. Dies geschieht mittels künstlich erzeugter Krankheiten. Hierbei werden Bio-Waffen als Seuchen deklariert, aber auch mittels gezielten Hungersnöten und Kriegen. Als Grund dient die Erkenntnis, daß die meisten Menschen ihre eigene Ernährung nicht mehr finanzieren können, jetzt wären die Reichen zu Hilfsmaßnahmen gezwungen, andernfalls entsteht für sie ein riesiges, gefährliches Konfliktpotential.
11. Um Rohstoffbesitz und dem eigenen Machterhalt dienend, werden Großmächte Kriege mit Atomwaffen und anderen Massenvernichtungswaffen führen.
12. Die Menschheit wird nach dem Niedergang des Kommunismus das skrupelloseste und menschenverachtendste System erleben, wie es die Menschheit noch niemals zuvor erlebt hat, ihr „Armageddon“ („Endkampf“).
Das System, welches für diese Verbrechen verantwortlich ist, heißt
„unkontrollierter Kapitalismus“.

C. F. von Weizsäcker sagte 1983 (vor 25 Jahren), daß sein Buch, welches er als sein letztes „großes Werk“ bezeichnete, mit Sicherheit von der Bevölkerung nicht verstanden würde, und die Dinge somit ihren Lauf nehmen!

Das deutsche Volk bewertete er wenig schmeichelhaft wie folgt:
(a) absolut obrigkeitshörig,
(b) des Denkens entwöhnt,
(c) typischer Befehlsempfänger,
(d) ein Held vor dem Feind, aber ein totaler Mangel an Zivilcourage!
(e) Der typische Deutsche verteidigt sich erst dann, wenn er nichts mehr hat, was sich zu verteidigen lohnt. Wenn er aber aus seinem Schlaf erwacht ist, dann schlägt er in blindem Zorn alles kurz und klein – auch das, was ihm noch helfen könnte!!

Die einzige Lösung, die Weizsäcker bietet, ist die Hoffnung, daß nach diesen unvermeidlichen Turbulenzen dieser Planet noch bewohnbar bleibt. Denn Fakt ist, die kleine Clique, denen diese Welt schon jetzt gehört, herrscht nach dem einfachen, aber klaren Motto: „Eine Welt, in der wir nicht das alleinige Sagen haben, die braucht es auch in Zukunft, nicht mehr zu geben“.
Wie bereits oben erwähnt, rechnete Weizsäcker nicht damit, verstanden zu werden.

Das sind wirklich sehr vorausschauende Gedanken. Das Meiste ist so auch tatsächlich eingetreten. Bei tiefem Nachdenken und analysieren aber auch nachzuvollziehen.

Auf die Frage eines Journalisten, was ihn denn am meisten stören würde, antwortete er: „Mich mit einem dummen Menschen unterhalten zu müssen“
Zitiert nach:
http://www.ralfhascher.de/wp-content/uploads/2014/08/Carl-Friedrich-von-Weizs%C3%A4cker-Der-bedrohte-Frieden.pdf

(Fettdruck von mir eingefügt O.U)

Vieles hat sich schon lange abgezeichnet, wenn man auch gelernt hat, die Äußerungen und die Aussagen zu erkennen und dementsprechend einzuordnen. Das Meiste ist auch öffentlich einsehbar und kein Geheimnis oder gar eine Verschwörungstheorie.

Die Zensur ist die jüngere von zwei schändlichen Schwestern, die ältere heißt Inquisition. Die Zensur is‘ das lebendige Geständnis der Großen, daß sie nur verdummte Sklaven treten, aber keine freien Völker regieren können.“ – Johann Nepomuk Nestroy, Freiheit in Krähwinkel.

Man muß sich im Klaren sein, daß es nun einmal eine große Mehrheit von Menschen gibt, denen alles egal ist, solange Ihnen jemand den Weg zeigt. Hauptsache nicht selber denken müssen.


Der Gedanke des Tages (Reflexionen am Sonntag)

Reflexionen

Im heutigen Leben gehört die Welt einzig den Dummen, den Selbstgefälligen und den Umtriebigen. Das Recht zu leben und zu triumphieren erwirbt man heute mehr oder minder mit den gleichen Mitteln, mit denen man die Einweisung in ein Irrenhaus erreicht: die Unfähigkeit zu denken, die Unmoral und die Übererregtheit.

(aus Fernando Pessoa “Buch der Unruhe”)

Orientierung finden im Meer der Zeit und Beliebigkeit

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Auf der Suche!

Die Toren und die Narren kommen und gehen…

Sie waren schon immer in der Überzahl, daran wird sich in der Menschheitsgeschichte nie etwas ändern. . Es nimmt so oder so alles seinen Lauf. Es reicht mir meine Genugtuung, vorher gesehen zu haben, wohin dieser Weg der „Narrenkäfige“ (*) führt.

„Das Unendliche, woran du von beiden Seiten angrenzt, hier die Vergangenheit, dort die Zukunft, ist ein Abgrund, worin alles versinkt. Wäre es denn nicht eine völlige Narrheit, sich über solche Dinge zu ereifern, sich darin zu versteifen oder über etwas zu klagen, das uns nur eine so geringe Zeit Unannehmlichkeiten machen kann?“ (Marc Aurel)

Dieser Spuck des Neoliberalismus und des entarteten Raubtierkapitalismus und der neoliberalen Banden zu Berlin, entsorgt sich allsbald von selbst. Es ist nunmehr nur eine Frage der Zeit, des berühmten Schmetterlingsschlags der Chaosforschung, bis dieses System implodiert und zusammenbricht.
Habe ein wenig im Internet Archiv hereingeschaut und die Versionen mit den gespeicherten Versionen auf den Festplatten verglichen.

Erkenntnisgeburt: Was ist Wahrheit? Wahrheit ist ein Anspruch an das Erkennen und die Konstruktion eines übergeordneten Rahmens über die individuelle Einsicht hinaus. Wahrheit meint absolute Wahrheit und bezeichnet etwas, das über das Individuum, den Menschen und den Kontext hinaus wahr ist. Absolute Wahrheit ist die Wahrheit eines – angenommenen – göttlichen Wesens. Absolute Wahrheit in gesellschaftlichen Kontexten gibt es nicht, eben sowenig wie in allen anderen Belangen. Dennoch gibt es eine „Wahrheit“ des Individuums, da dieses – sofern es in der Gesellschaft involviert ist und – beispielsweise – eine Meinung vertritt – einen Standpunkt, sein Interesse, verbindlich vertritt und verteidigt. Da alle Positionen ohnehin gleichwertig – um nicht zu sagen gleichgültig – sind, muss das Interesse die Legitimation sein, eine spezifische Wahrheit zu vertreten und sie auch als solche zu benennen. (unzulänglicher Entwurf) Gottfried Benn: „Der Mensch ist nicht einsam, aber das Denken ist einsam.“

Gegensätze.

Guter Rat ist im Ohr der Torheit, wie Wind im Käfig:

„Wie Wind im Käfig,
wie Wasser im Siebe ist
guter Rat im Ohr der Torheit
und der Liebe.“
(Friedrich Rückert)

Dem Müßiggang gefrönt

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Nachsinnen auf einen schönen Sonntag und einen verbummelten Montag.

Hier sitze ich nun und treibe nichts,
träume nur in bunten Welten,
denke an vergangene Zeiten
und an das kommende Nichts.

Habe sehr viel über vergangene Zeiten nachgedacht. Wohl manchmal normal in meinem Alter? Diese Gedanken kamen mir, weil ich so sehr froh bin, hier auf diesem Flecken Erde gelandet zu sein. Dachte so an die Zeiten in D. meine Wanderungen, die Landschaften in D. die mir gefallen haben. Dass ich den Eindruck habe, hier schon viel länger zu sein und im Grunde nichts aus der Vergangenheit vermisse.
Es war sowohl der Sonntag wettermäßig ein wunderschöner Sommertag. Der Montag war auch sehr angenehm und hatte mich verführt, lange hinter unserem Haus in der Sonne zu sitzen und den Herrgott einen guten Mann sein lassen. Nichts Bestimmtes denken, einfach den Gedankenstrom ziehen lassen.

Auch die Augen haben ihr tägliches Brot:
den Himmel.
(Ralph Waldo Emerson)

Den blau-weißen Himmel betrachten, den Wolken nachsinnen, das ist einfach eine Lieblingsbeschäftigung von mir. Bin ein Himmel- und Wolkengucker. 😆

Nachklang vom Sonntag.

Der Weise, welcher sitzt und denkt
Und tief sich in sich selbst versenkt,
Um in der Seele Dämmerschein
Sich an der Wahrheit zu erfreun, …
Hat keine Uhr und keine Eile
Und äußerst selten Langeweile..
(Auszug Wilhelm Busch)

 

Besser leben mit weniger

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Mit weniger auskommen, geht das überhaupt?

Diät für die Seele und weniger tun, aber das mit mehr Hingabe. Weniger verbrauchen, aber mehr auf Qualität achten und Umweltverträglichkeit. So entsteht ein Klima, in dem Menschen menschlicher leben und in dem Kinder besser gedeihen können. Glück bedeutet: Sich am Einfachen erfreuen können, Zeit füreinander haben, Austausch pflegen, spontan feiern, spontan einfach etwas unternehmen. Überflüssigkeiten durch neue Notwendigkeiten ersetzen. Nur so kann die große innere Not und Verflachung in uns allen gewendet werden. So wie wir Diät für den Körper brauchen, brauchen wir Diät für die Seele.

Die Dinge dir zufrieden und glücklich machen, müssen nicht zwangsläufig etwas kosten. Frau Gemahlin ist da kreativ tätig, während ich selber meine Zufriedenheit aus dem „Denken“ ziehe.

Von den überflüssigen Gütern dieser Welt

«Von den Gütern dieser Welt sind die einen überflüssig, die anderen notwendig. Hier sei kurz darüber die Rede, seid aufmerksam, und lasst uns unterscheiden, sofern wir können, zwischen den überflüssigen und den notwendigen Gütern dieser Welt, damit ihr (ein) seht, dass Christus weder wegen der überflüssigen, noch wegen der notwendigen Güter zu verleugnen ist. Wer vermag die überflüssigen (Güter) dieser Welt aufzuzählen? Wollten wir sie erwähnen, müssten wir uns lange dabei aufhalten. Beschränken wir uns also auf das Notwendige. Was immer sich verändert, dies gehört zum Überflüssigen. Zum Notwendigen gehören in dieser Welt lediglich diese zwei (Güter), das Heil und der Freund: Diese sind hoch einzuschätzen und nicht zu verachten. Das Heil und der Freund sind natürliche Güter. Gott schuf den Menschen, auf dass er sei und lebe: Es gibt das Heil; aber auf, dass er nicht allein sei, ist ihm die Freundschaft beigesellt. Es beginnt also die Freundschaft bei der Gattin und Söhnen, und sie reicht bis zu den Fremden» (Predigt Denis 16,1).

 

Sehnsuchtswelten

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Sehnsucht!

Heimweh und Sehnsucht haben das Suchen gemeinsam, das Suchen nach etwas Verlorenem oder noch nicht Gefundenem, beiden Gefühlslagen ist das Unbehagen an der Gegenwart gemeinsam.
Sehnsucht und Heimweh nach kosmischer Beheimatung.

Sehnsuchtswelten – Wunderland

Sehnsucht
Es schienen so golden die Sterne,
Am Fenster ich einsam stand
Und hörte aus weiter Ferne
Ein Posthorn im stillen Land.
Das Herz mir im Leib entbrennte,
Da hab ich mir heimlich gedacht:
Ach, wer da mitreisen könnte
In der prächtigen Sommernacht!

Zwei junge Gesellen gingen
Vorüber am Bergeshang,
Ich hörte im Wandern sie singen
Die stille Gegend entlang:
Von schwindelnden Felsenschlüften,
Wo die Wälder rauschen so sacht,
Von Quellen, die von den Klüften
Sich stürzen in die Waldesnacht.

Sie sangen von Marmorbildern,
Von Gärten, die überm Gestein
In dämmernden Lauben verwildern,
Palästen im Mondenschein,
Wo die Mädchen am Fenster lauschen,
Wann der Lauten Klang erwacht
Und die Brunnen verschlafen rauschen
In der prächtigen Sommernacht. –

[Eichendorff: Gedichte [Ausgabe 1841].
Bei solchen Gedichten geht mir die Fantasie und die Melancholie durch.

Laß deine Träume in bessere Welten reisen.

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Jetzt kann ich Bachträume tatsächlich am eigenen Bach träumen. Leider ist das Wetter noch nicht dazu ideal. Auch heute zeitweise wieder Regen.

Traum von einer heilen Welt.

Das Wasser murmelt Dir ein Lied… Setz Dich an einen Bach und sei einfach da. Das Lied des Wassers wird Deine Sorgen aufnehmen und sie hinab zum Meer tragen. Imagination und Selbstsuggestion kann sehr viel bewirken und befreiend sein.

Schick deine Träume auf die weite Reise.

Die enge und falsche Matrix zu überwinden, führt in andere Dimensionen. Sie läßt die Sinne, die Fantasie, die Imagination auf der letzten Ebene des Seins, den Baum des Paradieses erkennen.
Auf immer grünendem Zweig,
saß ein Vogel und sang
die ewige Melodie
der Freiheit.
Dieses Lied wird aber gar nicht mehr so gerne gehört.

Dieser unser Bach kommt aus dem oberen See und fließt in diesen unteren See.

Ferne Paradieswelten
Oskar träumte und sinnierte heute mit Kröte Willy auf der Bank im hinteren Gartenbereich. Da wir einen Naturgarten haben, hat sich da im Laufe der vielen Jahre eine ökologisch und natürliche Artenvielfalt eingestellt. Dazu gehören auch Kröten, Salamander, kleine Lurche, Grillen in allen Schattierungen und Größen und viele andere.

Oskar saß sinnierend auf der Bank, genoß die himmlische Ruhe, daß noch schöne Spätsommerwetter, ja man kann schon von Altweibersommer sprechen. Und plötzlich kam wieder, die doch größere Kröte Willy. Er blieb bei mir da hinten sitzen und man konnte den Eindruck gewinnen, als wenn er es mir gleichtun wollte. Wir schauten uns eine Weile gegenseitig an, dann hing jeder wieder seinen eigenen Gedanken nach. Oskar nahm wieder sein hinfort gleiten zu den glückseligen Inseln auf. Oder anders ausgedrückt, er tat Zazen (ein Begriff aus der meditativen Praxis). Zazen ist Sitzen in der Stille. Wenn man sich zur Stille hingesetzt, hört man jeden geringsten Lärm, jedes Geräusch: wie die Autos vorbeifahren, (bei uns Gott sei Dank nicht der Fall, weil kein Durchgangsverkehr, sondern eine ruhige Sackgasse) wie der Wind die Blätter bewegt, wie ein Bach rauschend fließt, wie Stimmen oder ferne Musik herüberweht…. Die Gedanken frei fluten lassen, einfach nichts Bestimmtes denken wollen, die Gedanken in ferne Welten und schöne Tagträume entfliehen lassen. So langsam spüren, wie sich das Gefühl des getragenen Seins und des Einswerden mit sich selbst einstellt. (dies schrieb ich vor Jahren einmal auf dem MP-Netz unter der Rubrik >Sehnsuchtswelten< )
Nun habe ich noch mehr solche stille Plätze und kann nach Herzenslust Zazen. Ja, und eine ähnliche Kröte habe ich am Haus und Bach auch schon gesichtet.

Doch noch Nachschub

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Für lange, schwedische Winterabende.

Wo man auch hinschaut, Lumpen, Betrüger, Mafiosi, Medizinsyndikat, Pharmamafia, Giftmischer und Suppentütenmixer.

Food War von Hans-Ulrich Grimm

Profit auf Kosten unserer Gesundheit!

Lebensmittelkonzerne, Pharmariesen und die Politik

Wir geben mehr Geld für Krankheiten als für Lebensmittel aus. Warum? Weil die industriell hergestellte Nahrung zu Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Übergewicht führt. Die Nahrungsmittelkonzerne und die Gesundheitsindustrie verdienen gut daran, so das Ergebnis der weltweiten Recherchen von Dr. Hans-Ulrich Grimm. Der Reiz zur Änderung hält sich diesseitig also in Grenzen. Zu allem Überfluss mischt die Politik auch noch mit – auf der Seite des Ungesunden.

»Wenn es um Lebensmittel geht, hat die Demokratie Pause.« Dr. Hans-Ulrich Grimm

Wenn wir mit gesundheitlichen Beschwerden durch eine falsche Ernährung zu kämpfen haben, warum setzen wir dann nicht einfach auf gesunde Lebensmittel? Der Journalist und Bestsellerautor Dr. Hans-Ulrich Grimm kennt die Antwort: Es ist schlicht ein Milliardenspiel der Lebensmittelkonzerne und Pharmariesen. Und die Politik arbeitet hinter den Kulissen mit den Konzernen zusammen, legalisiert deren Problemprodukte – und schiebt den Konsumenten die Schuld zu, wenn sie davon krank werden. Food War beleuchtet die ungesunden Geschäfte und öffnet die Augen für die Profitabilität der Konzerne und die Rolle der Politik auf unsere Kosten.

 

Was uns trägt

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Grafik aus vergangenen MP-Netz Zeiten.

Was uns trägt… Diese und ähnliche Fragen markieren den Übergang zur transpersonalen Entwicklung. Wir sehen, daß das Leben selbst uns dorthin führt, uns spirituelle Fragen zu stellen. So wird irgendwann natürlicherweise eine spirituelle Sehnsucht in uns erwachen. Es ist die Sehnsucht nach einer tieferen Sicherheit, als sie uns das normale menschliche Leben bieten kann. Die Sehnsucht nach einem tieferen Sinn, als uns äußerer Wohlstand, Ansehen oder Bedürfniserfüllung geben können. Und die Sehnsucht, uns selbst und das Leben an seiner Quelle zu berühren, zu erkennen, wer wir wirklich sind, jenseits oberflächlicher Rollen und Eigenschaften.

Wieder mehr in ruhige Fahrwasser

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Einfach mich wieder auf die allerwichtigsten Dinge konzentrieren.

Das große Buch der feinstofflichen Energien von Cyndi Dale

Heilung, Lebenskraft, innere Stärke

Der unverzichtbare Begleiter für jeden, der sich mit Energieheilung beschäftigt

Das Praxisprogramm zur Harmonisierung und Stärkung des Energiekörpers

Auch wenn wir sie nicht sehen können: Feinstoffliche Energien beeinflussen unser seelisches und körperliches Wohlbefinden in höchstem Maße. Diese unsichtbaren Schwingungen nutzt die international bekannte Heilerin Cyndi Dale seit über 30 Jahren, um ihre Klienten auf den Weg der Heilung zu führen.

Erstmals präsentiert sie hier die wirksamsten ihrer Techniken für die einfache Selbstanwendung: um blockierende Muster aufzulösen, Stress abzubauen, seelische Verletzungen zu heilen oder das eigene spirituelle Wachstum zu fördern. Voller Erfahrungswissen und praktischem Nutzen bereichert dieses Buch jeden, der die faszinierende Welt der feinstofflichen Energien entdecken und für sich erschließen möchte.

Wieder in die richtige Matrix eintauchen.

Durch die ganzen Umstände momentan komme ich leider viel zu wenig zum ausgiebigen Lesen, Lernen und philosophieren / nachdenken, was ich sehr bedaure.

Unzeitgemäße Betrachtungen sind heutzutage nicht erwünscht

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„Ich verbringe ehrlicherweise gesagt, nicht gerne Zeit mit Menschen, die mich geistig nicht weiterbringen.“

„Die innere Leerheit ist die wahre Quelle der Langeweile, die stets nach äußerer Erregung lechzt um Geist und Gemüt durch irgendetwas in Bewegung zu bringen. Hauptsächlich aus dieser inneren Leerheit entspringt die Sucht nach Gesellschaft, Zerstreuung, Vergnügen und Luxus jeder Art, welche viele zur Verschwendung und dann zum Elend führen.“ (Arthur Schopenhauer)

Wenn der Wahn- und Irrsinn zu sehr an brandet, wünsche ich mir nicht selten eine Hüttenbehausung in einem tiefen Wald – nach Art von >Walden< -Leben in den Wäldern – von H. Thoreau.

Die vergnügten Philosophieprofessoren. Fast ist es ihm,
als ob er die Symptome einer völligen Ausrottung und
Entwurzelung der Kultur wahrnähme, wenn er an die
allgemeine Hast und zunehmende Fallgeschwindig-
keit, an das Aufhören aller Beschaulichkeit und Sim-
plizität denkt. Die Gewässer der Religion fluten ab
und lassen Sümpfe oder Weiher zurück; die Nationen
trennen sich wieder auf das Feindseligste und begeh-
ren sich zu zerfleischen. Die Wissenschaften, ohne
jedes Maß und im blindesten laisser faire betrieben,
zersplittern und lösen alles Festgeglaubte auf; die ge-
bildeten Stände und Staaten werden von einer großar-
tig verächtlichen Geldwirtschaft fortgerissen. Niemals
war die Welt mehr Welt, nie ärmer an Liebe und
Güte. Die gelehrten Stände sind nicht mehr Leuchttür-
me oder Asyle, inmitten aller dieser Unruhe der Ver-
weltlichung; sie selbst werden täglich unruhiger, ge-
danken- und liebeloser. Alles dient der kommenden
Barbarei, die jetzige Kunst und Wissenschaft mit ein-
begriffen. Der Gebildete ist zum größten Feinde der
Bildung abgeartet, denn er will die allgemeine Krank-
heit weglügen und ist den Ärzten hinderlich. Sie wer-
den erbittert, diese abkräftigen armen Schelme, wenn
man von ihrer Schwäche spricht und ihrem schädli-
chen Lügengeiste widerstrebt. Sie möchten gar zu
gerne glauben machen, daß sie allen Jahrhunderten
den Preis abgelaufen hätten, und sie bewegen sich mit

Nie waren diese Unzeitgemäßen Betrachtungen von Nitzsche aktueller als heute.

Daß die einzelnen sich so gebärden,
als ob sie von allen diesen Besorgnissen nichts wü-
ßten, macht uns nicht irre: ihre Unruhe zeigt es, wie
gut sie davon wissen; sie denken mit einer Hast und
Ausschließlichkeit an sich, wie noch nie Menschen an
sich gedacht haben, sie bauen und pflanzen für ihren
Tag, und die Jagd nach Glück wird nie größer sein,
als wenn es zwischen heute und morgen erhascht wer-
den muß: weil übermorgen vielleicht überhaupt alle
Jagdzeit zu Ende ist. Wir leben die Periode der
Atome, des atomistischen Chaos. Die feindseligen
Kräfte wurden im Mittelalter durch die Kirche unge-
fähr zusammengehalten und durch den starken Druck,
welchen sie ausübte, einigermaßen einander assimi-
liert. Als das Band zerreißt, der Druck nachläßt, em-
pört sich eines wider das andere.

[Quelle: Unzeitgemäße Betrachtungen, F. Nitzsche]

 

Die falschen Matrixwelten

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Endzeitstimmung oder nach Herbert Gruhl „Himmelfahrt ins Nichts“:

Für die vielen Ignoranten und Narzißten pur, wird jedoch das böse Erwachen viel schneller kommen, als sie sich träumen lassen.
Die Rettungsboote sind schon längst verbrannt, nur werden es die meisten nie erfahren und wissen.


„Am phantastischen technischen Aufstieg des Menschen geht die Natur zugrunde. Es zeigt sich, daß er niemals die göttliche Weisheit haben wird, den Planeten zu regieren, der somit steuerlos seinem Ende zurast. Der letzte Akt der Tragödie hat begonnen!

Vor 200 Jahren starteten die Euroamerikaner in ein völlig neues Zeitalter genialer Technik und eroberten damit den Erdball. Sie benötigten nur 150 Jahre bis zur Atombombe und landeten 24 Jahre später auf dem Mond. Doch sie haben die Grenzen der Natur mißachtet, sämtliche Völker aus dem Gleichgewicht gerissen, das zwischen Leben und Tod bestand. Schon durchbricht die Menschenflut alle Dämme und wird in Kürze die Erde kahlfressen. Übermenschliche Fähigkeiten maßten sich die „Gotteskinder“ an, müssen aber nun erkennen, daß sie unfähig sind, die schrecklichen Folgen des wohlgemeinten Guten zu beherrschen. Himmlische Paradiese sollten erschlossen werden, doch es wird eine Fahrt ins Nichts daraus.
Das Ergebnis ist schockierend. Denn alle Brücken hinter uns sind abgebrochen. Der letzte Akt einer Tragödie im Universum beginnt. Übrig wird die Kunde bleiben. „Es gab einmal ein Gestirn, auf dem kluge Tiere (Affen) das Erkennen erfanden….“ (Auszug aus dem Buch von Herbert Gruhl – Weiter: Himmelfahrt ins Nichts..

Bei sich sein

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Einer der wenigen Filme, die ich anschaute und auch für gut befand.

Herbsttag

Foto von Bild/Gemälde: Edvard Munch Melancholy.

Herr, es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren lass die Winde los.
Befiehl den letzten Früchten, voll zu sein;
gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin, und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

(Rainer Maria Rilke – 1902)

In diesen irren Zeiten bin ich immer bestrebt geistig – seelischen Ausgleich zu finden. Gehöre zur Minderheit der Menschen, die in Gedichten schwelgen können. Hermann Hesse ist nach wie vor mein Lieblingsschriftsteller. Auch viele seiner Gedichte sprechen mich an.
Wenn ich im Kloster Maulbronn mich verweilt habe, war es immer auch mit Hermann Hesse verbunden. Die dortige Klosterbuchhandlung ist auch auf Hesse bezogen.

Die allzeitige Vergänglichkeit.

 

Nur mal so gedacht

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Wir sind nicht bereit, das Kreuz und die aufgebürdete Last der Vasallen, Ober- und Hintertanen zu tragen. Auch sind wir nicht bereit zu Kreuze zu kriechen.

Paul Heyse: „Man liebt zu bemänteln allerorten schwache Gedanken mit starken Worten.“

Die Vergänglichkeit läßt sich nicht vermeiden.

“Wir wollen dankbar sein, dass es die Narren gibt.
Ohne sie hätte der Rest keinen Erfolg.“

(Mark Twain)

 

Immer noch aktuell und zutreffend

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Die Furcht vor der Freiheit
Fromm ist der Meinung, daß die Psychologie von einem expliziten Begriff der menschlichen Natur ausgehen muß. So kann sie die Feststellung wagen, daß der Mensch auf Freiheit hin angelegt ist; aber ob und wie er diese Freiheit verwirklicht, hängt sehr von individuellen und gesellschaftlichen Gegebenheiten ab.

An sich ist der Mensch etwas unverwechselbar Einmaliges, aber er kann dieses Individuelle verleugnen und verdrängen, da er sich eventuell vor dem sozialen Isoliertsein und vor der Verantwortung fürchtet.

Die German Angst geht um.

Nach Fromm zieht sich die ganze Geschichte hindurch die Tendenz der Menschen, im Kollektiv unterzutauchen, um das Geschenk des Freiseins irgendwie loszuwerden.

Fromm schreibt ausführlich über den Autoritarismus unserer Lebens- und Wirtschaftszustände. Sie alle sind nicht dazu angetan, den Menschen zum Bewußtsein seiner Freiheit gelangen zu lassen. Marx und seine Schüler haben darauf hingewiesen, wie sehr der moderne Produktionsprozeß die menschliche Entfremdung fördert. Wir sind alle in eine ungeheure Maschinerie eingespannt, die wir weder verstehen noch überblicken in ihrer Gesamtheit. Von daher erfährt das Individuum seine grenzenlose Bedeutungslosigkeit, über die es sich gerne hinwegtäuscht. Es greift zu sogenannten „Fluchtmechanismen“, die den Sinn haben, Angst und Isolierung zuzudecken.

Fromm beschreibt drei Fluchtmechanismen, nämlich die „autoritären Tendenzen“, den „Zerstörungstrieb“ und die „automatische Anpassung“.

Nach Fromm hat der moderne Mensch viel zu wenig Möglichkeiten, um ein produktives Leben (aus sich selbst heraus) zu führen. Gerade in der Neuzeit besteht ein wuchtiger Druck zur automatischen

Da helfen auch keine Heiligen.

Anpassung, der wir uns nur schwer entziehen können. Jedermann meint zwar, er sei „er selbst“; aber in Wirklichkeit sind sein Denken, Fühlen und Verhalten fast durchgehend normiert, und die Sozietät in uns bestimmt darüber, was wir für wahr, für wertvoll und für schicklich halten. Die überragende Macht des „Man“ oder der kollektiven Lebensform in jedem von uns hat auch Heidegger in seiner Existenzphilosophie grundlegend erörtert. [102, 117, 118, 119]

117 Fromm, Erich Die Furcht vor der Freiheit EVA Frankfurt / EBG 1996

118 Fromm, Erich Wege aus einer kranken Gesellschaft-Eine sozialpsychologische Untersuchung dtv Verl. München 1980 / 1991

102-  Rattner, Josef Klassiker der Tiefenpsychologie Psychologie Verlags Union München 1990

German Angst siegt: Fast die Hälfte aller Deutschen wollen „nach der Pandemie“ weiter Maske tragen. Kurzatmigkeit, Schwindelgefühl, eingeschränktes Sichtfeld, Kommunikationsprobleme, geschwächtes Immunsystem, Treppenstürze, verstörte Kinder und beschlagene Brillen. Trotz dieser Beschwerden möchte fast die Hälfte der Deutschen „nach der Pandemie“ weiter Maske tragen.

Der Psychiater und Psychologe Hans-Joachim Maaz beschreibt:

„Der Mundschutz ist ein Symbol für Un-mündigkeit, für Un-säglichkeit und als Maulkorb für Un-Bissigkeit.

Außerdem und besonders störend verbirgt die Maske unsere Mimik. So wird mit einer Gesichtsmaske sehr wirksam der verbale Ausdruck, die Lebensenergie durch die Atmung und unsere Kommunikationsmöglichkeit eingeschränkt. Damit ist Maskenpflicht ein erhebliches Machtmittel zur Einschüchterung, Schwächung und Hemmung. Und für die Maskenträger eine hervorragende Möglichkeit zu gehorchen und sich zu unterwerfen.“

 

Die Erkenntnis des Tages

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Affentheater, Ziegenweisheiten und deutsche Ochsengroßmaulsachen.

„Es ist leichter, die Menschen zu täuschen, als davon zu überzeugen, daß sie getäuscht worden sind.“
(Mark Twain)

Das geht am Arsch vorbei.

„Unsichtbar wird der Wahnsinn, wenn er genügend große Ausmaße angenommen hat.“
(B.Brecht)

Nachtgedanken vom 15. Oktober 21

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Nachtgedanken vom 15. Oktober 2021 >>>> Das ewige Problem mit der Zeit.

Am Anfang steht die Frage
Was ist Zeit?
Was fange ich mit meiner Lebenszeit an?
Wie gestalte ich meinen Alltag?

Am Anfang steht die Frage.
Am Anfang war die Frage.

Sie ist die Ur-Sache von Philosophie. Mit der Frage nach dem Ursprung von Welt haben vor etwa 2500 Jahren die Menschen einen Bruch mit ihrer vorherigen Existenz vollzogen.
Ihre Fragen:

Was ist der Ursprung der Welt?
Was ist wahr?
Was ist der Sinn des Seins?
Welche Stellung hat der Mensch in der Welt?
Kennzeichnen den Anfang der Philosophie.
Wir werden immer Fragende bleiben, ein Leben lang.

Leider sehen es die meisten Menschen nicht

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Die Schönheit der Natur sehen und genießen.

Geistige Erbauung im Wald.

Die meisten Menschen geistern achtlos durch die Gegend. Gewöhnlich wird starr auf den Daddelkasten (Handy) GEKLOTZT.

Die Schönheit des Unscheinbaren entdecken.

Der Natur sind wir entfremdet. Wenn wir uns schon mal in ihr aufhalten, dann nicht aus Zuneigung zu Pflanze und Tier oder um Muße zu finden – sondern zwecks Rekreation. Das Motto lautet nicht mehr „Wie herrlich leuchtet mir die Natur…“, sondern: ‚Wie regeneriert man sich optimal im Wald und auf der Flur?‘ Bäume und Blüten sind die großen Fitmacher. Reichen sie nicht aus, so gibt es immer noch Medikamente oder ein Kurbad. Und schon ist eine neue Mode und Masche geboren, mit der sich vortrefflich mit der Dummheit und dem Narzißmus des Menschen, wunderbar Geld abzocken läßt.

Die Vielfalt in der Natur.

Diese Welt glaubt,
der zivilisatorisch-technische Fortschritt bringe sie dem irdischen Paradies näher. Sie produziert hemmungslos – und zerstört dabei mit jedem Tag mehr die Natur, die Luft und das Wasser.

Der ganze Technikkram, der ganze Konsum kann eine intakte Natur und das Wohlfühlen in ihr nicht ersetzen.

 

 

Lese gerade (nochmals): Der Mensch ein Mängelwesen…

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Ich lese gerade… (nochmals) Band 6 Heinrich Schmidinger / Clemns Sedmak (Hrsg.): Der Mensch – ein Mängelwesen? – Endlichkeit – Kompensation –

Ist der Mensch vor allem ein Mängelwesen? Lassen sich seine intellektuellen und kulturellen Errungenschaften besser verstehen, wenn wir seine ursprünglichen Schwächen wie das Fehlen von Instinkten etc. in Rechnung stellen? Die Aktualität der Theorie vom Mängelwesen Mensch diskutieren in diesem Band internationale Fachwissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen.
Der sechste Band der Reihe stellt die Theorie vom Mängelwesen Mensch in den Mittelpunkt.

Eine der einflussreichsten Theorien in der philosophischen Anthropologie ist die vom Mängelwesen Mensch. Der Mensch, so die Annahme, hat damit zu kämpfen, dass seine Natur in vielerlei Hinsicht die eines offenen, entwicklungsfähigen, aber auch bedrohten Wesens ist. So fehlen ihm beispielsweise die Instinkte und Verteidigungsmechanismen des Tieres. Er ist der ›Prothesengott‹, der mit technischen und anderen Hilfsmitteln seine ursprüngliche Verletzbarkeit kompensieren muss. Seine ganze Kultur lässt sich als eine solche Kompensationsleistung begreifen und wir verstehen auch seine positiven Möglichkeiten besser, wenn wir die Schwächen analysieren, die ihn begleiten. Wie weit trägt diese Theorie und was sagen in der Gegenwart Philosophen, Theologen und Naturwissenschaftler dazu? Das wird in diesem Sammelband lebendig und auf hohem Niveau von einschlägigen Fachleuten interdisziplinär diskutiert.

Die Weisheit und Gelehrtheit sind ein sehr seltener Gast in Absurdistan Germanistan.

Topologien des Menschlichen

Die Grundfragen der Philosophie könnte man – so Kant – letztlich in die eine zusammenfassen: Was ist der Mensch? Diese Frage kann heute gar nicht angemessen gestellt werden ohne die gründliche Aufarbeitung der Ergebnisse der Human- und Naturwissenschaften. Die Herausgeber der ›Topologien des Menschlichen‹ haben es sich zur Aufgabe gestellt, in insgesamt sieben Bänden das heute verfügbare Wissen über den Menschen zusammenzuführen, die unterschiedlichen einzelwissenschaftlichen Disziplinen miteinander ins Gespräch zu bringen und so den Boden zu bereiten für eine philosophische Reflexion über den Menschen. Leitender Gesichtspunkt eines jeden Bandes ist eine der klassischen Bestimmungen des Menschen, wie sie in der Geschichte des Denkens geprägt wurden.

Las gerade im Kapitel: Ich kaufe, also bin ich?

4. Trivialisierung der Welt- und Selbsterschaffung durch Massenproduktion und Massenkonsum.

“Hat der Markt immer recht, der Trivialserien höher als Theaterabende und Investmentbanking höher als Sozialarbeit wertet. Damit das Angebot wachsen kann, muß auch die Nachfrage wachsen. Dies geschieht am besten, indem zum einen ständiges Begehren stimuliert und zum anderen die Lebensdauer der Produkte bewußt gesenkt wird. Ergebnis ist eine auf materiellen Konsum ausgerichtete Wegwerfgesellschaft, in der Produkte Sinn substituieren: Man kauft keine Creme, sondern ewige Jugend, kein Auto, sondern Status, keine Biokarotte, sondern ein reines Gewissen, keinen Anzug, sondern Aura, kein Möbelstück, sondern einen Lebensstil. Da die Produkte ihre Sinnversprechen nicht einzulösen vermögen, stellt sich kurz nach dem Konsum in der Regel Leere ein, die durch beschleunigten und verdichteten Konsum zu füllen ist: Mit der Unendlichkeit des Begehrens wird der Mensch zum vom Mangel getriebenen Wesen, das keinen Frieden finden kann, ehe es sich nicht vom Begehren befreit, wie es die buddhistische Lehre nahe legt.“  (S. 245)

(Auszug aus: Der Mensch – ein Mängelwesen? – Endlichkeit – Kompensation – Entwicklung – Hrsg. Heinrich Schmidinger / Clemens Sedmak, wbg-Darmstadt, 2009)

Warten ist auch nicht sehr gefragt

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Herbst – Warte, warte, bald ist wieder Weihnachtszeit.

Warten…
ist „eines der am wenigsten gewürdigten Glücks…gefühle“

Warten und warten können bedeutet „Zeit haben“ – und das ist etwas Besonderes und etwas Attraktives. Es ist eine Zeit, die nicht unter dem Druck steht, rasch zu Resultaten zu kommen. Wer etwas ernten will, der muß – wie das jeder Bauer erzählen kann – warten können. Und jene, die die Kunst des Wartens am besten beherrschen, erhalten die schönsten Äpfel. So ist warten nicht Handlungsverzicht, sondern produktives Handeln.

Ein solches Warten führt weg von der mechanischen Logik der Uhr und eröffnet Zeiterfahrungen, die anderes möglich und erlebbar machen, als das, was die Zeitmesser vorgeben. Die Diktatur der Uhr läßt kein fruchtbares Warten zu. Wartezeit ist ein Geschenk. Nietzsche beschreibt es: „Warten und sich – vorbereiten; das Aufspringen neuer Quellen abwarten; in der Einsamkeit sich auf fremde Gesichte und Stimmen vorbereiten; (…) den Süden in sich wieder entdecken und einen hellen, glänzenden geheimnisvollen Himmel des Südens über sich aufspannen…“

Sils-Maria
Hier saß ich, wartend, wartend doch auf nichts,
Jenseits von Gut und Böse, bald des Lichts
Genießend, bald des Schattens, ganz nur Spiel,
Ganz See, ganz Mittag, ganz Zeit ohne Ziel.
Da, plötzlich, Freundin! wurde eins zu zwei –
Und Zarathustra ging an mir vorbei..

„In Wirklichkeit warten wir alle – auf das Glück nämlich. Und ohne dieses Warten könnten wir´s in dieser Welt nicht aushalten.

Da sich das Glück aber – glücklicherweise – nicht kalkulierend herbeiholen läßt, müssen wir uns öffnen für die Zeit und ihre unterschiedlichen Qualitäten, für das Anderswo und Irgendwie. Es sind die Wartesäle unseres Lebens, in denen wir die Zeit erleben und erfahren können, wo wir uns selbst begegnen – und anderen Menschen ebenso. Der Wartende lädt die Zeit ein (Benjamin). Dann heißt warten nicht mehr nur auf etwas warten, sondern ist schon ein Teil jener Erfahrung des Glücks, auf das wir alle warten.

Wer warten kann, hat viel getan. Wir kommen mit noch so viel Anstrengung und Hektik nicht ans Ziel – aber wenn wir warten, kommt das Ziel vielleicht zu uns. Glücklich jene, die warten können, denn, so ein Versprechen der Verheißung, „dem Geduldigen gehört das Himmelreich“. (S. 168/169) [1]

Literatur:

[1] Geißler, Karlheinz A. : Zeit – verweile doch…- Lebensformen gegen die Hast – Herder Spektrum, 3. Aufl. 2000

[2] Geißler, Karlheinz A. : Zeit leben – Vom Hasten und Rasten…Leben und Sterben – Aspekte des Menschen bei Beltz Verl. 1985

[3] Held, Martin; Geißler, Karlheinz A.: Ökologie der Zeit, Edition Universitas- im Hirzel Verl., 1993

[4] Nowotny, Helga: Eigenzeit – Entstehung und Strukturierung eines Zeitgefühls – Suhrkamp Verl. 3. Aufl. 1990

[5] Martin, Ruth: Zeitraffer – Der geplünderte Mensch -, Krüger Verl. 1993

[6] Cramer, Friedrich: Der Zeitbaum – Grundlegung einer allgemeinen Zeittheorie – Insel Verl., 1. Aufl. 1993

Im Dreieck Wössingen, Jöhlingen und Wöschbach. Natur bringt die Fähigkeit zum Warten.

 

Herz tröste dich: Nächtliche Fahrt

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Stadtbahnen Wössingen: Fahrt in den Abend / Nacht.

Nächtliche Fahrt

Jüngst im Traum ward ich getragen
Über fremdes Heideland;
Vor den halbverschlossnen Wagen
Schien ein Trauerzug gespannt.

Dann durch mondbeglänzte Wälder
Ging die sonderbare Fahrt,
Bis der Anblick offner Felder
Endlich mir bekannter ward.

Wie im lustigen Gewimmel
Tanzt nun Busch und Baum vorbei!
Und ein Dorf nun – guter Himmel!
O mir ahnet, was es sei.

Am Waldesrand (Wössingen)

Sah ich doch vorzeiten gerne
Diese Häuser oft und viel,
Die am Wagen die Laterne
Streift im stummen Schattenspiel.

Ja, dort unterm Giebeldache
Schlummerst du, vergeßlich Herz!
Und daß dein Getreuer wache,
Sagt dir kein geheimer Schmerz.
– Ferne waren schon die Hütten;
Sieh, da flattert’s durch den Wind!
Eine Gabe zu erbitten
Schien ein armes, holdes Kind.

Wie vom bösen Geist getrieben
Werf ich rasch der Bettlerin
Ein Geschenk von meiner Lieben,
Jene goldne Kette, hin.

Herbstwald.

Plötzlich scheint ein Rad gebunden,
Und der Wagen steht gebannt,
Und das schöne Mädchen unten
Hält mich schelmisch bei der Hand.

»Denkt man so damit zu schalten?
So entdeck ich den Betrug?
Doch den Wagen festzuhalten,
War die Kette stark genug.

Willst du, daß ich dir verzeihe,
Sei erst selber wieder gut!
Oder wo ist deine Treue,
Böser Junge, falsches Blut?«

Und sie streichelt mir die Wange,
Küßt mir das erfrorne Kinn,
Steht und lächelt, weinet lange
Als die schönste Büßerin.

Walzbachtal Herbstwald:

Doch mir bleibt der Mund verschlossen,
Und kaum weiß ich, was geschehn;
Ganz in ihren Arm gegossen
Schien ich selig zu vergehn.

Und nun fliegt mit uns, ihr Pferde,
In die graue Welt hinein!
Unter uns vergeh die Erde,
Und kein Morgen soll mehr sein!
[Mörike: Gedichte (Ausgabe 1867). (Mörike-SW Bd. 1, S. 669)]

Die Träume und Gedanken von Abschied, Heimatlosigkeit, was ist Heimat? Warum lernt die Menschheit nicht aus und wiederholt immer die gleichen Fehler, beschäftigt mich vermehrt.

Heimat finden: Dieses Thema beschäftigt mich immer wieder

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Wilhelm Schmid: Heimat finden – Vom Leben in einer ungewissen Welt. Erste Auflage 2021


Das Buch Heimat finden von Wilhelm Schmid habe ich am Samstag (25.09.) bekommen und schon zur Hälfte gelesen, wäre ja schon fertig, habe aber noch zwei Bücher unter der Kur. Heute kam dann noch eine Nachlieferung, auch dieses Buch gleich angelesen (ein Viertel) schon durch.

Wilhelm Schmid: Heimat finden – Vom Leben in einer ungewissen Welt

„Menschen suchen vermehrt nach Heimat in einer Welt, die ungewiss erscheint, und in einem Leben, das sich schneller ändert, als es zu verstehen ist. Mehr als je zuvor sehen sich auch diejenigen mit Heimatlosigkeit konfrontiert, die eigentlich wohlbeheimatet sind. Heimat wird zum flüchtigen Gut in der Epoche des Globalwerdens von Menschen und Dingen. Im permanenten Hin und Her zwischen den Welten werden die Menschen selbst flüchtig und beginnen sich zu fragen: Wo bin ich wirklich daheim? Wo war ich es? Wo wird Heimat künftig möglich sein?

Die Heimat hat eine große Zukunft, aber nicht mit dem Modell der Vergangenheit. Eine Erweiterung des Heimatbegriffs ist nötig, denn Heimat ist mehr als nur ein Ort. Sie kann als Basislager des Lebens gelten, von dem aus Erkundungen ins Ungewisse möglich sind. Anders als es zunächst den Anschein hat, gibt es zahlreiche Möglichkeiten, Heimat zu finden. Die Vielfalt wird in der Diskussion über »die Heimat« oft aus den Augen verloren. Sie wird im Fokus dieses Buches stehen.“ (Buchbeschreibung)

“ ::: Sein Buch hilft gegen Fernweh und ebenso gegen Heimweh.« Nun ich habe kein Fernweh und noch kein Heimweh.

Heimat – wo das Herz zu Hause ist.

„Heimat ist ein geistiger Raum, in den wir mit einem jeden Jahre tiefer eindringen“
(Reinhold Schneider)

Für mich ist Heimat in erster Linie auch die Landschaft, die Sprache, die Kultur, die Geisteswissenschaften und die Vertrautheit.

Es gibt ein paar Bücher mit dem gleichen Titel. So z.B. Heimat: Wo das Herz zu Hause ist von Martin Hüls
Beschreibung:

„Heimat ist mehr als ein Ort, und Heimatliebe ist kein Museum. Sie ist ein lebendiges Gefühl, das ein Leben lang in Bewegung bleibt und den Wandel der Zeiten mitgeht. Dieses Lebendige, Wandelhafte und auch Liebende oder Schaffende der Heimat macht Martin Hüls an unterschiedlichen Aspekten fest.

Zunächst ist für viele Heimat ein Ort oder ein Zeitabschnitt, der verlassen werden musste, um ein eigenständiger Mensch zu werden. Auch wenn hier zugleich Wurzeln und Flügel wachsen, verleiht der nötige Aufbruch der Heimat ein Gefühl vergangener Zugehörigkeit, das in der Erinnerung existiert. Sodann ist unsere „Heimat im Glauben“ ein lebendiges Vertrauen zu Gott, das durch Höhen und Tiefen geht. Die Bereitschaft zum Aufbruch wird in der Bibel beschrieben und zeichnet Glaubende aus. Auch die „Heimat im Gegenüber“ ist in Bewegung: Beziehungen müssen gepflegt und erneuert, mit Leben und Liebe erfüllt werden. Ebenso, und hier schließt sich der Kreis, kann Heimat als der Ort, an dem wir leben, gestaltet werden und sich entwickeln für die zukünftige Generation.

Nostalgie und Erinnerung werden in diesem Geschenkbuch kombiniert mit der Beheimatung in Gegenwart und Zukunft, bei Gott und Mitmenschen und in unserer Umwelt.“

Das Thema wird auf jeden Fall weitergeführt.

Neuer Nachschub

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Schon länger hatte ich diese Bücher auf der Leseliste. Nun habe ich sie geordert.

Liebe kann Berge versetzen …

… und Menschen aus schwersten Lebenskrisen heraushelfen. Ob sie vorübergehend ist oder ewig hält, Selbstbegrenzung oder Entfaltung bedeutet, Besitzdenken oder Freiheit des Einzelnen fördert, beschreibt Peter Lauster in seinem Klassiker «Die Liebe».

Als beratender Psychologe geht Peter Lauster mit dem Thema Liebe behutsam um. Er befreit sie von einengenden Mythen und bringt vorsichtige Hinweise, wie wir mit unserem Liebesgefühl und der damit verbundenen Verlustangst, Eifersucht, Verletzlichkeit, aber auch mit Sehnsucht, Freude und Fülle umgehen können.

Lauster stellt seinem Buch zwei Zitate voran, eines von Ingeborg Bachmann („Lieben – lieben, das ist es. Lieben ist alles“) sowie ein Gedicht von Albert Ehrenstein, in dem es heißt „Den Liebenden stäubt Mond/Ein sanftes Licht/Milchmild auf Meer“.[7] Im Vorwort erklärt er, er habe sich seit mehr als zwanzig Jahren mit der Klärung des Phänomens beschäftigt. Sein Buch sei eine „Liebeserklärung an die Liebe und das Leben“.[8] Das Buch ist in drei Teile gegliedert; der erste Teil beschäftigt sich mit den „Neun Mythen der Liebe“, Teil zwei befasst sich mit„ Was mit der Liebe geschieht“, der dritte Teil trägt die Überschrift„ In der Kunst zu lieben liegt der Sinn des Lebens“.
https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Liebe:_Psychologie_eines_Ph%C3%A4nomensPeter

Passend dazu:
Peter Lauster: Flügelschlag der Liebe – Gedanken und Aquarelle

Die Liebe ist ein Gefühl, das als Geschenk gegeben und empfangen werden sollte. Als Geschenk für seine Leser hat Peter Lauster dieses ganz besondere Buch zusammengestellt. Es enthält einfühlsame, ganz persönliche Gedanken, Gedichte und ausdrucksvolle, farbige Aquarelle, die zum ‚Seelenflug‘ der Liebe, des Mitfühlens und Meditierens einladen wollen.
In meiner Bibliothek auch schon lange vorhanden:

Die Kunst des Liebens von Erich Fromm

In seinem vielleicht wichtigsten Buch diskutiert der Psychoanalytiker Erich Fromm die Liebe in alle ihren Aspekten: nicht nur die von falschen Vorstellungen umgebene romantische Liebe, sondern auch Elternliebe, Nächstenliebe, Erotik, Eigenliebe und die Liebe zu Gott.
Peter Lausters Bücher sind aber erst einmal in der Warteschlange. Vorgerückt ist:

Mein Spezialgebiet Lebensphilosophie.

Da ich noch zwei Lieferungen erwarte, bin ich für die nächste Zeit eingedeckt. Zumal ja bei passendem Herbstwetter auch noch Wanderungen anstehen.

Nachtgedanken 152

Nachtgedanken vom 16. August 2021

Die Deutschen haben eine Besessenheit, jede Sache so weit zu treiben, bis eine böse daraus geworden ist.“
(George B. Shaw)
+

Freiheit ist das Recht, anderen zu sagen, was sie nicht hören wollen.“
(George Orwell)

 

Nachdenkliches von der Philosophenbank

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Diese Bank am Waldesrand nenne ich meine Philosophenbank : hier sitze ich gerne und sinniere über Gott und die Welt. Von hier ist auch ein Weitblick in die Weite der Landschaft möglich, bis in die Rheinebene reicht der Blick.

Du bist, was Du denkst
Die Gedanken:

Nach dem deutschen Philosophen Bo Yin Ra – Joseph Anton Schneiderfranken (1876 – 1943) sind Gedanken mehr als die „Dinge“ dieser Erde. Sie sind Kräfte, einzielige Bewußtheiten, erfüllt mit gierigem Lebenswillen, denen wir durch unser Denken Nahrung verschaffen. Gedankenkräfte wollen sich unbedingt auswirken. Dies gelingt ihnen auf dem autosuggestiven Weg: Trübe Gedanken voll Angst, Sorge, Kummer, Ärger, Haß, Neid, Pessimismus, fördern Mißlingen unserer Vorhaben und beeinträchtigen unser seelisches und körperliches Gleichgewicht. Erfreuliche Gedanken, Lob, Anerkennung, Bewunderung, Frohsinn, Zuversicht, Liebe, stärken Tatkraft und Mut und begünstigen gutes Gelingen. Welche Art von Gedanken wir auch immer in uns kreisen lassen: Sie werden, wenn wir sie tief empfinden, unsere Gestaltungskräfte anheizen. Ihre Früchte werden mit uns wachsen und gedeihen und werden sich im Guten wie im Bösen auf uns auswirken.

Oh! Was höre ich da eine Philosophenstimme hallt aus dem Wald….

Kränkungen machen krank:
Ein guter Teil der Unzufriedenheit, des Unglücks und Krankheitselends vieler Erwachsener ist selbst verschuldet. Viel Betrübliches entspringt ihrem negativen und krankheitsbezogenen Denken; viel Unglückliches folgt ihren destruktiven Autosuggestionen, denen sie nicht Einhalt gebieten und von denen sie sich widerstandslos niederdrücken und beugen lassen. Die Gedankenkraft ist eine Macht, von der schon die Bibel sagt: „Der Gebeugte hat lauter böse Tage, der Wohlgemute hat allezeit Fest.“ (Sprüche 15, 15)

Ein Mensch, der ständig an seine eigenen Unzulänglichkeiten, Mißgeschicke und Krankheiten denkt, kann unmöglich lebensfroh, erfolgreich und gesund sein! [24] (ursprünglich von MP-Netz)
Literatur:

24 Mader, Johann Karl Der Philosoph, 1 Carl Ueberreuter Verl. Wien 1966

In früheren Zeiten auf Vorgängerblogs von mir und auch auf den Mentalpsychologie Webseiten (MP-Netz) habe ich immer wieder solche Beiträge gebracht. Die haben mir sehr oft aber Verdruß eingebracht und Bloggerfreundschaften wurden mir da auch schon deswegen gekündigt.
Die meisten Menschen negieren und verdrängen solche Gedanken sie möchten nicht für ihr Leben verantwortlich sein.
Eine Bloggerin aus dem hohen Norden hat mich im frühen Frühjahr entlinkt und im August war sie tot. (schon ein paar Jahre her). Auch sie wollte nie diese Gedanken verstehen und akzeptieren.

Nur lau im Glauben

Im kleinsten Land der Welt, dem Vatikan, wurde bereits am 8. Februar eine Impfpflicht für alle Bewohner und dort beschäftigten Angestellten eingeführt. Die Strafen bei einem Verstoß reichen theoretisch bis hin zur Entlassung.

https://www.welt.de/politik/ausland/article232467455/Corona-Wo-jetzt-eine-Impfpflicht-gilt-und-wen-sie-betrifft.html
Also nichts mit „Der Glaube versetzt Berge“
Nun hat doch Gott den Menschen mit so einem wundersamen Körper ausgestattet, mit solch einem Wunderwerk an Immunsystem, daß den Menschen bei vernünftiger Lebensweise hervorragend vor Krankheiten schützt und natürlich auch vor Krankheitserregern, Bakterien und „Viren“:
Habe es ja schon öfters erwähnt, daß mir besonders PfarrerInnen und angeblich so sehr Gläubige am meisten aufgefallen sind, die ihrem Gott nicht so recht über den Weg trauen d.h. das Coronabiest besonders fürchten. Da würde doch Jesus sogleich ausrufen: „Oh ihr wankelmütigen Kleingeister!“  Dabei tut man der Gesundheit nichts Gutes, wenn man in Angst und Panik versinkt. Dies erzeugt Streß und der ist nun mal nicht gut für die Krankheitsabwehr.

7 dunkle Jahre überstehen

Karat – Über sieben Brücken musst du gehn 1978 (noch zu DDR Zeiten)
hatte ich schon am 5.12.2008 auf einem früheren Blog gepostet. ( von Oskar Unke.)

PS. Habe bewußt diese Version von Karat genommen, gefällt mir besser als die Peter Maffey Version, ist ruhiger und gedämpfter.

In der Tat unterliegt das menschliche Leben einer Periodik und zwar nach meiner Meinung einer 7 Jahresperiodik. 7, 14, 21, 28, 35, 42, 49, 56, 63, 70, 77, 84, ……..>
und davon hängt das Leben auch ab:

„Das Glück im Leben
hängt von den guten
Gedanken ab, die man hat:“
(Marc Aurel)

 

Geistiger Ausgleich muß natürlich auch sein

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Diese Bücher sind zwar nicht neu, aber durch mein (immer noch) umorganisieren meiner Bibliothek lese ich immer wieder in Bücher hinein. 😆

Hsing Yun Von der Unwissenheit zur Erleuchtung Band 1

„Die Bedeutung der in diesem Buch zusammengefaßten Artikelreihe spiegelt sich in unserem täglichen Leben wider, denn es gibt natürlich viele Situationen, in denen es um „Unwissenheit“ oder „Erleuchtung“ geht. Manchmal sind die unmittelbar Betroffenen verwirrt, während Umstehende völlig klar sehen. Deshalb können einige klärende Worte helfen, den Weg zum Durchbruch zu zeigen, und zugleich Stoff zum Nachdenken bieten. Im Grunde liegen Unwissenheit und Erleuchtung in einem einzigen Gedanken! Ein unwissender Gedanke kann Sorgen und Schmerzen hervorrufen, eine erleuchtete Inspiration die Sonne der Wahrheit erstrahlen lassen. Darum heißt es in buddhistischen Sutras: „Ärger ist Bodhi, und Bodhi ist Ärger!“ Sonne und warmer Wind können die Säure der Ananas und der Weintraube in Zucker umwandeln, und wenn wir imstande sind, über die Säure unserer Unwissenheit nachzudenken, dürfen wir hier und jetzt erfahren, wie süß die Erleuchtung ist.
Von der Unwissenheit zur Erleuchtung
Buddhistische Betrachtungen zum Alltag, Band II

Die Texte in diesem Buch spiegeln das tägliche Leben wider, zeigen viele Situationen, in denen es um »Unwissenheit« oder »Erleuchtung« geht.
Band 3

Buddhisten lernen, die Konsequenzen ihres Tuns zu erwägen, bevor sie handeln – schließlich kann die Entscheidung eines Augenblicks bestimmend sein für die weitere Entwicklung eines Lebens. Aus diesem Grunde erinnert Meister Hsing Yun uns daran, wie wichtig es ist, daß wir in jedem Augenblick den Auswirkungen unseres Handelns große Achtsamkeit entgegenbringen. Wie dies in unserem Alltag funktionieren kann, zeigt er in kurzen Texten zu verschiedensten Lebensthemen.
Aus dem Inhalt:
Wie die Gegenwart die Zukunft beeinflusst
Die Bedeutung von Achtsamkeit in einer erfolgreichen Lebensführung
Die karmische Kraft von Schwüren
Kraftquellen des täglichen Lebens
Die Kunst des Zuhörens

Marin Heidegger: Gelassenheit

Besinnliches Denken einüben

1955 hielt Martin Heidegger in Meßkirch die Festrede „Gelassenheit“. Sie wurde zu einem Schlüsseltext für das Verständnis seines Spätwerkes. Da die Rede an die Meßkircher Bürger gerichtet war, brachte Heidegger seine wegweisenden Fragen besonders klar und verständlich zur Sprache:

Wie ist die Stellung des Menschen in der Welt und zur Welt?

Wie ist das Verhältnis von Natur und Technik im Atomzeitalter?

Können wir eine Haltung des „gleichzeitigen Ja und Nein“ zur Technik einnehmen?

Wie ist das besinnliche Denken einzuüben, wie kann es gegenüber dem vorherrschenden rechnenden Denken in ein „maßgebendes Spiel“ gebracht werden?

Wie können wir angesichts der Herausforderungen der damaligen und heutigen Zeit Gelassenheit gewinnen: die Gelassenheit zu den Dingen und die Offenheit für das Geheimnis?

Diese Rede zeigt die bleibende Aktualität des Denkens von Martin Heidegger, der in diesem Text bereits 1955 nicht nur die Gefahren und Chancen der Atomenergie in den Blick nimmt, sondern auch die unabsehbaren Folgen gentechnischer Eingriffe in das menschliche Erbgut anspricht.

Diese Ausgabe mit dem Feldwegbild weist mich auf sein „Der Feldweg“ hin. Diesen Text kann ich immer wieder lesen.

Der Tagesgedanke (19.06.21)

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„Wem nicht wenig genügt,
den macht kein Reichtum satt.“
(Christoph Martin Wieland)

Lebenswege finden.

„Betrachte einmal die Dinge
von einer anderen Seite,
als du sie bisher sahst, denn das
heißt ein neues Leben beginnen.“
(Marc Aurel)

Immer wieder zutreffend

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Mein gelehrter Bücherwächter 😆

Blicke in dich!
In deinem Inneren ist eine Quelle, die nie
versiegt, wenn du nur zu graben verstehst.
(Marc Aurel)

Sommergrüße! „SICH GLÜCKLICH FÜHLEN KÖNNEN AUCH OHNE GLÜCK – DAS IST DAS GLÜCK“  (Marie von Ebner – Eschenbach)

Glück ist das komplizierte Wechselspiel

zwischen dem, was wir haben und dem, was wir wollen. Wenn wir alles haben können, was wir wollen, erlahmen Kreativität und Neugier – die selbst wieder wichtige Glücksfaktoren sind. Wenn wir nichts von dem erreichen, was wir anstreben, sind wir frustriert oder verschwenden immer neue Zeit und Energie an vielleicht falsche Ziele. Glück entsteht aus der gelungenen Balance zwischen unseren Ansprüchen und Möglichkeiten – eine Balance, die vorwiegend in der Gegenwart geleistet werden muß: Wer zu sehr auf zukünftige Ziele fixiert ist oder zu häufig über verpaßte Chancen grübelt, verliert diese Balance leicht.

Sommernachtstraum!

Der englische Philosoph John Stuart Mill hat diese zwei Möglichkeiten am eigenen Leibe erprobt. Als junger Mann jagte er dem Glück nach, war aber todunglücklich und dachte sogar an Selbstmord, bis er schließlich erkannte: „Nur die sind glücklich, die sich auf etwas anderes als ihr Glück konzentrieren… Die Freuden des Lebens reichen aus, um es zu einer angenehmen Sache zu machen, wenn wir sie en passant mitnehmen, anstatt sie zu unserem Ziel zu machen… Sobald Du Dich fragst, ob Du glücklich bist, hörst Du auf, es zu sein“.

Meine Hofgartenwächter.

Glückliche Menschen finden und stiften in ihrem Leben viele kleinere Anlässe, sich wohlzufühlen und sich zu freuen – und dies tun sie kontinuierlich.

Wer sich dagegen zu sehr auf die wenigen „Großereignisse“ des Glücks konzentriert, vielleicht über lange Zeit auf sie hinarbeitet – unter Vernachlässigung der Glücksmomente (Das kleine Glück des Alltags) – dessen Glücksbilanz schließt häufig negativ ab.
Deswegen sind mir meine Wanderungen hier in meiner Umgebung auch nie langweilig oder gar fahl.
Literatur:

1-34 Ernst, Heiko Wer ist glücklich? Psychologie heute 3/1997 (Beltz-Verlag) 03/1997

 

Wege erinnern mich immer an Lebenswege

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Geh’ nicht dahin, wo der Weg dich hinführt. Geh’ dahin, wo es keinen Weg gibt, und hinterlasse eine Spur. Ralph Waldo Emerson

Das mag aber der Bauer nicht. Also bleiben wir schön auf unserem Feldweg.

Wege entstehen dadurch, dass man sie geht. Franz Kafka

Auf dem Weg durchs Leben kann man den Wind nicht immer im Rücken haben. alter Volksspruch

Und wenn wir die ganze Welt durchreisen, um das Schöne zu entdecken: Wir mögen es in uns tragen, sonst finden wir es nicht. Ralph Waldo Emerson

Wege, die in die Zukunft führen, liegen nie als Wege vor uns. Sie werden zu Wegen erst dadurch, dass man sie geht. Franz Kafka

Es gibt keinen Weg zum Glück. Glücklich sein ist der Weg. Siddhartha Gautama

Wohin der Weg? Du fragst: Wohin soll mich mein Weg führen? … das kann dir keiner nennen. Denn deinen Weg und dein Ziel mußt du doch selber suchen und finden.

Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen. Johann Wolfgang von Goethe

Das Gelände wo diese Steine liegen war einmal eine Baum- und Sträuchergärtnerei Außenstelle. Sieht sehr verwildert aus. Vor drei oder vier Jahren (müßte ich nach  schauen) hatte ich mich mit dem ehemaligen Gärtner noch unterhalten. Ob er überhaupt noch lebt, in diesen verrückten Zeiten?

Geh deinen Weg und lass die Leute reden! Dante Alighieri

Diese Lektion habe ich beizeiten gelernt und praktiziert. Gefällt zwar vielen Menschen nicht, aber sei es drum. Wenn mein Kompass justiert ist, wird dieser Weg auch beschritten.

Mache keinen Augenblick von dem abhängig, was morgen sein mag. Denke nur an diesen Tag und diese Stunde und deine Treue zum Weg, denn der nächste Augenblick ist ungewiss und ungewusst. Dogen Zenji

Der gerade Weg ist der Kürzeste, aber es dauert meist am längsten, bis man auf ihm zum Ziel gelangt. Georg Lichtenberg